Autor:Howard S. Becker

1928 2023
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Howard S. Becker (1928–2023), in Chicago geboren, hat abweichendes Verhalten als Zuschreibung gefasst, nicht als Eigenschaft der Tat. Außenseiter. Zur Soziologie abweichenden Verhaltens von 1963 verschiebt den Blick: abweichend ist, wem das Etikett erfolgreich angeheftet wurde.

Leben

Großeltern aus Litauen, bürgerliches Haus, mit zwölf Klavier bei Lennie Tristano, mit fünfzehn Jazz in Bars und Varietés, weil die älteren Pianisten im Krieg waren. Der Umweg ist die Tastatur: Wer nachts mit Tanzmusikern spielt, sieht Regeln von innen und weiß, dass die Gesellschaft den Außenseiter erst erzeugt, indem sie ihn so nennt. Studium an der University of Chicago bei Everett C. Hughes und Herbert Blumer, Jahre als fahrender Forscher, die lange Professur in Chicago, zuletzt San Francisco und Paris. Neben den Außenseitern die Kunstwelten, das Schreiben der Sozialwissenschaft, die Fotografie. Er starb in San Francisco.

Wirkung

Becker hat die Soziologie des abweichenden Verhaltens vom Tätertyp auf die gesellschaftliche Reaktion umgestellt. Marihuanakonsum und Jazzmusiker – in den fünfziger Jahren noch als abweichend geführt – werden zu Karrieren, in denen Zuschreibung, Sanktion und Selbstbild sich verstärken. Der Satz, abweichendes Verhalten sei Verhalten, das Menschen als solches bezeichnen, wurde zum Kern des Etikettierungsansatzes, den die kritische Kriminologie weitertrieb. In Kunstwelten ist das Werk keine Schöpfung eines Einzelnen, sondern arbeitsteilige Kooperation unter Konventionen; der Abspann eines Films zählt die Beteiligten. Mit Erving Goffman steht er für eine zweite Chicagoer Schule des symbolischen Interaktionismus.

Frankreich las ihn gegen Pierre Bourdieu: Beschreibung der Zusammenarbeit statt Kampf im Feld. Die Kritik blieb, dass Etikettierung Herrschaft und Geschichte zu weich zeichne. Wer Becker nur als Kronzeugen der Entkriminalisierung liest, unterschlägt die Feldstudien, die das Buch tragen. Wer nur den Jazzsoziologen rettet, unterschlägt, dass dieselbe Methode Schule, Medizin und Kunst trifft. Die Zuschreibung bleibt das Werkzeug, mit dem sich seither fragen lässt, wer die Regel setzt und wen sie zum Außenseiter macht.

Werke

In Auswahl außerdem: Kunstwelten, Die Kunst des professionellen Schreibens, Soziologische Tricks.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.