Autor:Gustav Meyrink

1868 1932
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Gustav Meyrink (1868–1932), in Wien geboren, hat dem Prager Judenviertel den Roman gegeben, in dem der Golem nicht nur Sage ist, sondern Doppelgänger und Angst. Der Golem schickt den Gemmenschneider Pernath durch Gassen, Hypnose und Kabbala; das Ich ist das, was ihm genommen wurde.

Leben

Als Gustav Meyer unehelich geboren, Bankier in Prag, Skandal, Haft, Ruin: Der Umweg war der Sturz aus dem Kontor in die Okkultszene, aus der er sich einen Namen und eine Prosa holte. Er übersetzte Dickens, mischte Theosophie, Kriminalhandlung und Ghettolegende und traf mit dem Fortsetzungsdruck in den Weißen Blättern den Nerv des Krieges, der nach Jenseits und Labyrinth verlangte. Später Starnberg, der Turm, die späten Romane; er starb am Starnberger See.

Wirkung

Meyrink hat die Prager Golemlegende nicht als Märchen vom Lehmknecht erzählt, sondern als Seelengeschichte einer Stadt, die ihr Judenviertel abriss, während der Roman es als Innenwelt konservierte. Pernath sucht ein Ich, der Golem geht um, Steiner-Prags Zeichnungen haben das Ghetto zum Ornament gemacht. Kenner der jüdischen Mystik schütteln den Kopf über theosophische Brocken; die Wirkung lag trotzdem in dieser Mischung, die Schauer, Krimi und Seelenlehre für ein Massenpublikum zusammenzog, bevor der Expressionismus denselben Stoff strenger nahm.

Der Kurt-Wolff-Verlag machte den Band zum Verkaufserfolg des Krieges; Paul Wegener holte den Golem auf die Leinwand, und Prag wurde zur Kulisse des Unheimlichen, auch wo man Meyrink nicht mehr las. Die Nachwelt hat ihn zwischen Esoterikversand und kanonischer Phantastik stehen lassen. Wer nur den Lehmriesen will, hat Pernaths Gedächtnisverlust nicht gelesen. Wer nur die Kabbala sucht, findet bei ihm Theaterrauch. Das Buch bleibt, weil es die Stadt als Falle des Ichs erzählt.

Werke

In Auswahl außerdem: Das grüne Gesicht, Walpurgisnacht, Der Engel vom westlichen Fenster.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.