Der Golem
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der Golem |
| Autor(en): | Gustav Meyrink |
| Originaltitel: | Der Golem |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1915 |
| Schlagwörter: | Prag, Ghetto, Doppelgänger, Kabbala |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 303 Seiten |
| ISBN: | 9783423137379 |
| Verweise | |
Der Golem ist der 1915 in Buchform erschienene Roman von Gustav Meyrink, zuvor 1913 und 1914 in den Weißen Blättern fortgesetzt. Im Prager Judenviertel vor der Sanierung sucht der Gemmenschneider Athanasius Pernath nach einem Ich, das ihm eine Hypnose genommen hat; der Golem geht um als Sage, als Doppelgänger, als Angst. Meyrink mischt Kriminalhandlung, Kabbala, theosophische Brocken und das Ghetto als Labyrinth, das Hugo Steiner-Prag gezeichnet hat. Der Band war ein Verkaufserfolg des Kurt-Wolff-Verlags und bleibt die berühmteste literarische Aufnahme der Prager Golemlegende, auch dort, wo Kenner der jüdischen Mystik den Kopf schütteln. Die angegebene dtv-Ausgabe zählt 303 Seiten.
Inhalt
Ein namenloser Erzähler in Prag vertauscht den Hut mit einem Unbekannten namens Pernath, liest vor dem Schlaf von Buddha und gleitet in dessen Leben, dreiunddreißig Jahre zuvor. Pernath restauriert Gemmen, hat die Jugend hinter einer Erinnerungssperre, die Freunde kennen den Aufenthalt im Irrenhaus und schweigen. Ein huttragender Besuch bringt den Folianten mit dem Kapitel »Ibbur«, Seelenschwängerung; der Gast verschwindet wie ein Geist. Der Marionettenspieler Zwakh erzählt die Sage: Alle dreiunddreißig Jahre geht der Golem, die Massenseele des Viertels. Pernath fürchtet, der Auftraggeber sei eben dieser gewesen, und leidet an Aussetzern des Bewusstseins.
Um ihn zieht sich ein Rachekreis. Der Student Innozenz Charousek ist der verleugnete Sohn des Trödlers Aaron Wassertrum; er hat Wassory, den ehelichen Sohn, der als Augenarzt Patienten betrog, in den Selbstmord getrieben und will nun den Vater nachziehen. Wassertrum erpresst den Arzt Savioli und die Gräfin Angelina, deren Liebschaft er beobachtet. Angelina flüchtet zu Pernath, der Briefe sichert, in ein Zimmer ohne Zugang gerät, dort die Tarockkarte Pagat mit seinem eigenen Gesicht findet und mit dem Spiegelbild ringt. Wassertrum spielt ihm die Uhr des ermordeten Direktors Zottmann zu; Pernath kommt ins Gefängnis. Der junge Täter Loisa bricht mit Pernaths Feile aus, ersticht Wassertrum. Charousek, dessen Plan durchkreuzt ist, tötet sich auf dem Grab und hinterlässt Pernath als Erben, weil Wassertrum einst Pernaths Familie betrogen hat.
Im Gefängnis spricht der »Lustmörder« Laponder im Schlaf mit Mirjam, der Tochter des Archivars Schemajah Hillel, der Pernath den Weg zur Erkenntnis weisen will: zwei Pfade, Leben und Tod, jeder müsse sich die Vokale des hebräischen Worts selbst setzen. Pernath liebt Mirjam, schwankt zwischen ihr, Angelina und der Prostituierten Rosina. Nach neun Monaten entlassen, findet er das Viertel abgerissen, die Freunde fort. Bei einem Brand stürzt er am Gitter des verschlossenen Zimmers; er glaubt, Hillel und Mirjam zu sehen. Die Rahmenhandlung schließt: Der Hutbesitzer erblickt hinter einem Tor Pernath und Mirjam als Paar, das dem Erzähler gleicht. Ob Traum, Seelenwanderung oder Wahnsinn, bleibt offen.
Einordnung
Meyrink hat keinen historischen Golemroman geschrieben, in dem Rabbi Löw eine Lehmfigur belebt, sondern einen Prager Schauer- und Erkenntnisroman, in dem der Golem dem begegnet, der ihm begegnet. Gershom Scholem tadelte die Mischung aus indischer Erlösung, Blavatsky und angeblicher Kabbala als Groteske und räumte zugleich eine unnachahmliche Atmosphäre ein. Kafka fand die Handlung zu krass; Max Brod und Jorge Luis Borges haben das Buch gehalten. Lovecraft rühmte die unheimliche Architektur des Ghettos. Der Streit ist der Text: Triviales Detektivgerüst, theosophische Rede, eine Stadt, die 1915 schon abgerissen war und deshalb als Traum weiterlebt.
Gegenüber dem Golem des Films und der Sage ist Meyrinks Figur kein Diener und kein Beschützer, sondern ein Ich, das dem anderen Ich im Zimmer ohne Zugang gegenübertritt. Das Judenviertel ist Schauplatz und Ware: Meyrink hat jüdische Motive benutzt, oft von außen, und daraus ein Fantasma gemacht, das Prag in die europäische Phantastik eingeschrieben hat. Wer eine belehrende Kabbala sucht, wird enttäuscht; wer das Ghetto als Labyrinth lesen will, bevor die Spitzhacke kam, findet Sätze und Steiner-Prags Steine. Die dtv-Ausgabe mit Nachwort hält den Roman in greifbarer Form; der Erstdruck bei Wolff hat ihn zum Bestseller der Kriegsjahre gemacht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
