Clemens Meyer (geb. 1977), in Halle geboren und in Leipzig aufgewachsen, hat dem Wenderoman die Nächte gegeben statt der Demonstrationsmitte. Als wir träumten erzählt 1985 bis 1995 aus der Erinnerung eines, der übrig ist; Freundschaft ist die einzige Institution, die hält, bis sie bricht.
Leben
Platte, Gelegenheitsarbeit, das Literaturinstitut in Leipzig, das Debüt 2006. Der Umweg ist dieses Leben: Wer die Nächte kennt, muss sie nicht recherchieren. Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse, später Im Stein, Die stillen Trabanten, der große Band Die Projektoren. Meyer lebt in Leipzig. Die Form – Sprünge, Wiederholungen, Sätze, die ins Leipziger Deutsch kippen – ahmt das Gedächtnis nach, nicht das Protokoll.
Wirkung
Meyer hat die Nachwende nicht als Lehrstück geschrieben, sondern als Klaudienst, Jugendwerkhof, Techno, Fußball, Autobahn. Gegenüber Christian Krachts Faserland, das den Westen als Markenreise erzählt, ist dieser Roman ostdeutsch, körperlich, ohne Ironie als Schutz. Sten Nadolny nannte es ein Monument einer Jugend; die Kritik rühmte die Stimme und fürchtete die Länge. Es ist kein milieuschonendes Jugendbuch.
Andreas Dresen hat 2015 Gesichter und den Club geliefert und die Sprünge der Prosa notwendig geglättet. In der Reihe der Leipziger Bücher nach 1989 steht der Debütband am Anfang von Meyers Werk. Wer die Wende nur als gelungene Einheit liest, hat diese Nächte nicht gekannt. Wer sie nur als Verfallsgeschichte liest, unterschlägt, dass hier geträumt wurde, bis die Freunde tot oder im Gefängnis waren. Fischer hat das Taschenbuch zum Dauerbestand gemacht.
Werke
- Als wir träumten (2006)
In Auswahl außerdem: Im Stein, Die stillen Trabanten, Die Projektoren.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.