Als wir träumten
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Als wir träumten |
| Autor(en): | Clemens Meyer |
| Originaltitel: | Als wir träumten |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2006 |
| Schlagwörter: | Leipzig, Wende, Freundschaft, Nacht |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 528 Seiten |
| ISBN: | 9783596173051 |
| Verweise | |
Als wir träumten ist der 2006 erschienene Debütroman von Clemens Meyer, ein Leipziger Buch der Jahre 1985 bis 1995, erzählt aus der Erinnerung des Daniel Lenz, der die Chronologie zerschneidet und wieder zusammenfügt. Meyer, in Halle geboren, in Leipzig lebend, Absolvent des Literaturinstituts, hat die Nachwende nicht als Lehrstück geschrieben, sondern als Nächte, in denen geklaut, geprügelt, gefahren und geträumt wird, dass irgendwo ein anderes Leben warte. Der Roman war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert; Andreas Dresen hat ihn 2015 verfilmt. Es ist kein milieuschonendes Jugendbuch.
Inhalt
Daniel wächst mit Rico Grundmann, Mark Bormann, Paul Jendroschek, Walter Richter und Stefan Pitbull Schulte im Osten Leipzigs auf, Pionierhalstuch, vormilitärische Übungen, die Stammkneipe Silberhöhe des Vaters Horst, der Chemie-Leipzig-Anhänger, Schläger, später Häftling ist. Die Mutter erkennt im Sohn den Vater. Rico sitzt mit zehn im Jugendwerkhof, kommt zurück und will Verrat rächen. Die Clique klaut in der Kaufhalle, trägt Kohlen für eine alte Frau und bestiehlt sie, nimmt an einer Montagsdemonstration teil und kassiert den Tadel. Estrellita, Daniels unerwiderte Liebe, hängt bei den Glatzen. Die Freunde eröffnen den Technoclub Eastside; Rechte aus Markkleeberg machen ihn kaputt. Meyer erzählt das nicht der Reihe nach: Ein Sternenhimmel auf dem Lagerhallendach steht neben der Wache, eine »grüne Nacht« neben dem Jugendwerkhof.
Die Gewalt ist Alltag, kein Höhepunkt. Rico hat den Boxring, Daniel wird mit vierzehn ständig nach Hause gebracht, Pitbull prügelt den Vater, nachdem der den Hund erschlagen hat, und trägt seither den Namen des Tiers. Vor und nach einem Spiel gegen den BFC Dynamo geraten Daniel und Rico unter die gegnerischen Fans, spülen die Schals die Toilette hinunter; draußen Schüsse, Tränengas, ein Toter – Meyer spielt auf den Tod Mike Polleys 1990 in Leutzsch an. Mark nimmt Pillen, Daniel will ihn herausziehen und scheitert. Pitbull verkauft weiter; Daniel sagt ihm, er solle sich verziehen. Walter, der Autos öffnen kann wie andere Türen, stirbt nach einem Diebstahl im Wrack. Der Traum, irgendwo warte das bessere Leben, überlebt die Freunde nicht.
Daniel sitzt Jugendarrest in Zeithain, kommt zurück, findet die alten Nächte und ihre Rechnung. Am Ende der Erinnerung sind die engsten Freunde tot oder im Gefängnis; wo Daniel selbst steht, lässt Meyer offen, nur dass er nicht frei davon ist. Die Form – Sprünge, Wiederholungen, Anreden, Sätze, die ins Leipziger Deutsch kippen – ahmt das Gedächtnis nach, nicht das Protokoll. Fußball, Techno, Autobahn, die Platte, der Vater in der Silberhöhe: Das sind keine Kulissen, das sind die Orte, an denen geträumt und zuschanden geträumt wird. Der Titel hält die Vergangenheit fest; das Träumen ist vorbei und bestimmt noch jeden Satz.
Einordnung
Meyer hat den Wenderoman von der Demonstrationsmitte auf den Hof und in die Nacht verschoben. Nicht der runde Tisch, sondern der Jugendwerkhof, nicht die Rede, sondern der Klaudienst. Gegenüber Christian Krachts Faserland, das den Westen als Markenreise erzählt, ist Als wir träumten ostdeutsch, körperlich, ohne Ironie als Schutz. Sten Nadolny nannte es ein Monument einer Jugend; die Literaturkritik rühmte die Stimme und fürchtete die Länge. Dresens Film hat Gesichter und den Club geliefert, die Sprünge der Prosa notwendig geglättet.
In der Reihe der Bücher über Leipzig nach 1989 steht der Debütband am Anfang von Meyers Werk, vor Im Stein und den späteren großen Maschinen. Er ist kein soziologischer Befund über »die Jugend«, sondern die Beichte eines, der übrig ist. Wer die Wende nur als gelungene Einheit liest, hat diese Nächte nicht gekannt; wer sie nur als Verfallsgeschichte liest, unterschlägt, dass hier Freundschaft die einzige Institution war, die gehalten hat, bis sie brach. Fischer hat das Taschenbuch zum Dauerbestand gemacht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
