Alkibiades II
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Alkibiades II |
| Autor(en): | Platon |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Meiner |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | |
| Seitenanzahl: | 168 Seiten |
| Originaltitel: | Ἀλκιβιάδης δεύτερος |
| Originalsprache: | griechisch |
| ISBN-10: | 3787311564 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783787311562 |
| Schlagwörter: | Gebet, Unwissenheit, Gutes, Wahnsinn |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
Alkibiades II (Zweiter oder Kleiner Alkibiades, lateinisch Alcibiades minor) ist ein antiker Dialog in altgriechischer Sprache, der unter dem Namen Platons überliefert ist und in der neueren Forschung als unecht gilt. Das fiktive Gespräch zwischen Sokrates und dem noch jungen Alkibiades gilt dem Gebet: Nur wer weiß, was für ihn gut ist, kann sinnvoll von den Göttern etwas erbitten. Diogenes Laertios zählte den Text zu den echten, maieutischen Dialogen und gab den Nebentitel »Über das Gebet«. Die Meiner-Ausgabe von Otto Apelt stellt ihn mit dem Alkibiades I zusammen.
Inhalt
Der unbekannte Verfasser schreibt gegen das unbedachte Bitten und gegen den Glauben, Opfer könnten die Götter bestechen. Alkibiades ist auf dem Weg zum Tempel, Kranz und Gaben in den Händen; Sokrates hält ihn auf. Erfüllung eines Wunsches kann Unheil sein: Oidipus verfluchte im Zorn seine Söhne und bat, sie möchten das Erbe mit dem Schwert teilen; die Bitte ging in Erfüllung, die Brüder fielen einander. Alkibiades wendet ein, Oidipus sei wahnsinnig gewesen. Daraus entspinnt sich die Bestimmung von Vernunft, Unvernunft und Wahnsinn: Wahnsinn ist Unvernunft im höchsten Maß; unvernünftig ist, wer nicht weiß, was zu tun und zu reden ist, und darum um Schädliches bittet. Macht, Kinder, Reichtum – erlangt, werden sie zur Falle; mancher verwünscht später, was er leidenschaftlich wollte.
Wissen über einzelne Sachverhalte nützt meist nichts, wenn es nicht mit der Kenntnis des Besten verbunden ist. Plant jemand aus Unvernunft einen Mord und ein Irrtum über die Lage hindert ihn, so ist dieser Irrtum der richtigen Einschätzung vorzuziehen. Alle anderen Kenntnisse bleiben ohne das Wissen um das Beste wertlos, weil nur dieses zwischen Wünschenswertem und Schädlichem unterscheidet. Die Folgerung lautet: Der Unwissende soll die Götter nicht um Bestimmtes bitten, sondern allgemein um das Gute, und sich nicht anmaßen, im Einzelfall zu wissen, was das ist. Alkibiades sieht das ein, verschiebt Gebet und Opfer und setzt Sokrates den Kranz auf, den er in den Tempel hatte bringen wollen. Sokrates nimmt die Gabe an.
Unsicher ist die Autorschaft, und mit ihr der Rang. Sprache, literarische Mängel und die Abhängigkeit vom Alkibiades I sprechen gegen Platon; der Verfasser gehörte vermutlich der Akademie an. Die Datierung schwankt zwischen Platons Lebzeiten und der Mitte des dritten Jahrhunderts. Ernst Bickel und andere dachten an die Jüngere Akademie des Arkesilaos; dagegen steht, dass der Dialog gesichertes Wissen für erreichbar hält, nicht skeptisch verwirft. Hubertus Neuhausen vermutet stoische, kynische und peripatetische Gegenpositionen, besonders des Antisthenes. Der lehrhafte Gang wirkt schulmäßig. Eine Lesart, die nur die Unechtheit feststellt, verfehlt die philosophische Pointe: Gebet ohne Wissen um das Gute ist gefährlicher als Schweigen.
Einordnung
In der Tetralogienordnung gehört der Dialog zur vierten Tetralogie. Athenaios berichtet, manche hätten Xenophon für den Verfasser gehalten. Marsilio Ficino hielt ihn für echt und übersetzte ihn; Schleiermachers deutsche Übertragung erschien 1805. Al-Farabi fasste den Ertrag knapp zusammen. Die moderne Forschung hat lange vor allem die Unechtheit und die Schwächen betont; im einundzwanzigsten Jahrhundert ist das Interesse an den Platon zugeschriebenen unechten Schriften gestiegen, und Neuhausen hat 2010 eine gründliche Untersuchung vorgelegt. Nachbarschaft hat der Text zum Alkibiades I, der Selbsterkenntnis und Seele sucht, und zu Der Staat, der das Gute politisch auslegt; hier bleibt die Probe am Gebet.
Das Missverständnis liegt darin, den Zweiten Alkibiades für eine blasse Kopie des Ersten zu halten oder die Gebetslehre als Frömmigkeitsübung zu lesen. Sie ist eine Warnung vor dem Wunsch, der nicht weiß, was er anrichtet. Geblieben ist die Folgerung, dass man die Götter um das Gute bitten soll, nicht um das, was man gerade will – und die Einsicht, dass Unwissenheit über das Beste jedes andere Wissen entwertet.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
