Kunst als Sprache
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Kunst als Sprache |
| Autor(en): | Jurij M. Lotman |
| Herausgeber: | Klaus Städtke |
| Originalsprache: | russisch |
| Erstveröffentlichung: | 1981 |
| Schlagwörter: | Zeichensystem, Semiotik, Tartu, Literatur |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Literaturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | Reclams Universal-Bibliothek |
| Umfang dieser Ausgabe: | 500 Seiten |
| ISBN: | |
| Verweise | |
Kunst als Sprache. Untersuchungen zum Zeichencharakter von Literatur und Kunst ist die 1981 in Leipzig bei Reclam erschienene deutsche Auswahl aus den Arbeiten Jurij M. Lotmans, herausgegeben von Klaus Städtke, mit einem Essay von Ewald Lang. Die Schule von Tartu lebte in den Heften Trudy po znakovym sistemam; dieser Band macht aus verstreuten Untersuchungen ein Buch für den deutschsprachigen Leser. Eine ISBN der DDR-Ausgabe fehlt; Amazon führt deshalb kein fremdes Cover. Semiosphäre, Grenze, Typologie der Kulturen: Motive, die hier versammelt liegen, bevor sie in späteren Monographien Namen bekamen.
Inhalt
Lotman behandelt die Kunst als sekundäres modellbildendes System: Sie ist Sprache, aber nicht die Alltagssprache, und sie modelliert die Welt, indem sie eigene Regeln der Bedeutung setzt. Grenze, Innen und Außen, das Sujet als Ereignis, das eine Grenze überschreitet – die Kulturwissenschaft hat diese Figuren übernommen, oft ohne die Hefte, in denen sie zuerst standen. Der Band führt von allgemeinen semiotischen Thesen zu Pushkin, zum Theater des frühen 19. Jahrhunderts, zu Pasternak. Tartu schreibt sich als Wir; die deutsche Auswahl macht daraus Kapitel. Genau so kam die Schule in die Proseminare: als Buch, nicht als Abonnement.
Gegen die Pariser Härte von A. J. Greimas’ Strukturelle Semantik setzt Lotman die Kultur als Raum, nicht nur das Raster der Relationen. Greimas zerlegt Bedeutung in Aktanten und Quadrate; Lotman fragt, wie Kulturen Texte umgeben und ausschließen. Die Lücken der Übersetzung sind Teil der Rezeption: Was in Tartu als Fortsetzung eines Hefts erschien, liegt hier als geschlossene Untersuchung vor. Städtkes Nachwort und Langs Exkurs über den Denkstil markieren, dass der Band Vermittlung ist, nicht das Organ selbst.
Die westdeutsche Lotman-Rezeption lief lange über Suhrkamp und Die Struktur literarischer Texte; die Leipziger Auswahl blieb die DDR-Adresse derselben Semiotik. Die Kritik nannte die Zusammenstellung eklektisch und die Begriffe zu weit. Geblieben ist der Satz, dass Kunst eine Sprache ist, die die Welt modelliert, und dass Tartu in Heften Tartu war. Wer nur die dicken Bücher kennt, hat diese Auswahl übersprungen, in der die Schule sich als Kapitel lesen ließ.
Einordnung
Der Sammelband ist das Organ Tartus auf Deutsch, soweit die Hefte selbst nicht abonniert wurden. Lotman bleibt der Verfasser; die Monographie steht daneben, die Zeitschrift dahinter. Neben Greimas’ Pariser Semantik und dem russischen Formalismus, den Tartu beerbt, ohne ihn zu wiederholen, ist dies der Text, der Kultur als Zeichensystem in die germanistischen Seminare der achtziger Jahre holte. Wer seither Semiosphäre sagt, spricht oft hinter diesem Band – auch wo er ein späteres Buch meint.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.