Das unternehmerische Selbst
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Das unternehmerische Selbst |
| Autor(en): | Ulrich Bröckling
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2007 |
| Schlagwörter: | Gouvernementalität, Selbstführung, Arbeit, Subjekt |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Soziologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp |
| Serie: | stw |
| Umfang dieser Ausgabe: | 327 Seiten |
| ISBN: | 9783518294321 |
| Verweise | |
Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivierungsform ist das 2007 bei Suhrkamp erschienene Buch von Ulrich Bröckling. Es übersetzt Michel Foucaults Rede vom Regieren in die Gegenwart der Selbstführung: der Mensch, der sich als Firma zu führen hat.
Inhalt
Unternehmerisches Selbst heißt hier nicht, dass alle eine GmbH gründen. Es heißt, dass Programme der Gegenwart – Ratgeber, Assessment, Coaching, Leitbilder der Eigenverantwortung – den Einzelnen anhalten, an sich zu arbeiten, als wäre er sein eigenes Kapital. Führung braucht dann keinen Befehl. Sie braucht jemanden, der sich selbst zum Projekt macht. Wer scheitert, hat nicht genug an sich gearbeitet. Bröckling liest diese Programme als Texte der Macht, nicht als Lebenshilfe. Die Freiheit, die sie versprechen, ist die Pflicht, sich zu optimieren.
Das Buch steht in der Linie der Gouvernementalität: Foucaults Vorlesungen über die Führung der Führungen, die deutsche Forschung mit Krasmann und Lemke, die Frage, wie Macht aussieht, wenn sie nicht verbietet, sondern anreizt. Bröckling vermeidet den großen Zeitgeist. Er bleibt bei Formularen, Seminaren, der Sprache, in der Menschen lernen, sich als Chance und Risiko zu beschreiben. Das unternehmerische Selbst ist eine Zumutung, die als Authentizität verkauft wird. Man soll einzigartig sein und zugleich messbar, kreativ und zugleich verwertbar.
Die Gegenposition liegt in einer Soziologie, die nur Institutionen kennt – Betrieb, Amt, Gewerkschaft – und das Selbst für Privatsache hält; und in einer Kulturkritik, die denselben Befund als Verfall erzählt, ohne die Programme zu lesen. Bröckling hält die Mitte: Macht ist hier produktiv, sie erzeugt Subjekte, sie unterdrückt sie nicht nur. Der Ton ist nüchtern, manchmal trocken, genau dort, wo die Ratgeber begeistert sind. Genau diese Nüchternheit hat dem Band in Seminaren genutzt.
Einordnung
2007 traf das Buch die deutschen Kultur- und Sozialwissenschaften, die Foucaults Vorlesungen zur Gouvernementalität gerade erst als Taschenbuch hatten. Es wurde zur Brücke: von der Anstalt des 19. Jahrhunderts zur Selbstführung des 21. Neben Boltanskis neuem Geist und Sennetts flexiblem Menschen ist es die deutsche, programmanalytische Stimme derselben Lage. Die Kritik an der Weite des Subjektbegriffs hat Spezialstudien nicht verhindert. Im Essay zur Gouvernementalität steht es als die Gegenwart, ohne die Foucaults Vorlesung eine historische Übung bliebe.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
