Der flexible Mensch

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Richard Sennett · 1998 · Sachbuch, Soziologie


Das Werk
Deutscher Titel: Der flexible Mensch
Autor(en): Richard Sennett
Originaltitel: The Corrosion of Character
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1998
Schlagwörter: Arbeit, Charakter, Flexibilität, Bindung
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Berlin-Verlag
Erscheinungsort: The Corrosion of Character
Umfang dieser Ausgabe: 223 Seiten
ISBN: 9783827000316
Verweise


Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus ist das 1998 erschienene Buch von Richard Sennett. Die deutsche Ausgabe im Berlin-Verlag macht 223 Seiten. Es erzählt, was aus dem Charakter wird, wenn Arbeit keine Dauer mehr hat: keine Erzählung des Lebens, die von der ersten Stelle zur letzten trägt.

Inhalt

Sennett folgt Personen, keine Kurven. Rico, der Berater, kann seinem Sohn nicht mehr sagen, worin ein Leben besteht, weil jede neue Stelle die vorige entwertet. Der flexible Kapitalismus verlangt Beweglichkeit, Team, kurze Verträge, die Bereitschaft, sich neu zu erfinden. Was als Freiheit ausgegeben wird, zersetzt die Bindungen, aus denen Charakter entsteht: Verpflichtung auf andere, Handwerk, das besser wird, weil man bleibt, eine Geschichte, die man erzählen kann, ohne sich zu schämen. Charakter ist hier keine Moralnote, sondern die Fähigkeit, Dauer in sich zu halten.

Das Buch stellt die neue Arbeit gegen die alte Industrie, ohne diese zu verklären. Die Fabrik bindet und unterdrückt; die Beratung löst und vereinzelt. Sennett kennt beide Kosten. Der flexible Mensch soll teamfähig sein und darf doch keine langfristige Loyalität aufbauen, weil das Unternehmen selbst keine anbietet. Vertrauen wird zur Ware auf Zeit. Die Stadt kommt als Schauplatz dazu: Wer ständig umzieht, hat keine Nachbarschaft, in der Charakter sichtbar wäre. Der Ton ist erzählend, amerikanisch, genauer in den Gesichtern als in den Institutionen.

Gegen die Feier der Beweglichkeit, die in den neunziger Jahren die Leitartikel füllte, setzt Sennett die Erosion. Die Gegenposition liegt in der Managementlehre, für die Flexibilität Anpassung und Chance ist; und in einer Klassentheorie, der Sennetts Personen zu wenig Struktur haben. Beides lässt sich anschließen. Das Buch will nicht die Statistik ersetzen. Es will zeigen, wie Unsicherheit sich anfühlt, wenn sie als Tugend verkauft wird, und warum Menschen trotzdem mitmachen: weil die Alternative als Starrheit gilt.

Einordnung

Die deutsche Ausgabe kam rechtzeitig, um in den Seminaren nach 2000 neben Boltanski zu liegen: hier die Erzählung, dort die Rechtfertigung. Ulrich Bröcklings unternehmerisches Selbst führt denselben Zwang als Programm; Sennett führt ihn als Biographie. Hartmut Rosa hat später die Zeitstruktur geliefert, die Sennett erzählt. Die Kritik am Literarischen hat dem Band in der Soziologie geschadet und in der Kulturwissenschaft genutzt. Im Essay zum neuen Geist steht er als die Stimme, die das Projekt in einem Leben zeigt, nicht in einem Handbuch.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.