Musik-Lexikon

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Hugo Riemann · 1882 · Sachbuch, Kulturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Musik-Lexikon
Autor(en): Hugo Riemann
Originaltitel: Musik-Lexikon
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1882
Schlagwörter: Harmonik, Lexikon, Funktion, Tonart
Sachgebiete: Sachbuch, Kulturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Max Hesses Verlag


Umfang dieser Ausgabe: 1036 Seiten
ISBN:
Verweise


Das Musik-Lexikon Hugo Riemanns erschien zuerst 1882 und wurde im 20. Jahrhundert das Nachschlagewerk, an dem sich das deutschsprachige Fach maß: Artikel zu Personen, Werken, Begriffen, getragen von einer Harmonielehre, die Töne als Funktionen einer Tonart liest. Die Auflagen nach 1900, erst von Riemann selbst, dann von Nachfolgern, haben aus einem Manneswerk ein Institut gemacht. Das Buch steht hier als der Riemann des Jahrhunderts, nicht als der Erstdruck des 19.

Inhalt

Riemann ordnet das Wissen der Musik nicht als Sammlung von Anekdoten, sondern als System, das in jedem Artikel durchscheint. Dur und Moll, Tonika, Dominante, Subdominante: Die Funktionstheorie macht aus Klängen Rollen, die sich auf die Tonart beziehen, nicht aus Stufen, die man nur zählt. Wer einen Artikel über eine Sonate liest, liest zugleich eine Lehre, was Harmonie sei. Das Lexikon ist darum mehr als ein Wörterbuch; es ist die popularisierte Summe der systematischen Musikwissenschaft, die Riemann gegen die bloße Historie setzte.

Die späteren Auflagen – 1916 noch von Riemann, 1929 von Alfred Einstein, nach 1939 unter den Bedingungen des Nationalsozialismus umgeschrieben, nach 1945 wieder geöffnet – zeigen, wie ein Nachschlagewerk Politik wird. Namen verschwinden und kehren zurück; Begriffe halten sich länger als die Herausgeber. Wer nur die erste Auflage sucht, hat das 20. Jahrhundert nicht getroffen. Wer nur die letzte sucht, unterschlägt, dass die Funktionstheorie die Konstante blieb, an der sich Schenker und die Moderne rieben.

Gegen Adlers Stilgeschichte setzt Riemann das System, das vor der Zeit zu gelten beansprucht. Gegen Schenkers Ursatz setzt er die Funktionen, die horizontal denken, wo Schenker den Satz in die Tiefe klappt. Das Lexikon hat beides überlebt, weil es gebraucht wurde: Lehrer, Dirigenten, das gebildete Haus. Die wissenschaftliche Musikwissenschaft hat Riemanns Harmonik später für zu tonal, zu deutsch, zu geschlossen gehalten – und sie in jedem Anfängerkurs weiterverwendet. Das ist die eigentliche Wirkung: ein System, das man widerlegt und trotzdem unterrichtet.

Einordnung

Riemann hat dem Fach das Alltagsorganon gegeben, während Adler die Methode und Schenker die Analyse lieferten. Ohne das Lexikon wäre die deutschsprachige Musikwissenschaft des 20. Jahrhunderts eine Seminarsprache ohne Hausbuch geblieben. Carl Dahlhaus hat die Funktionstheorie historisiert; der Jazz und die Populärmusik haben sie unterlaufen; die Satzlehre der Schulen trägt sie weiter. Wer Harmonik sagt und Rollen meint, spricht Riemann, auch wo er Schenker schreibt. Das Nachschlagewerk ist die unsichtbare Institution des Faches – und genau darin einflussreicher als manche Monographie, die man zitiert und nicht aufschlägt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.