Der Mut zum Sein

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Paul Tillich · 1952 · Sachbuch, Theologie
Das Werk
Deutscher Titel: Der Mut zum Sein
Autor(en): Paul Tillich
Originaltitel: The Courage to Be
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1952
Schlagwörter: Angst, Sein, Glaube, Zweifel
Sachgebiete: Sachbuch, Theologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: De Gruyter


Umfang dieser Ausgabe: 144 Seiten
ISBN: 9783110374322
Verweise
Umschlag

Der Mut zum Sein (englisch The Courage to Be) ist die 1952 aus den Terry Lectures in Yale hervorgegangene Schrift von Paul Tillich, deutsch bald darauf. Sie ist schmal und hat der öffentlichen Theologie der Nachkriegszeit das Wort Angst gegeben, ohne es der Psychologie zu überlassen.

Inhalt

Tillich liest die Moderne als Geschichte von Ängsten, die einander ablösen: Todesangst, Schuldangst, die Angst der Sinnleere. Mut ist nicht Tapferkeit gegen Gefahr, sondern die Bejahung des Seins gegen die Nichtigkeit, die im Zweifel schon da ist. Der Glaube ist dieser Mut, nicht ein Fürwahrhalten von Sätzen. Wer zweifelt, ist dem Glauben nicht fern; der Zweifel gehört in ihn, weil er das Nichtsein ernst nimmt. Ontologie und Seelsorge fallen hier zusammen: Sein ist nicht Vorhandensein, Gott ist nicht ein Seiendes neben anderem. Die Tiefe, die Tillich Gott nennt, trägt, wo das Ich sich nicht selbst tragen kann. Das Buch spricht zu einem Publikum, das Kirche nicht mehr selbstverständlich findet und Angst sehr wohl.

Die Vorlesung gliedert den Mut: als Selbstbejahung, als Teilhabe, als transzendenter Mut, der beide umfasst. Stoa, Mystik, Reformation, Existentialismus werden als Weisen gelesen, das Nichtsein auszuhalten oder zu verdrängen. Gegen die neurotische Angst, die das Leben verengt, setzt Tillich die existenziale Angst, die zur Lage gehört. Gegen den Optimismus der Anpassung setzt er die Annahme, die nichts beschönigt. Amerika gab dem deutschen Theologen eine Klarheit, die das System oft nicht hatte: wenige Begriffe, geführt bis an den Rand, wo sie Trost werden, ohne fromm zu klingen. Die Systematische Theologie steht im Hintergrund; hier steht die öffentliche Formel.

Das Buch tröstet und verflüssigt. Wer Mut zum Sein als Therapie nimmt, hat die Ontologie gestrichen. Wer nur Ontologie nimmt, hat die Vorlesung nicht gehört. Kritik hat Tillichs Gott für zu unbestimmt, den Mut für zu allgemein, die Moderne für zu amerikanisch diagnostiziert gehalten. Barth wollte Gott nicht als Tiefe des Seins; Bultmann wollte den Hörer treffen, ohne Ontologie zu treiben. Tillich steht dazwischen und daneben. Die Wirkung lag in Akademien, Krankenhäusern, Feuilletons: eine Generation lernte, Zweifel nicht als Unglauben zu verbuchen. Die Grenze ist dieselbe Reichweite.

Einordnung

Nach 1952 konnte man Theologie reden, ohne Kirchensprache zu können. In Die einflussreichsten Werke der Theologie: 20. Jahrhundert steht das Buch nach Bultmann und vor Moltmann: der Glaube als Mut, nicht als Weltbild und nicht als Gehorsam allein. Wer Tillich nur als Trostautor kennt, hat den Begriff nicht gelesen. Wer nur den Begriff kennt, unterschlägt, vor wem er gesprochen wurde.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.