Neues Testament und Mythologie

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Rudolf Bultmann · 1941 · Sachbuch, Theologie
Das Werk
Deutscher Titel: Neues Testament und Mythologie
Autor(en): Rudolf Bultmann


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1941
Schlagwörter: Entmythologisierung, Kerygma, Mythos, Existenz
Sachgebiete: Sachbuch, Theologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Kaiser
Serie: Beiträge zur evangelischen Theologie
Umfang dieser Ausgabe: 64 Seiten
ISBN: 9783459015825
Verweise
Umschlag

Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung ist die 1941 gehaltene und gedruckte Programmschrift von Rudolf Bultmann. Sie ist knapp und hat die evangelische Theologie des Jahrhunderts länger beschäftigt als mancher Foliant.

Inhalt

Bultmann behauptet, das Neue Testament spreche in einem mythischen Weltbild: Himmel oben, Hölle unten, Dämonen, Wunder, die Apokalypse als Zeitplan. Dieses Bild sei dem modernen Menschen unvollziehbar, nicht weil er schlechter glaube, sondern weil er Elektrizität und Medizin nicht ablegen kann, um Apostel zu spielen. Entmythologisierung heißt nicht Streichen. Sie heißt Übersetzen: Was das Kerygma sagt, muss so gesagt werden, dass es den Hörer in seiner Existenz trifft, nicht in seiner Kosmologie. Kreuz und Auferstehung sind keine Beweise in der Natur, sie sind das Ereignis, das den Menschen von sich selbst befreit. Wer den Mythos wörtlich nimmt, macht den Glauben zur Weltanschauung. Wer ihn nur abtut, hat die Verkündigung nicht gehört.

Die existenziale Interpretation leiht sich bei Heidegger das Vokabular, ohne Theologie in Philosophie aufzulösen. Eigentlichkeit, Verfallenheit, Entscheidung: das sind nicht Tugenden, sondern die Lage, in die das Wort trifft. Bultmann bleibt Historiker. Die Formen, die Quellen, die Gemeinde, die Jesus überliefert – die Kritik bleibt hart. Gerade deshalb darf der Glaube nicht an einem restaurierten Weltbild hängen. 1941 ist das Datum Teil des Arguments: mitten im Krieg, gegen die religiöse Aufladung von Blut und Boden, besteht er darauf, dass Christentum nicht Weltbild ist. Die Schrift ist ein Vortrag, keine Summe; die Theologie des Neuen Testaments trägt später nach, was hier Programm ist.

Der Streit war sofort da. Die einen hörten Atheismus im Pfarrhaus: ohne Jungfrauengeburt, ohne leeres Grab bleibe nichts. Die anderen hörten die einzige Weise, noch predigen zu können, ohne intellektuell unehrlich zu sein. Barth hatte Gott gegen die Religion gesetzt und den Mythos weniger gefürchtet; Bultmann fürchtet den Mythos, weil er den Glauben an die Physik bindet. Die Grenze der Schrift ist ihre Kürze und ihre Sicherheit, was „modern“ nicht mehr glauben könne. Spätere Theologie hat das Weltbild weniger einheitlich, das Wunder weniger peinlich, den Mythos weniger als Hülle gesehen. Die Stärke bleibt die Zumutung an die Predigt, den Hörer nicht hinter das neunzehnte Jahrhundert zu schicken.

Einordnung

Die Entmythologisierung hat der evangelischen Theologie nach 1945 das Seminar gegeben, an dem sie sich abarbeitete. In Die einflussreichsten Werke der Theologie: 20. Jahrhundert steht der Text nach Bonhoeffers Nachfolge und vor Tillichs Mut: der Glaube, der das Weltbild nicht braucht. Wer Bultmann nur als Abbau kennt, hat das Kerygma nicht gehört. Wer nur das Kerygma predigt und die Kritik scheut, hat 1941 nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.