Rechtsphilosophie

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Gustav Radbruch · 1932 · Sachbuch, Recht
Das Werk
Deutscher Titel: Rechtsphilosophie
Autor(en): Gustav Radbruch


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1932
Schlagwörter: Positivismus, Gerechtigkeit, Rechtsicherheit, Formel
Sachgebiete: Sachbuch, Recht
Greifbare Ausgabe
Verlag: Quelle & Meyer


Umfang dieser Ausgabe: 209 Seiten
ISBN: 9783811469118
Verweise
Umschlag

Rechtsphilosophie ist das Lehrbuch von Gustav Radbruch, das in der dritten Auflage von 1932 bei Quelle & Meyer die Gestalt erhielt, an der die deutsche Zunft das Fach lernte. Nach 1945 hat derselbe Verfasser die Grenze nachgetragen, an der gesetztes Unrecht aufhört, Recht zu sein.

Inhalt

Vor der Katastrophe ist das Buch relativistisch in einem strengen Sinn: das gesetzte Recht gilt, auch wo es ungerecht scheint, weil Rechtsicherheit selbst ein Wert ist. Gerechtigkeit, Zweckmäßigkeit und Sicherheit stehen in einem Verhältnis, das der Richter nicht durch Privatmoral sprengen darf. Radbruch kennt die Ungerechtigkeit des Gesetzes und hält sie aus, solange Ordnung überhaupt noch Recht genannt werden kann. Der Positivismus ist hier keine Kälte, er ist die Weigerung, jeden Urteilsspruch zum Gewissensakt zu machen.

Nach 1945 ändert sich die Grenze, nicht die ganze Lehre. Ein Gesetz kann so unerträglich ungerecht sein, dass ihm der Rechtscharakter abzusprechen ist; wo Gleichheit bewusst verleugnet wird, ist das Gesetz nicht falsch, sondern Unrecht. Die Fünf Minuten Rechtsphilosophie von 1945 sind der kurze Schluss dieser Wende. Die Formel hat Entnazifizierung, spätere Strafverfahren und die Rede vom Unrechtsstaat gespeist, oft überdehnt: aus einer Schwelle wurde ein Freibrief, jedes missliebige Gesetz für nichtig zu erklären.

Wer nur die fünf Minuten kennt, hat die frühere Strenge übersprungen, ohne die die Wende nicht zu verstehen ist. Radbruch bleibt der Jurist, der den Positivismus gelehrt und danach seine Grenze bezeichnet hat, nicht der Prophet, der 1932 schon alles wusste. Gegen Kelsens Reinheit holt er die Gerechtigkeit zurück, ohne die Geltung zur Predigt zu machen. Die späteren Studienausgaben haben beide Schichten in einem Band gehalten; das ist sachlich richtig und didaktisch gefährlich, weil die Zäsur darüber klein wird.

Einordnung

Die deutsche Justiz hängt seither an diesem Namen, auch wo sie Radbruch nicht gelesen hat. In Staatslehre: 20. Jahrhundert steht das Lehrbuch als die Gewissenswende des Positivismus. Kelsens Reine Rechtslehre bleibt der schärfere Trennungsschnitt; Radbruch bleibt der Text, an dem die Republik nach 1945 sagbar machte, dass Gesetz und Recht auseinandertreten können.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.