Reine Rechtslehre

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Das Werk
Deutscher Titel: Reine Rechtslehre
Autor(en): Hans Kelsen
Originaltitel: Reine Rechtslehre. Einleitung in die rechtswissenschaftliche Problematik
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1934
Schlagwörter: Positivismus, Grundnorm, Stufenbau, Wiener Schule
Sachgebiete: Sachbuch, Recht
Greifbare Ausgabe
Verlag: Mohr Siebeck


Umfang dieser Ausgabe: 247 Seiten
ISBN: 9783161497032
Rezensionen
Umschlag

Reine Rechtslehre. Einleitung in die rechtswissenschaftliche Problematik ist die 1934 bei Deuticke in Leipzig und Wien erschienene Schrift von Hans Kelsen. Die zweite Auflage von 1960 erweiterte den Text; die Studienausgabe bei Mohr Siebeck macht die erste Fassung wieder lesbar.

Inhalt

Kelsen scheidet das Recht von der Moral und die Norm vom Faktum. Geltung kommt aus Geltung, nicht aus Gerechtigkeit und nicht aus Macht allein; die Grundnorm ist die Voraussetzung, unter der Sätze als Recht verstanden werden, kein Mythos hinter den Sätzen. Der Staat ist das Rechtssystem selbst, nicht ein Wesen, das das Recht trägt. Der Stufenbau – Verfassung, Gesetz, Verordnung, Urteil – ersetzt die Souveränitätsmetaphysik durch Ableitung.

Gegen Schmitt steht die Norm, die auch den Souverän bindet; gegen den Naturrechtler die Trennung, die den Richter nicht zum Propheten macht. Kelsen schreibt ideologiekritisch: wer Moral ins Recht mischt, heiligt Herrschaft. Die Bundesrepublik hat den Positivismus nach 1945 oft für die Katastrophe gehalten; Kelsen hatte den Unrechtsstaat nicht geheiligt, er hatte ihn juristisch nackt gelassen – ein Gesetz, das Unrecht befiehlt, bleibt Gesetz, bis eine andere Grundnorm gilt.

Die Sprache ist schulmäßig und unerbittlich. Die Wiener Schule wird hier zum System. Wer nur die Grundnorm als Spottbild kennt, hat die Kapitel über Geltung und über Demokratie übersprungen, in denen Kelsen den Parlamentarismus verteidigt. Die Reinheit ist keine Kälte gegen die Freiheit, sie ist die Weigerung, Freiheit juristisch zu erschleichen.

Einordnung

Das Buch ist österreichisch und doch der schärfste Gegner der deutschen Staatsmetaphysik. In Staatslehre: 20. Jahrhundert steht es als zweiter Pol Weimars neben Schmitt und Heller. Radbruch hat nach 1945 die Gerechtigkeit zurückgeholt; die Formel setzt voraus, dass man Kelsen gekannt hat.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.