Autor:Rüdiger Lautmann

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Rüdiger Lautmann (geb. 1935), in Koblenz geboren, hat die deutsche Soziologie die Diskriminierung Homosexueller untersuchen lehren – und 1994 mit Die Lust am Kind eine Dunkelfeldstudie vorgelegt, die Täter sprechen lässt, ohne die Herrschaft über das Kind zu analysieren. Herkunft und Schaden dieses Bandes stehen im Vorspann: Er gilt Kritikern als Verharmlosung sexuellen Kindesmissbrauchs, nicht als Anleitung und nicht als Entlastung.

Leben

Jura und Soziologie, Dissertationen in Würzburg und München, Assistent bei Helmut Schelsky und Niklas Luhmann, von 1971 bis 2010 Professur in Bremen. Der Umweg ist die Rechtssoziologie: Wer Richter beobachtete (Justiz – die stille Gewalt) und Homosexualität entpathologisieren half, konzipierte in den achtziger Jahren Befragungen von sechzig Männern, die sich als pädophil bezeichneten. Das Buch von 1994, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert, ist vergriffen; Lautmann hat auf eine Neuauflage verzichtet. Er lebt in Berlin.

Wirkung

Lautmann hat als erster deutscher Hochschulprofessor die Diskriminierung Homosexueller zum Gegenstand gemacht und die stille Gewalt richterlicher Entscheidung empirisch gezeigt. Der Zwang zur Tugend untersuchte die gesellschaftliche Kontrolle der Sexualitäten. Das gehört zur Entpathologisierung um 1970, neben Martin Dannecker und Volkmar Sigusch.

Die Lust am Kind steht daneben als gescheiterte Täterforschung. Lautmann enthält sich der Bewertung und gibt Strategien wieder, mit denen die Befragten Einvernehmen mit dem Kind behaupten; die Sexualwissenschaft hat festgehalten, dass Machtmissbrauch und generationale Herrschaft dabei nicht eigens analysiert werden. 1998 forderte eine Unterschriftenkampagne Widerruf oder Amtsverzicht. Wer den Soziologen der Homosexualität rettet, indem er den Band von 1994 streicht, beschönigt. Wer nur den Skandal sieht, unterschlägt die frühere Rechtssoziologie. Die Geschichte jener Debatte kommt an diesem Buch nicht vorbei und darf es nicht nachahmen.

Werke

In Auswahl außerdem: Justiz – die stille Gewalt, Der Zwang zur Tugend.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.