Autor:Peter Bieri
Peter Bieri (1944–2023), in Bern geboren, hat unter dem Namen Pascal Mercier den Bildungsroman mit der Frage verbunden, was aus dem ungelebten Rest eines Lebens wird. Nachtzug nach Lissabon schickt einen Altphilologen aus dem Unterricht nach Portugal, einem toten Arzt nach, dessen Sätze schärfer sind als die eigene Biographie.
Leben
Philosophie in Bern, dann Berkeley, Heidelberg, Bielefeld, zuletzt die Freie Universität Berlin, Arbeiten über Zeit und Willensfreiheit. Der Umweg war das Pseudonym: Bieri hat die akademische Stimme nicht abgelegt, sondern in den Roman geschickt, wo sie als Goldschmied der Worte auftritt. 2004 erschien der Durchbruch bei Hanser; weitere Romane folgten, ohne die Schule ganz zu verlassen. Er starb in Berlin.
Wirkung
Bieri hat dem Roman den Gedanken des Philosophen gegeben: lange Zitate, Brillen, Schach, die Angst, unvollständig gewesen zu sein. Gregorius kündigt nicht ins Abenteuer, sondern in eine Lektüre, die das eigene Leben neben ein fremdes hält. Gegen den Reise- und Sinnungsroman der Jahre nach 2000 bleibt hier die alte Frage, ob man ein Leben nachträglich anders hätte führen können. Der Salazar-Staat ist nicht Kulisse, sondern der Grund, auf dem Freundschaft und Verrat denselben Mann zerlegen.
Die Übersetzung in Dutzende Sprachen und Bille Augusts Film mit Jeremy Irons haben das Buch zum Zug nach innen gemacht, oft ohne die Prosa, in der das Denken die Handlung ist. Die Kritik nannte es einen Bewusstseinskrimi und tadelte die Breite. Wer nur Lissabon erwartet, verfehlt den Lehrer, der in Bern stehenbleibt. Wer Bieri nur als Verfasser eines Verkaufserfolgs liest, hat Das Handwerk der Freiheit nicht als den anderen Pol gesehen: denselben Mann, ohne Zug.
Werke
- Nachtzug nach Lissabon (2004)
In Auswahl außerdem: Perlmanns Schweigen, Lea, Das Handwerk der Freiheit.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.