Autor:Heimito von Doderer

1896 1966
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Heimito von Doderer (1896–1966), in Wien geboren, hat der Stadt die Stiege geschrieben, auf der die Jahre Tiefe gewinnen, ohne dass die Handlung sich beeilen müsste. Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre hält Wien 1910 und 1925 in einem Viertel fest; Melzer, der Offizier außer Dienst, wird zum Maß, an dem sich die anderen messen.

Leben

Beamtenfamilie, Kavallerie, russische Kriegsgefangenschaft: Der Umweg war Sibirien und danach der Eintritt in die NSDAP 1933, den er später als Irrtum einer Suche nach Ordnung verbuchte, ohne dass die Bücher ihn einfach reinwaschen. Übertritt zum Katholizismus, Jahre am Schreibtisch, 1951 die Strudlhofstiege, die ihn mit einem Schlag bekannt machte, dann Die Dämonen. Er starb in Wien, als Chronist einer Stadt, die er genauer kannte als ihre Politik.

Wirkung

Doderer hat den Gesellschaftsroman von der Intrige auf die Wahrnehmung umgestellt. Die Strudlhofstiege verbindet zwei Gassen und zwei Zeitschichten; wer sie hinaufgeht, geht in die Erinnerung. Melzer versteht wenig und versteht gerade darum mehr als die Gescheiten, die sich in Affären und Sätzen verheddern. Das Wienerische ist hier kein Schmäh, sondern eine Genauigkeit der Lage, der Wohnung, des Lichts auf Stein. Die Handlung versteckt sich hinter der Betrachtung, und das ist das Programm.

Die Nachwelt hat den Stilisten gefeiert und den Parteigenossen lange in die Fußnote geschoben. Beides gehört auf dieselbe Seite. Wer nur die Stiege als Wiener Souvenir liest, hat die Tiefe der Jahre nicht verstanden: Sie ist keine Nostalgie, sondern die Form, in der Schuld und Alltag sich nicht trennen lassen. Die germanistische Feier der Periode hat ihn zum Meister der Schachtelsätze gemacht; das Buch ist lesbarer und unruhiger, als die Feier zugibt.

Werke

In Auswahl außerdem: Die Dämonen, Ein Mord, den jeder begeht, Die erleuchteten Fenster.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.