Autor:Ines Geipel

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Ines Geipel (geb. 1960), in Dresden geboren, hat staatliche Zurichtung des Körpers und die Nachahmung des Tötens als deutsche Gegenwart geschrieben. Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens stellt fünf Tatorte in eine Reihe: junge Schützen lernen voneinander.

Leben

Vater später Direktor des Dresdner Pionierpalasts und Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit; Sprint und Weitsprung beim SC Motor Jena, Staffelmeisterin, eingebunden ins Zwangsdoping der DDR, 1984 die operative Personenkontrolle, 1985 das Ende der Laufbahn. Germanistik in Jena, 1989 die Flucht über Ungarn, Philosophie und Soziologie in Darmstadt. Der Umweg ist der Leib als Staatseigentum: Nebenklägerin im Prozess gegen die Sportfunktionäre, das Archiv unterdrückter Literatur mit Joachim Walther, von 2001 bis 2025 die Professur für Verssprache an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Erfurt 2004, dann der größere Amok-Komplex. Sie schreibt in Berlin.

Wirkung

Geipel hat Amokläufe nicht als Ausbruch isolierter Wahnsinniger gelesen, sondern als Schule: Port Arthur, Erfurt, Emsdetten, Winnenden, Utøya – Planung, Waffen, das Lernen am Bild der Vorgänger, das Versagen von Polizei und Politik, die Hinterbliebenen. Unveröffentlichte Akten und Gespräche tragen die Behauptung, dass befriedete Gesellschaften diese Gewalt aus ihrer Mitte hervorbringen. Daneben steht die Arbeit an der verschwiegenen Literatur der DDR und an den Dopingopfern: Schweigen erzeugt Folgeschäden, in der Familie wie im Staat.

Die Kritik am Erfurt-Buch bestritt den Ton zwischen Bericht und Erfindung; Fehler im engeren Sinn wurden nicht nachgewiesen. Der Amok-Komplex galt manchen als Fanal mehr denn als Sachbuch, anderen als notwendige Chronik. Wer Geipel nur als Dopingzeugin liest, unterschlägt die Tötungsschule. Wer nur die Amokforschung nimmt, unterschlägt, dass dieselbe Autorin Ostdeutschland als unerledigte Schuldgeschichte schreibt. Die Tatorte bleiben hinter diesem Band miteinander lesbar, auch wo die Deutung der »Idealitätskrankheit« junger Männer streitig ist.

Werke

In Auswahl außerdem: Für heute reicht’s, Verlorene Spiele, Umkämpfte Zone.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.