Vor dem Sturm
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Vor dem Sturm |
| Autor(en): | Theodor Fontane |
| Originaltitel: | Vor dem Sturm |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1878 |
| Schlagwörter: | Preußen, Adel, Oderbruch, Befreiungskrieg |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 928 Seiten |
| ISBN: | 9783423132770 |
| Verweise | |
Vor dem Sturm. Roman aus dem Winter 1812 auf 13 ist der erste Roman von Theodor Fontane, 1878 nach einem Vorabdruck in der Zeitschrift Daheim als vierbändige Buchausgabe erschienen. Fontane war fast sechzig, die Wanderungen durch die Mark Brandenburg lagen hinter ihm; nun wollte er kein Kriegsbuch, sondern Land und Leute, so wie er sie auf den Wanderungen gesehen hatte. Schauplatz ist das Oderbruch, das fiktive Schloss Hohen-Vietz, Berlin, das Schloss Guse, die Wochen, in denen Napoleons Heer aus Russland zurückkommt und Preußen noch nicht weiß, ob es losschlagen darf. Der Titel meint den Winter vor den Befreiungskriegen, nicht das Gewitter selbst. Wer Fontane nur aus Effi Briest kennt, trifft hier das Panorama, aus dem die späteren, engeren Romane geschnitten sind.
Inhalt
Der Student Lewin von Vitzewitz fährt zu Weihnachten 1812 von Berlin zum Vater Berndt und zur Schwester Renate auf Hohen-Vietz. Im Haus lebt Marie, einst Zirkuskind, vom Schulzen Kniehase aufgenommen, von Renate geliebt, von der Tante Amelie standesgemäß geduldet, nicht empfangen. Die Gespräche kreisen um Napoleon, um den König, um Geister im Schloss und um die Frage, ob der Mensch dem Menschen gleiche. Pfarrer Seidentopf predigt den Untergang des ägyptischen Heeres; Hoppenmarieken liest Karten; Berndt will einen Landsturm, der Schulze will den Befehl des Königs. Lewin dichtet, glaubt an Sprüche auf Grabsteinen und liebt Kathinka von Ladalinski, die polnisch-preußische Schönheit, die nicht ihn will, sondern den Grafen Bninski.
Auf Schloss Guse hält Gräfin Amelie, Berndts Schwester, einen Kreis, der Französisch spricht, Anekdoten tauscht und Schillers Tell gegen den französischen tauscht. Berndt kommt von Hardenberg mit leeren Händen: Diplomatie statt Volkskrieg. In Berlin, bei Soireen und in Handwerkerstuben, trifft die Nachricht von Yorks Seitenwechsel ein. Kathinka geht mit Bninski nach Polen, gegen den Willen des Vaters, der preußisch geworden ist und Heimatlosigkeit fürchtet. Lewin bricht zusammen, wird nach Hohen-Vietz geschafft, schließt mit der Schwärmerei ab. Tubal, Kathinkas Bruder, wirbt um Renate und gesteht Marie eine Neigung, die niemand binden kann. Berndt stellt mit alten Offizieren das Landsturmbataillon Lebus auf.
Der nächtliche Handstreich auf Frankfurt an der Oder gelingt halb: Ein französischer General fällt in die Hände der Bürgerwehr, die Russen kommen nicht, die Franzosen schlagen zurück. Der Dichter Hansen-Grell fällt, Othegraven wird erschossen, Lewin nach Küstrin gebracht. Hoppenmarieken wirft ihm ein Seil in den Turm; die Befreiung gelingt, Tubal wird tödlich getroffen, Hoppenmarieken stirbt auf dem Prellstein vor dem Herrenhaus. Lewin erkennt, dass die Sprüche von den Sternen und der Prinzessin auf Marie zielten. Er heiratet sie, Bamme vermacht der Bürgerlichen ein Gut, weil frisches Blut mehr wert sei als der Wahn von zweierlei Menschen. Renate geht ins Stift. Der Erzähler tritt am Ende als Wanderer auf, fünfzig Jahre später, am Grabstein der Schwester.
Einordnung
Fontane hat den historischen Roman auf Gespräch umgestellt. Schlachten rücken an den Rand, Anekdoten, Spuk, literarische Zirkel und die Wirtshäuser tragen das Bild Preußens. Der Landsturm ist ehrgeizig und eitel und dennoch nötig; Berndt bezichtigt sich selbst, als die Toten da sind. Die Ehe Lewins mit Marie ist das gesellschaftliche Programm, das Irrungen, Wirrungen später als Tragödie und Der Stechlin als Gespräch wieder aufnehmen: Adel, der sich nicht aufgibt und sich nicht rein hält. Zeitgenossen fanden den Band zu still für 1813; genau diese Stille ist Fontanes Einsatz gegen die Patriotismusphrase.
Wer Vor dem Sturm für eine Ouvertüre zu den Befreiungskriegen hält, hat den vierten Band gelesen, in dem der Sturm schon da ist und scheitert, bevor er Geschichte wird. Wer ihn für zu lang hält, hat recht im Sinn der späteren Novellenkunst und unrecht im Sinn dieses Buchs: Es will die Mark, nicht die Pointe. Fontane hat danach Effi Briest geschrieben, das jedermann kennt. Vor dem Sturm bleibt das Buch, in dem er zum ersten Mal eine Gesellschaft atmen lässt, vom Forstacker bis zur Soiree, und in dem der Winter länger dauert als der Krieg.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
