Der Schweizerische Robinson

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Schweizerische Robinson
Autor(en): Johann David Wyss
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Fischer Taschenbuch
Serie:
Erscheinungsjahr: 1812
Seitenanzahl: 336 Seiten
Originaltitel: Der Schweizerische Robinson oder der schiffbrüchige Schweizer-Prediger und seine Familie
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3596855071
ISBN-13/

EAN-Code:

9783596855070
Schlagwörter: Insel, Familie, Schiffbruch, Arbeit
Sachgebiete: Kinderbuch
Rezensionen
Umschlag

Der Schweizerische Robinson ist das Kinderbuch des Berner Pfarrers Johann David Wyss, 1812 und 1813 von seinem Sohn Johann Rudolf herausgegeben, weitere Teile 1826 und 1827. Der lange Titel nennt den schiffbrüchigen Schweizer-Prediger und seine Familie und verspricht ein lehrreiches Buch für Kinder und Kinderfreunde zu Stadt und Land. Wyss hatte die Geschichte in den 1790er Jahren den eigenen Söhnen erzählt, als Robinsonade nach Daniel Defoe, aber gegen dessen Einsamkeit: Statt eines Mannes strandet eine Familie. Der Familienname Robinson kommt im Text nicht vor; Robinson ist die Gattung. Das Buch ist die bekannteste Schweizer Robinsonade und hat, oft gekürzt und neu erzählt, die Kinderzimmer Europas und Amerikas erreicht.

Inhalt

Ein Pfarrer, seine Frau und die Söhne Fritz, Ernst, Jack und Franz, dazu zwei Doggen, wollen zu den Gewürzinseln und geraten im Indischen Ozean in einen Sturm. Das Schiff zerschellt, die Familie rettet Werkzeug, Tiere, Samen und sich selbst auf eine tropische Insel. Der Vater erzählt in der Ichform und bewertet, was die Söhne tun: Jede Jagd, jede List, jede Unwahrheit im Scherz wird zur Lektion. Zugleich bewältigen die Knaben Arbeiten, die Erwachsene ehren würden. Sie bauen ein Baumhaus, legen Felder an, jagen, fischen, züchten Vieh, entdecken Pflanzen, deren Nutzen der Vater erklärt, als wäre die Insel ein Lehrbuch, das man bewohnen kann. Die Sonne am Äquator, Wale, Hölzer und Früchte füllen Seiten, die spätere Bearbeiter oft gestrichen haben.

Jahre vergehen, ohne dass die Insel zur Strafe wird. Die Familie verwandelt Wildnis in Haus und Hof, nicht aus Herrschsucht allein, sondern aus der aufklärerischen Gewissheit, dass Kenntnis und Fleiß genügen, wenn Gott den Schiffbruch zugelassen hat. Der Vater bleibt Prediger: Er dankt, ermahnt, verteilt Aufgaben nach Alter und Charakter. Die Mutter hält den Haushalt im Unhaushalt der Tropen. Die Söhne unterscheiden sich – der jagende Fritz, der lesende Ernst, der draufgängerische Jack, der kleine Franz – und lernen voneinander, was der Vater ihnen nicht alles zeigen kann. Nach mehr als zehn Jahren findet Fritz die englische Schiffbrüchige Jenny und holt sie in die Familie.

Ein englisches Schiff nähert sich. Die Eltern beschließen, auf der Insel zu bleiben, die sie Neu-Schweizerland nennen, und dort alt zu werden. Fritz und Franz fahren mit Jenny nach Europa. Der Schluss ist keine Heimkehr aller, sondern eine Teilung: Wer die Insel zur Heimat gemacht hat, braucht die alte nicht zurück; wer jung ist, darf sie verlassen. Wyss gönnt der Familie beides, den Stolz auf das Gemachte und den Kummer der Trennung. Die Insel bleibt bewohnt, Europa erhält Boten. Die Moral, die der Vater in jede Handlung geflochten hat, steht am Ende als Lebensform: Arbeit, Frömmigkeit, Familie, und die Bereitschaft, das Gefundene nicht aufzugeben, nur weil ein Segel am Horizont erscheint.

Einordnung

Gegen Defoes Robinson Crusoe ist Wyss geselliger und lehrhafter. Crusoe wird allein mit sich und der Schrift fertig; die Schweizer werden eine Kolonie im Kleinen, mit Sonntagspredigt und Naturkunde. Das hat dem Buch den Vorwurf der Moralinsaure eingetragen und zugleich seinen Erfolg bei Eltern, die ein Abenteuer wollten, das bildet. Jules Verne hat eine Fortsetzung geschrieben, Das zweite Vaterland, und andere Inselromane aus derselben Wurzel gezogen. Die Bearbeitungen, vor allem die französische Erweiterung und unzählige Kürzungen, haben aus dem enzyklopädischen Hausbuch oft nur noch das Baumhaus und die Knaben gemacht.

Walt Disneys Film Dschungel der 1000 Gefahren und Fernsehserien, die der Familie den Namen Robinson gaben, haben den Stoff von der Predigt gelöst und in ein reines Überlebensspiel verwandelt. Der Text von 1812 ist unbequemer: Er will Wissen über Tiere und Sterne und will den Charakter der Söhne formen, bis in den Satz hinein, dass auch der Scherz nicht lügen darf. Als Kinderbuch der Aufklärung steht es neben Johanna Spyris Heidi fern und nah zugleich – fern im Kolonialtropen, nah in der Gewissheit, dass die Natur erzieht, wenn Erwachsene den Kommentar liefern. Peter Stamms Nacherzählung hat den Ton gemildert, ohne die Insel zu verraten.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.