Heidi
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Heidi |
| Autor(en): | Johanna Spyri |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Insel Verlag |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1880 |
| Seitenanzahl: | 224 Seiten |
| Originaltitel: | Heidis Lehr- und Wanderjahre |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3458351388 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783458351382 |
| Schlagwörter: | Alpen, Waise, Großvater, Frankfurt |
| Sachgebiete: | Kinderbuch |
| Rezensionen | |
Heidi ist das Kinderbuch von Johanna Spyri, 1880 unter dem Titel Heidis Lehr- und Wanderjahre in Gotha erschienen; ein Jahr später folgte die Fortsetzung Heidi kann brauchen, was es gelernt hat. Die Waise auf der Alp, der mürrische Großvater, Frankfurt und das Heimweh haben sich von der Schweiz gelöst und sind Weltstoff geworden. Spyri, die selbst zwischen Zürich und den Bergen lebte, hat kein Idyll ohne Kosten geschrieben: Die Stadt macht krank, die Höhe heilt, aber nur wer gehen und wiederkommen darf. Der erste Band bleibt das Buch, in dem Heidi lernt, wo sie atmen kann. Übersetzungen in Dutzende Sprachen und unzählige Bildgeschichten haben die Figur oft versüßt; der Text ist nüchterner.
Inhalt
Die fünfjährige Heidi wird von der Tante Dete, die in Frankfurt Arbeit gefunden hat, zu dem Großvater auf die Alp bei Dörfli gebracht, einem Mann, den das Dorf den Alpöhi nennt und meidet. Der Öhi, Alm-Öhi, nimmt das Kind widerwillig auf, gewöhnt sich an es, lässt es mit dem Geißenpeter die Tiere hüten und zeigt ihm die Berge, ohne viele Worte. Heidi schläft im Heu, trinkt Milch, spricht mit der blinden Großmutter Peters im Dörfli und bringt ihr so viel Licht, wie ein Kind bringen kann. Zwei Jahre vergehen. Dete holt Heidi fort: In Frankfurt braucht die gelähmte Klara Sesemann eine Gefährtin. Der Großvater bleibt zurück; das Dorf sieht die Trennung nicht ungern.
Im Haus Sesemann in Frankfurt regiert das strenge Fräulein Rottenmeier den Haushalt. Heidi, das weder lesen kann noch die Regeln der Stadt kennt, verstößt gegen alles, was als Bildung gilt, und gewinnt doch Klaras Zuneigung und die des Herrn Sesemann sowie der Großmama. Sie lernt unter Schmerzen das Lesen, weil die Großmama ihr zeigt, dass Buchstaben zu Geschichten werden können, nicht nur zu Strafe. Das Heimweh wächst: Die weißen Wände, der geschlossene Himmel, die Kutsche statt der Weide. Heidi beginnt zu schlafwandeln, magert ab, wird für ein Gespenst im Haus gehalten. Der Arzt erkennt die Krankheit als Sehnsucht und rät zur Rückkehr. Sesemann schickt das Kind auf die Alp, gegen Rottenmeiers Ordnung und gegen Detes Berechnung.
Heidi kehrt zum Großvater zurück; der Alpöhi, erweicht, steigt sonntags wieder zur Kirche ins Dorf, nähert sich den Menschen, die er gemieden hat. Heidi liest der Großmutter vor, Peter lernt unter Tränen und Tritten das Abc, damit ihm Heidi nicht davongeht in die Bücher. Der erste Band schließt mit einer wiederhergestellten Höhe: Das Kind atmet, der Alte tritt unter die Leute, Frankfurt bleibt die fremde Welt, aus der man gerettet werden kann. Die Fortsetzung wird Klara auf die Alp bringen und sie dort zum Gehen bewegen; Spyri hat das Wunder der Genesung in den zweiten Teil gelegt. Im ersten genügt die Einsicht, dass ein Kind den Ort braucht, an dem es nicht zur Einrichtung wird. Der Öhi, der als Menschenfeind galt, erweist sich als derjenige, der Heidi leben lässt, ohne sie zuzurichten.
Einordnung
Spyri hat das Schweizer Kinderbuch in die Weltliteratur geschickt, ohne Nationalkitsch zum Programm zu machen. Die Alp ist nicht unschuldig: Der Großvater trägt eine Vergangenheit, das Dorf trägt Vorurteile, Peter trägt Eifersucht. Frankfurt steht für das bürgerliche Haus, das ein Kind als Gesellschaft und als Medizin für die kranke Tochter braucht. Die Heilung durch Höhe und Milch ist ein Motiv der Zeit; Spyri erzählt es so, dass das Heimweh ernst bleibt und nicht als Laune abgetan wird. Wer Heidi nur als Werbung für Berge liest, unterschlägt die Tante, die das Kind abgibt, und Rottenmeier, die es erzieht, ohne es zu sehen. Das Buch ist ein Lehr- und Wanderjahr: Lernen heißt lesen, Wandern heißt zurückfinden.
Die Verfilmungen, Zeichentrickserien und Fortschreibungen haben Heidi zur Marke gemacht und oft den zweiten Band in den ersten gezogen, damit Klara schon früh läuft. Der Insel-Text der Lehr- und Wanderjahre hält die Trennung fest und damit die Härte der Abreise. In der Geschichte des deutschsprachigen Kinderbuchs steht Spyri vor Erich Kästner und neben der älteren moralischen Erzählung, die sie lockert, ohne sie ganz zu verlassen. Wer nach Spyri über Kindheit und Landschaft spricht, spricht hinter diesem Band; wer ihn für ein bloßes Alpbild hält, hat Frankfurt nicht mitgelesen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
