Amerikanisches Idyll
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Amerikanisches Idyll |
| Autor(en): | Philip Roth |
| Originaltitel: | American Pastoral |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1997 |
| Schlagwörter: | Newark, Tochter, Gewalt, Nachkrieg |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Rowohlt
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| Umfang dieser Ausgabe: | 576 Seiten |
| ISBN: | 9783499224331 |
| Rezensionen | |
Amerikanisches Idyll ist der 1997 erschienene Roman von Philip Roth, im Original American Pastoral, deutsch bei Hanser und als Taschenbuch bei Rowohlt. Für das Buch erhielt Roth 1998 den Pulitzerpreis. Es eröffnet die amerikanische Trilogie um den Erzähler Nathan Zuckerman, vor Mein Mann, der Kommunist und Der menschliche Makel. Ein jüdischer Sportheld aus Newark heiratet die ehemalige Miss New Jersey, erbt die Handschuhfabrik des Vaters und zieht ins grüne Old Rimrock; 1968 zerreißt die Tochter das Haus, indem sie eine Bombe legt. Roth hat das gebrochene Versprechen von Wohlstand, Ordnung und häuslichem Glück zum Thema eines Jahrhunderts gemacht. Der Titel ist bitter: Das Idyll war die Behauptung, Amerika könne halten, was es den Aufsteigern sagte.
Inhalt
Nathan Zuckerman trifft auf einem Klassentreffen den Bruder von Seymour Levov, genannt der Schwede, einst legendärer Sportler der höheren Schule in Newark, blond, sicher, der Junge, dem alles gelang. Der Schwede ist tot; Zuckerman rekonstruiert das Leben. Levov heiratet Dawn Dwyer, irische Katholikin und Schönheitskönigin, übernimmt die Handschuhfabrik Weequahic, in der noch genäht wird, als andere längst verlagern, und kauft den Steinbau im ländlichen New Jersey, weit weg von den Unruhen der Stadt. Der Vater Lou Levov bleibt der laute Jude der ersten Generation; der Schwede will das Glück ohne Lärm. Die Tochter Meredith, Merry, stottert, wird geliebt, radikalisiert sich im Vietnamkrieg.
1968 legt Merry in der Post von Old Rimrock eine Bombe; ein Mann stirbt. Sie taucht unter. Der Schwede sucht sie, findet Gerüchte, eine zweite, dritte Gewalt, ein Leben in der Unsichtbarkeit. Dawn bricht zusammen, lässt das Gesicht operieren, will fliehen. Newark brennt in den Rassenunruhen, die Fabrik steht in einer Stadt, die der Schwede nicht mehr versteht. Zuckerman erzählt, was er nicht wissen kann: Gespräche, das Innere des Schweden, der nicht begreifen will, dass die Tochter aus seinem Haus kommt. Die Pastoral – Land, Werk, Ehe – hält als Fassade, dahinter liegt die amerikanische Raserei, von der der Schwede nichts bestellt hat und die ihn trotzdem holt.
Jahre später steht eine Begegnung mit Merry im Raum, abgemagert, in einer Lehre, die das Töten rechtfertigt oder verwirft, je nachdem, wen man fragt. Der Schwede bleibt der Mann, der die Handschuhe kennt, das Leder, die Arbeiter, und der die eigene Tochter nicht lesen kann. Das Buch endet nicht mit einer Lösung. Die Gäste eines Sommerabends in Rimrock reden weiter, als wäre das Haus noch heil; Zuckerman sieht, dass es das nie war. Roth lässt den Erzähler die Lücke füllen, die das Idyll gelassen hat: Alles, was glänzte, war Ansichtssache, und die Tochter hat die Ansicht zerrissen.
Einordnung
Roth hat mit dem Schweden eine Figur gebaut, die das Gegenteil von Portnoy ist: angepasst, anständig, erfolgreich, und gerade deshalb die tragische Stelle, an der Amerika sich selbst nicht erkennt. Der Pulitzerpreis bestätigte, was die Kritik schon las: ein Meisterwerk der Nachkriegsrechnung, nicht der Nostalgie. Der Film von 2016 mit Ewan McGregor als Schwede hat die Pastoral bebildert und die Wut oft in die zweite Reihe gestellt. Das Buch ist Zuckermans Arbeit am Mythos des Mitschülers, also selbst eine Idyllenkritik: Wir wissen nicht, wir dichten nach.
Gegenüber John Steinbecks Früchte des Zorns ist die Wanderung hier keine nach Westen, sondern eine aus Newark ins Grüne, und das Elend kommt als Tochter zurück, nicht als Dürre. Die Trilogie hat den menschlichen Makel und den Kommunisten im Haus weitergedreht; Amerikanisches Idyll bleibt der Satz vom Glück, das 1968 explodiert. Rowohlt hält Werner Schmitz’ Übersetzung. Wer Roth nur als Skandalautor der Begierde kennt, findet hier den Bürger, der nichts Skandalöses wollte und den Skandal ins Haus bekam. Das Idyll war die Nationalerzählung; Roth hat sie als Familienroman erzählt und ihr den Boden entzogen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
