Das Lied von Bernadette

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Das Lied von Bernadette
Autor(en): Franz Werfel
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Fischer Taschenbuch
Serie:
Erscheinungsjahr: 1941
Seitenanzahl: 560 Seiten
Originaltitel: Das Lied von Bernadette
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3596294622
ISBN-13/

EAN-Code:

9783596294626
Schlagwörter: Lourdes, Erscheinung, Heiligkeit, Zweifel
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Das Lied von Bernadette ist der 1941 in den Vereinigten Staaten erschienene Roman von Franz Werfel über das Leben der Bernadette Soubirous von Lourdes. Werfel hatte 1940 auf der Flucht vor den Nationalsozialisten mit Alma Mahler-Werfel Wochen in Lourdes verbracht und gelobt, das Lied zu singen, wenn er Amerika erreichte. In Los Angeles schrieb er den Band in fünf Monaten; er wurde sein größter Verkaufserfolg. Im Vorwort sagt der Jude Werfel, er wage das Buch, obwohl er kein Katholik sei, aus einem älteren Gelübde, das göttliche Geheimnis und die menschliche Heiligkeit zu verherrlichen. Gewidmet ist es Manon Gropius, Almas früh verstorbener Tochter. Der Roman ist Heiligenlegende und Zweifel in einem.

Inhalt

Bernadette Soubirous ist das älteste Kind einer verarmten Müllerfamilie, die im ehemaligen Gefängnis von Lourdes haust. Sie hat Asthma, fehlt in der Schule, gilt als einfältig. Mit der jüngeren Schwester und einer Freundin sucht sie Holz am Gave de Pau, bleibt bei der Müllhalde Massabielle zurück und sieht in einer Nische der Grotte eine schöne Dame in Weiß mit blauem Gürtel, barfuß, goldene Rosen auf den Füßen. Die Dame bittet sie, fünfzehn Tage wiederzukommen. Bernadette gehorcht, ungerührt von Lob und Tadel, getrieben nur vom Wunsch, die Erscheinung wiederzusehen. Die bürgerliche Stadt, der Pfarrer, die Polizei und die Presse rücken an. Bernadette bleibt gleichmütig.

Bei einer Erscheinung heißt die Dame sie graben. Wasser kommt, dem man Heilkraft zuschreibt. Kranke, Händler, Ungläubige und Fromme strömen herbei. Werfel erzählt die Wunder und mit derselben Genauigkeit den weltlichen und den kirchlichen Zweifel: den kaiserlichen Staatsanwalt, den Arzt, die geistliche Behörde, die das Mädchen prüfen, demütigen, nicht glauben will. Bernadette besteht auf dem, was sie gesehen hat, ohne es auszuschmücken. Als junge Frau tritt sie bei den Barmherzigen Schwestern in Nevers ein. Die Novizenmeisterin Mère Vauzous, einst ihre Religionslehrerin in Lourdes, zweifelt weiter an der Würdigkeit des einfachen Mädchens und am übernatürlichen Charakter der Erscheinungen.

Bernadette stirbt mit fünfunddreißig Jahren an Knochentuberkulose. Das letzte Kapitel, Das fünfzigste Ave, eine Anspielung auf den Rosenkranz, gilt der Heiligsprechung 1933 in Rom. Werfel hat das Leben in eine Folge von Stationen gelegt, die wie Gesätze eines Lieds sitzen: Armut, Grotte, Quelle, Kloster, Tod, Kirche. Die Dame nennt sich später als die Unbefleckte Empfängnis, ein Dogma, das Bernadette nicht kennen kann; genau dieser Satz zwingt die Theologen, neu zu prüfen. Der Roman verherrlicht nicht blind. Er zeigt, wie ein Ort aus einer Müllhalde eine Wallfahrt wird und wie das Mädchen dabei kleiner bleibt als der Betrieb, der um sie entsteht.

Einordnung

Werfel hat das Gelübde von Lourdes eingelöst, ohne zum Konvertiten zu werden. Das Buch steht in seiner Arbeit neben Die vierzig Tage des Musa Dagh: dort der Völkermord und der Berg, hier die Erscheinung und die Grotte, beides Erzählungen von Menschen, die einer Übermacht standhalten, die sich nicht verrechnen lässt. 1941, im amerikanischen Exil, traf ein katholischer Stoff auf ein Publikum, das Wunder wollte, und auf eine Kirche, die Lourdes längst zum Ort gemacht hatte. Henry Kings Film von 1944 mit Jennifer Jones gab dem Roman das Gesicht der Heiligenindustrie; das Buch selbst ist nüchterner in den Behörden und härter im Kloster, wo Demütigung Frömmigkeit heißt.

Kritiker haben Werfel Rührseligkeit vorgeworfen, andere die Genauigkeit der Zweifler gelobt. Beides liegt im Text: die Dame ist schön, die Schwestern sind streng, die Quelle heilt und nährt den Handel. Werfel hat keine Theologie geschrieben, sondern eine Legende des zwanzigsten Jahrhunderts, in der das Wunder die Verwaltung überlebt. Die Fischer-Taschenbuchausgabe steht in den gesammelten Werken; seit 2016 ist der Text in der Europäischen Union gemeinfrei. Gegenüber dem Musa-Dagh-Roman ist Das Lied von Bernadette das frommere Buch und das weltlichere zugleich: Es kennt den Spott des Zeitalters und singt trotzdem, weil Werfel sich das Singen vor jeder anderen Arbeit geschworen hatte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.