Der Krieg mit den Molchen

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Krieg mit den Molchen
Autor(en): Karel Čapek
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Aufbau
Serie:
Erscheinungsjahr: 1936
Seitenanzahl: 328 Seiten
Originaltitel: Válka s mloky
Originalsprache: tschechisch
ISBN-10: 3746661099
ISBN-13/

EAN-Code:

9783746661094
Schlagwörter: Molche, Ausbeutung, Satire, Krieg
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Der Krieg mit den Molchen ist der 1936 erschienene Roman von Karel Čapek, im Original Válka s mloky. Ein Kapitän entdeckt in einer Bucht vor Sumatra intelligente Riesenmolche, richtet sie zum Perlenfischen ab, und die Menschheit macht aus der neuen Arbeitskraft ein Weltgeschäft. Čapek, der mit dem Stück über die Roboter das Wort Robot geprägt hat, schreibt hier die Satire auf Kolonialismus, Kapital, Presse und den kommenden Krieg. Thomas Mann nannte den Blick auf Europas Narrheit großartig. Der Band gehört zur UNESCO-Sammlung repräsentativer Werke.

Inhalt

Kapitän Jan van Toch findet in einer sumatranischen Bucht Wesen, die Werkzeug brauchen, sprechen lernen und Perlen holen können, wenn man sie schützt. Er gründet ein Geschäft; nach seinem Tod übernehmen Konzerne die Zucht und den Verkauf der Molche als Unterwasserarbeiter an Staaten und Firmen. Čapek montiert Zeitungsausschnitte, Sitzungsprotokolle, wissenschaftliche Gutachten und Werbetexte: Die Menschheit diskutiert Herkunft, Rechte, Rassenlehre und Rendite, während die Molche sich vermehren, den aufrechten Gang üben und Waffen geliefert bekommen, weil man sie auch militärisch nützlich findet. Humor und Entsetzen teilen sich denselben Aktenordner.

Die Molche fordern Lebensraum im flachen Wasser; Küsten werden umgebaut, Inseln abgetragen, Menschen vertrieben, zuerst als Fortschritt gefeiert. Diplomatie, Völkerbund und Leitartikel reagieren, wie Institutionen reagieren: zu spät, zu feierlich, zu beteiligt. Čapek lässt alle Register der Moderne sprechen – den Händler, den General, den Journalisten, den Rassentheoretiker, der die Molche einordnet, ohne sie zu kennen. Der Krieg beginnt nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit Forderungen, die vernünftig klingen, wenn man den Molch schon als billige Hand akzeptiert hat. Die Menschen haben das Werkzeug geschärft, das sie umbringt. Zwischen den Kapiteln stehen Zahlen über Vermehrung und Kurse, als wäre das Unheil eine Börsenlage. Wer noch lacht, lacht über Protokolle, die ernst gemeint sind.

Im letzten Teil führt der Roman den Krieg, den der Titel verspricht: Die Molche greifen das Festland an, die Zivilisation, die sie dressiert hat, versinkt stückweise. Ein Erzähler am Schluss sitzt noch an der Schreibmaschine und hofft auf eine Wendung, die der Text nicht mehr leistet. Čapek schont keine Nation; die Satire trifft den Kolonialhandel ebenso wie den europäischen Größenwahn der dreißiger Jahre. Die Molche sind keine fremden Ungeheuer vom Himmel, sondern das Produkt menschlicher Gier, abgerichtet, bewaffnet, entlassen. Wer sie nur als Tiere liest, hat die Sitzungsberichte überlesen.

Einordnung

Čapek hat 1936, drei Jahre vor seinem Tod, die Diktaturen und den Markt in einem Bild zusammengezogen, das nicht veraltet: Wer Arbeitskräfte ohne Rechte züchtet, züchtet den Krieg. Gegen den technischen Optimismus der Zeit setzt er Zeitungsstil und Groteske; gegen den reinen Schrecken die Komik der Ausschüsse. Der Roman steht neben seinen Stücken über künstliche Arbeiter und neben der Warnung vor der Massenvernichtung, ohne zur Flugschrift zu verdünnen. Deutsche Ausgaben liefen über Wien, den Aufbau-Verlag und Heyne; eine Neuübersetzung von Doris Kouba ist angekündigt.

Verfilmungen und Bühnenfassungen haben den Stoff oft zum Märchen von den dankbaren Tieren gemacht oder zum reinen Antikriegsstück. Das Buch ist beides und noch die Pressegeschichte einer Menschheit, die sich selbst interviewt, während sie den Boden verkauft. Wer Čapek nur als Namensgeber des Roboters kennt, findet hier die nasse Variante derselben Frage: Was passiert, wenn das Gemachte denken lernt. Die Satire von 1936 liest sich nach Diktatur und Markt noch immer als Warnung, nicht als Kostüm. Nach diesem Roman ist der Molch keine naturkundliche Kuriosität mehr, sondern der Spiegel, den sich Europa nicht umhängen wollte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.