Ulysses

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Ulysses
Autor(en): James Joyce
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp Verlag
Serie:
Erscheinungsjahr: 1922
Seitenanzahl: 1122 Seiten
Originaltitel: Ulysses
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3518415859
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518415856
Schlagwörter: Dublin, innerer Monolog, Odyssee, Moderne
Sachgebiete: Roman
Rezensionen

Ulysses ist der Roman von James Joyce, entstanden zwischen 1914 und 1921. Einzelne Kapitel kamen ab 1918 in der Zeitschrift The Little Review heraus, das Buch 1922 in Paris. Er gilt als das einflussreichste Prosawerk der literarischen Moderne. Die deutsche Standardübersetzung stammt von Hans Wollschläger.

Inhalt

Der Roman erzählt einen einzigen Tag, den 16. Juni 1904, von acht Uhr morgens bis in die Nacht. Leopold Bloom, Anzeigenwerber beim Freeman's Journal, braucht seiner Frau das Frühstück, geht zu einer Beerdigung, in die Redaktion, ins Wirtshaus, an den Strand, in eine Entbindungsklinik und zuletzt ins Bordellviertel. Parallel läuft der Tag des Stephen Dedalus, der vom Unterrichten lebt und Schriftsteller werden will: Er wacht im Wachturm bei Sandycove neben spöttischen Mitbewohnern auf, steht vor einer Schulklasse und trägt in der Bibliothek eine Theorie über Shakespeare vor. Zwischen ihnen liegt die dritte Hauptfigur, Blooms Frau Molly, die am Nachmittag ihren Liebhaber empfängt – Bloom weiß es und richtet seinen ganzen Tag darauf ein, nicht nach Hause zu kommen.

Das eigentliche Ereignis ist die Erzählweise. Jedes der achtzehn Kapitel wechselt die Technik: Bericht, erlebte Rede, Gedankenstrom, dann eine Zeitung mit Schlagzeilen, ein Kapitel als Musikstück mit Motiven statt Sätzen, eines als Wirtshausmonolog eines Nationalisten, eines als Parodienreihe durch die Geschichte der englischen Prosa, eines als Theaterstück im Rausch, eines als nüchterner Frage-und-Antwort-Katalog. Was in der Handlung ein Alltag bleibt, wird so zur Untersuchung darüber, wie Wahrnehmung überhaupt in Sprache kommt, bis hinunter in Halbgedachtes und Verdrängtes.

Darunter liegt Homers Odyssee als Folie: Bloom ist der umherirrende Odysseus, Stephen der Sohn Telemach, Molly die Penelope – nur endet die Heimkehr nicht in Rache, sondern darin, dass Bloom sich im Ehebett zu den Füßen seiner Frau schlafen legt. Das letzte Kapitel gehört ihr allein: ein Monolog fast ohne Satzzeichen, in dem sie Liebhaber, Ehe, Kindheit in Gibraltar und den Tag durchgeht und mit dem Wort schließt, mit dem sie Bloom einst genommen hat – ja.

Einordnung

Ursprünglich sollte Blooms Tag nur eine weitere Erzählung im Band Dubliner werden; in sieben Jahren wuchs daraus ein Werk, das Epos, Chronik, Drama, Reportage und Essay in sich vereint – Hermann Broch nannte es den Welt-Alltag der Epoche. Wegen angeblicher Unzucht war das Buch in den USA und Großbritannien jahrelang verboten und erschien deshalb zuerst in Paris. Der 16. Juni wird heute weltweit als Bloomsday begangen, und kaum ein Erzähler des 20. Jahrhunderts kommt an den hier erprobten Techniken vorbei.