Die Kartause von Parma
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Kartause von Parma |
| Autor(en): | Stendhal |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Insel Verlag |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1839 |
| Seitenanzahl: | 636 Seiten |
| Originaltitel: | La Chartreuse de Parme |
| Originalsprache: | französisch |
| ISBN-10: | 3458329226 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783458329220 |
| Schlagwörter: | Hof, Kerker, Liebe, Italien |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Die Kartause von Parma ist ein Roman von Stendhal, 1839 unter dem Titel La Chartreuse de Parme erschienen. Der junge Fabrizio del Dongo stolpert von der Schlacht bei Waterloo in die Intrigen des Hofs von Parma, in den Kerker und in die Liebe zu Clelia Conti; seine Tante Gina, Herzogin Sanseverina, lenkt, liebt und zerstört mit. Stendhal hat den politischen Roman und den Abenteuerroman in einem Atem geschrieben, rascher als Rot und Schwarz, italienischer im Licht, härter im Schluss. Balzac erkannte die Größe sogleich. Der letzte Satz gilt den glücklichen Wenigen.
Inhalt
1796 begrüßt das Mailänder Kind Fabrizio die Franzosen, während der Vater, ein Habsburgtreuer, aufs Land flieht. Die Mutter und die Tante Gina Pietranera schützen den Jungen; Stendhal deutet an, ein französischer Offizier könne der wahre Vater sein. 1815 reitet der Siebzehnjährige nach Waterloo, findet statt Ruhm Chaos, eine Kantine, einen Haufen Toter und die Erkenntnis, dass die Schlacht ihn nicht zum Helden macht. Gina, inzwischen Herzogin Sanseverina am Hof von Parma, und ihr Geliebter, der Minister Graf Mosca, ziehen Fabrizio in die kirchliche Laufbahn. Er ist schön, leichtsinnig, von Feinden umgeben, darunter der Fürst und der Fiscal Rassi. Ein Streit um die Schauspielerin Marietta endet damit, dass Fabrizio den eifersüchtigen Giletti im Kampf ersticht.
Die Hofclique erwirkt eine Verurteilung. Fabrizio sitzt in der Zitadelle, hoch über der Stadt, und verliebt sich in Clelia, die Tochter des Gouverneurs, die ihn aus dem Fenster sieht und die Liebe erwidert. Gina und Clelia helfen ihm zur Flucht. Clelia wird wider Willen mit dem reichen Marchese Crescenzi verheiratet und gelobt der Madonna, Fabrizio nicht wiederzusehen. Gina lässt den Fürsten vergiften; unter dem Nachfolger kehrt Fabrizio als rehabilitierter Geistlicher zurück, steigt zum Erzbischof auf, erbt den Bruder und bleibt an Clelia gebunden. Sie treffen sich nur im Dunkeln, damit das Gelübde wörtlich gilt. Ein Kind wird geboren und als crescenziisch ausgegeben.
Nach drei Jahren stirbt das Kind, bald darauf Clelia, die den Tod als Strafe liest. Fabrizio legt die Ämter nieder und geht in die Kartause von Parma. Gina, mit Mosca verheiratet, besucht ihn täglich, bis auch er stirbt und sie ihm folgt. Der Hof hat weiterintrigiert, Mosca hat überlebt, die Kartause nimmt den, den das Glück nicht halten konnte. Stendhal erzählt Waterloo als Wirrwarr, den Kerker als Liebesraum, den Palast als Giftküche. Fabrizio lernt spät, was Leidenschaft ist; dann ist die Frist kurz.
Einordnung
Neben Rot und Schwarz ist die Kartause Stendhals zweites großes Buch des Ehrgeizes und der Liebe, diesmal unter italienischer Sonne und österreichisch-kleinstaatlicher Polizei. Der Fürstenhof von Parma ist Karikatur und Analyse: Mosca als liberaler Realist, Gina als Frau, die Politik erotisch führt, Fabrizio als Glückssucher ohne Plan. Die Schlacht bei Waterloo, vom Rand gesehen, hat die Heldenepik des neunzehnten Jahrhunderts verändert; Fabrizio weiß hinterher nicht einmal, ob er dabeigewesen ist. Balzacs Essay in der Revue parisienne hat dem Roman den Rang gesichert, den die ersten Leser nicht allen Seiten zutrauten.
Verfilmungen von 1948 und 1982 haben Hof und Kerker ausgeleuchtet und den Satzrhythmus verloren. Die Neuübersetzung von Elisabeth Edl bei dtv hat dem deutschen Text die Genauigkeit zurückgegeben, die ältere Fassungen von Schurig bis Widmer je anders wollten. Wer nach Stendhal über Italien und den Ehrgeiz spricht, findet in Parma weniger Rechenhaftigkeit als in Julien Sorels Frankreich und mehr tödliche Zärtlichkeit. Die Kartause am Ende ist kein Trostbild, sondern der Ort, an dem die Leidenschaft aufhört, Hof zu sein. To the Happy Few: der Widmungssatz ist Hochmut und Trauer.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
