Der Nachtmanager

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Nachtmanager
Autor(en): John le Carré
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Ullstein
Serie:
Erscheinungsjahr: 1993
Seitenanzahl: 560 Seiten
Originaltitel: The Night Manager
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3548606296
ISBN-13/

EAN-Code:

9783548606293
Schlagwörter: Waffenhandel, Spionage, Hotel, Verrat
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Der Nachtmanager ist der 1993 erschienene Roman von John le Carré, im Original The Night Manager. Nach dem Ende des Kalten Kriegs sucht le Carré den Feind nicht mehr in Moskau, sondern im internationalen Waffenhandel und in den britischen Diensten, die mit ihm Geschäfte machen. Ein Hotelangestellter wird als Spitzel auf einen Gentleman-Händler angesetzt und lernt, dass die eigenen Auftraggeber gefährlicher sein können als der Mann, den sie jagen. Werner Schmitz hat den Band im selben Jahr ins Deutsche gebracht. Die Fernsehserie von 2016 mit Tom Hiddleston hat den Titel bekannter gemacht als manches frühere Buch des Autors.

Inhalt

Jonathan Pine ist Nachtmanager im Zürcher Palasthotel Meister, ein Mann ohne festen Ort, aufgewachsen in Waisenhäusern, geschieden, still. Sechs Monate zuvor hat er im Kairoer Hotel Queen Nefertiti die Ägypterin Sophie geliebt, die ihm Papiere über eine Waffenlieferung des Briten Richard Onslow Roper anvertraute. Pine, Patriotenreflex, gab die Information an die Botschaft; die Botschaft warnte Roper, Sophie wurde ermordet. Nun steigt ausgerechnet Roper im Meister ab, mit dem Adjutanten Corkoran, Lord Sandy Langbourne und der Geliebten Jed Marshall, die Pine an Sophie erinnert. Wieder trägt er zusammen, was er hört, und diesmal erreicht es Leonard Burr, einen Nachrichtenoffizier, der außerhalb der zentralen Auswertung arbeitet und Roper seit Jahren verfolgt.

Burr und der Soldat Rob Rooke gehören zu einem Dienst, den der Beamte Rex Goodhew für mehr Durchsicht gegründet hat. Sie bauen Pine eine Legende: gesuchter Mörder. Über die Vereitelung eines fingierten Kidnappings an Ropers Sohn schleusen sie ihn in den inneren Kreis. Pine gewinnt Ropers Vertrauen und Jeds Zuneigung, während in London die Dienste gegeneinander arbeiten. Geoffrey Darker, Chef der zentralen Auswertung, hintertreibt die Operation, enttarnt den Mittelsmann Dr. Paul Apostoll, der zwischen Roper und den kolumbianischen Kartellen vermittelt; Apostoll wird ermordet. Pine fliegt auf, wird verhört und gefoltert, schmuggelt trotzdem die Daten zweier Schiffspassagen heraus: Waffen nach Kolumbien, Drogen nach Europa. In der entscheidenden Sitzung setzt sich Darker gegen Goodhew durch; ein Zugriff unterbleibt.

Burr geht allein. Er erpresst den Händler Sir Anthony Joyston Bradshaw und erhält den Beweis, dass Darker mit Roper gemeinsame Sache macht. Politisch unangreifbar bleiben Darker und Bradshaw; Burr erzwingt wenigstens Pines und Jeds Freilassung. Pine, in Großbritannien offiziell noch immer Mörder, lässt sich mit Jed verborgen in Südengland nieder. Der Roman gibt dem Agenten, der seinen Kopf hingehalten hat, ein Leben nach dem Auftrag, ohne die Korruption der Dienste zu strafen. Roper bleibt der Mann, der Waffen in die Nacht verkauft; Pine bleibt der Mann, der Sophie nicht hat retten können und Jed nicht ganz an ihre Stelle setzen will.

Einordnung

Le Carré hat nach 1989 oft gehört, ihm sei das Thema abhandengekommen. Der Nachtmanager antwortet, indem er die Sowjetunion durch den Markt ersetzt: Waffen, Drogen, Höflichkeit, Gleichgültigkeit. Roper ist kein ideologischer Gegner, sondern ein Brite, der Geschäfte macht, wo der Staat wegsieht. Die Konstruktion erinnert an Der Spion, der aus der Kälte kam: ein Mann wird in den Feind geschickt, und die eigenen Leute erweisen sich als ebenso wenig vertrauenswürdig. Anders als dort gönnt le Carré dem Helden einen versöhnlichen Schluss, den manche Rezensenten für unverdient hielten, weil die innere Logik ein tragisches Ende verlangt hätte.

Die Serie von Susanne Bier hat den Stoff in den Arabischen Frühling verschoben und aus Pine eine Fernsehfigur gemacht, deren Schönheit den Roman manchmal zudeckt. Bei le Carré zählt der Ton: die Sätze der Bürokraten, Corkys Spott, Pines Erschöpfung. Wer nach dem Kalten Krieg noch glaubte, Spionage sei ein Duell zweier Blöcke gewesen, findet hier den Nachfolger: Konzerne, Kartelle, Ministerialbeamte, die einander decken. Der Band steht im Spätwerk neben den Büchern über Pharmazie und Terror, ist aber der erste klare Schnitt ins neue Geschäft. Graham Greene war tot; die Vergleiche mit ihm setzten genau hier ein.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.