Der Prinz und der Bettelknabe

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Prinz und der Bettelknabe
Autor(en): Mark Twain
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Anaconda
Serie:
Erscheinungsjahr: 1881
Seitenanzahl: 288 Seiten
Originaltitel: The Prince and the Pauper
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3730603426
ISBN-13/

EAN-Code:

9783730603420
Schlagwörter: Verwechslung, Tudor, London, Gerechtigkeit
Sachgebiete: Kinderbuch
Rezensionen
Umschlag

Der Prinz und der Bettelknabe ist der historische Roman von Mark Twain, 1881 in den Vereinigten Staaten erschienen, im Original The Prince and the Pauper. Zwei Jungen, am selben Tag 1537 in London geboren, tauschen aus Spaß die Kleider und geraten in das Leben des anderen: der Bettelknabe an den Hof Heinrichs VIII., der Thronfolger in die Gasse. Twain, eigentlich Samuel Clemens, hat den Stoff für junge Leser geschrieben und dabei das englische Strafrecht, die Armut und die Krone verspottet. Es ist sein erster historischer Roman, vor Ein Yankee am Hofe des Königs Artus. Die deutsche Erstausgabe kam spät; seither gilt das Buch als Kinderbuch und als Gesellschaftssatire in einem.

Inhalt

Tom Canty wächst in Offal Court bei einem gewalttätigen Vater auf, lernt bei dem entlassenen Geistlichen Andrew lesen und träumt vom Hof. Edward Tudor, Sohn Heinrichs VIII., träumt von einem Tag ohne Zeremonie. Vor dem Palace of Westminster lässt der Prinz den grob behandelten Bettler ein, die beiden tauschen die Kleider, sehen sich im Spiegel zum Verwechseln ähnlich, und die Wache stößt Edward in Lumpen auf die Straße. Tom, im Prinzgewand, wird für den Thronfolger gehalten; seine Beteuerung, er sei ein Bettler, gilt als Wahn. Heinrich, krank und dem Ende nah, schont den vermeintlichen Sohn. Tom lernt den Hof: Etikette, Furcht, die Last, Recht zu sprechen, ohne das Recht zu kennen.

Edward erfährt England von unten. Er trifft den Soldaten Miles Hendon, der ihn nicht für den Prinzen hält, ihn aber schützt und nach Hendon Hall führen will. Dort sind Vater und Bruder Arthur tot, Edith mit dem Bruder Hugh verheiratet, Miles gilt als tot und Betrüger. Edward und Miles kommen ins Gefängnis; der Prinz sieht die Strafen, die sein Vater verhängt hat, an den Körpern der Armen. Heinrich stirbt. Tom wird auf die Krönung vorbereitet und füllt die Rolle, so gut er kann, milde, wo er darf. Am Krönungstag dringt Edward in die Westminster Abbey, Tom erkennt ihn an und bestätigt den Anspruch. Ein Merkmal am Siegel, das nur der echte Prinz kennt, entscheidet.

Edward wird gekrönt. Tom erhält einen Titel, der ihn, die Mutter und die Schwestern sichert; der Vater bleibt verschwunden. Miles wird Earl of Kent, Hugh geht außer Landes, Edith wird frei. Edwards kurze Herrschaft – er stirbt jung – erscheint im Buch als milde, weil er das Elend am eigenen Leib gesehen hat. Twain schließt mit der Moral, ohne sie zu predigen: Kleider machen den König, und der König, der einmal Bettler war, kennt den Preis der Gesetze.

Einordnung

Twain hat das Verwechslungsmotiv – Keller, Gogol, später Feuchtwanger – ins Tudor-England gelegt und den Stil an Dickens angenähert: Gasse, Gericht, Pathos, Witz. Für Kinder ist es die Geschichte zweier Doppelgänger; für Erwachsene die Probe, ob Recht und Stand mehr sind als Gewand. Neben Die Abenteuer des Huckleberry Finn ist es das Buch, in dem Twain eine Gesellschaft von außen und von unten zugleich sieht, hier historisch verkleidet, dort auf dem Mississippi. Der Ton ist ungewohnt geglättet, die Satire auf Folter und Aberglauben nicht.

Die Verfilmungen, von 1937 mit Errol Flynn bis zu späteren Fernseh- und Zeichentrickfassungen, haben den Tausch und die Krönung genommen und Hendons Familientragödie oft gekürzt. Wer nach Twain über Arm und Reich am Hof spricht, spricht hinter diesem Roman; wer ihn für ein bloßes Verwechslungsspiel hält, hat das Gefängnis und die Strafen nicht gelesen. Die angegebene Ausgabe folgt der Übersetzung von Helene Lobedan.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.