Wort und Gegenstand

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Willard Van Orman Quine · 1960 · Sachbuch, Philosophie
Das Werk
Deutscher Titel: Wort und Gegenstand
Autor(en): Willard Van Orman Quine
Originaltitel: Word and Object
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1960
Schlagwörter: Übersetzung, Bedeutung, Ontologie, Sprache
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam
Serie: Reclams Universal-Bibliothek
Umfang dieser Ausgabe: 504 Seiten
ISBN: 9783150099872
Verweise
Umschlag

Wort und Gegenstand (englisch Word and Object) ist das 1960 erschienene Hauptwerk von Willard Van Orman Quine. Bedeutung ist kein Museum im Kopf; was ein Satz meint, zeigt sich an der Sprache als sozialem Verhalten, und was es gibt, entscheidet die Theorie, nicht die Anschauung. Quine lehrte in Harvard und hatte den logischen Empirismus von innen aufgelöst, indem er die Trennung von analytisch und synthetisch für ein Dogma erklärte. Die deutsche Übersetzung von Joachim Schulte und Dieter Birnbacher erschien bei Reclam. Das Buch zählt, weil es Übersetzung für unbestimmbar und Ontologie für eine Entscheidung der Theorie erklärt.

Inhalt

Quine schreibt gegen die Museumstheorie der Bedeutung: gegen die Vorstellung, Wörtern hingen innere Gegenstände an, Ideen oder Sinne, die der Übersetzer nur abzulesen bräuchte. Sprache lernt das Kind am Erfolg und Misserfolg öffentlicher Reize. Wahrheit hängt an ganzen Sätzen, die an der Erfahrung scheitern oder standhalten, nicht an Termen, die einzeln die Welt spiegeln. Daraus folgt die Unbestimmtheit der Übersetzung. Ein Feldforscher, der eine völlig fremde Sprache aus dem Verhalten erschließt, kann unverträgliche Handbücher bauen, die alle zum Verhalten passen: »Gavagai« mag Hase heißen oder unabgetrenntes Hasenteil oder Hasenphase. Kein Faktum entscheidet dazwischen.

Bezeichnen ist launisch. Die Ontogenese des Hinweisens, die Tropen des Meinens, die Flucht vor der Intension: Quine reglementiert die Sprache, bis offene Sätze und Quantoren sagen, wozu man sich ontologisch verpflichtet. Wer über Zahlen, Klassen, Körper spricht, nimmt sie in den Bereich der Gegenstände auf, über die die gebundenen Variablen laufen. Empfindungen und Sinne als Extra-Entitäten werden entbehrlich, wo Verhalten und Reiz reichen. Die ontische Entscheidung ist pragmatisch: Man wählt die Theorie, die einfach erklärt und zur Naturwissenschaft passt. Analytisch und synthetisch, die alte Trennung, hält Quine schon zuvor für ein Dogma; hier wird sie durch Holismus ersetzt: Die Sätze einer Theorie stehen gemeinsam vor dem Tribunal der Erfahrung.

Unsicher bleibt, wie radikal die Unbestimmtheit ist: Ob sie nur die ferne Übersetzung trifft oder auch das Verstehen in der Muttersprache, hat Quine selbst in die Nähe der zweiten Auskunft gerückt und damit den Skandal vergrößert. Der Ton ist technisch, witzig, von einer Nüchternheit, die metaphysische Möbel aus dem Haus trägt. Wer Bedeutung als Gebrauch liest, findet hier die harte Fassung; wer Gegenstände als gegeben nimmt, findet die Auskunft, dass Gegebensein schon Theorie ist. Die Kapitel über reglementierte Sprache und ontische Entscheidung sind das trockene Herzstück, ohne das die Unbestimmtheit eine Anekdote bliebe. Donald Davidson hat die Übersetzung später als radikale Interpretation weitergeführt und Quines Reizbedeutung gelockert.

Einordnung

Das Buch ist der Klassiker der nachpositivistischen Sprachphilosophie. Es steht gegen Saul A. Kripkes spätere Name und Notwendigkeit, die Namen wieder an Gegenstände in allen möglichen Welten bindet, und neben Ludwig Wittgensteins Philosophischen Untersuchungen, deren Gebrauchstheorie Quine naturalisiert. Edmund Husserls Logische Untersuchungen wollten Bedeutung als ideale Geltung retten; Quine lässt Geltung in der Theorie aufgehen, die wir vorläufig halten. Die amerikanische Philosophie nach 1960 hat sich an diesem Band abgearbeitet, oft indem sie Ontologie zurückholte, die Quine gerade entbehrlich gemacht hatte.

Die Kritik nannte die Übersetzungskammer überzogen, den Holismus eine Drohung gegen jede lokale Prüfung, den Naturalismus eine Flucht aus der Philosophie in die Naturwissenschaft. Geblieben ist die Frage, was eigentlich festliegt, wenn Verhalten passt. Wer nach 1960 über Bedeutung, Ontologie und das, was Übersetzung nicht entscheiden kann, spricht, spricht hinter diesem Buch. Die analytische Metaphysik nach Kripke hat Quines Verbannung der Notwendigkeit nicht hingenommen und doch seine Warnung vor dem Museum der Bedeutungen behalten.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.