Name und Notwendigkeit
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Name und Notwendigkeit |
| Autor(en): | Saul A. Kripke |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Suhrkamp |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1980 |
| Seitenanzahl: | 191 Seiten |
| Originaltitel: | Naming and Necessity |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3518286560 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783518286562 |
| Schlagwörter: | Name, Notwendigkeit, Identität, mögliche Welten |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
Name und Notwendigkeit (englisch Naming and Necessity) ist das 1980 erschienene Buch von Saul A. Kripke, hervorgegangen aus drei Vorlesungen in Princeton 1970. Es hat die analytische Sprachphilosophie umgestellt: Namen bedeuten nicht durch Beschreibungen, und Notwendigkeit ist keine Sache der Erkenntnis. Kripke, früh als Logiker der Modallogik bekannt, sprach frei; die Druckfassung bewahrt den mündlichen Ton. Die deutsche Übersetzung von Ursula Wolf erschien 1981 und dann als Taschenbuch Wissenschaft. Das Buch zählt, weil es metaphysische Notwendigkeit in die Dinge zurückholt, die der logische Empirismus in die Sprache verbannt hatte.
Inhalt
Kripke schreibt gegen die klassische Theorie der Eigennamen, wie sie Frege, Russell, Wittgenstein und Searle formuliert hatten: Der Name »Aristoteles« bedeute soviel wie eine Kennzeichnung oder ein Bündel von Kennzeichnungen – der Lehrer Alexanders, der Verfasser der Metaphysik. Dagegen setzt er die kausale Namentheorie. Der Bezug wird in einer Art Taufe festgelegt und in der Sprachgemeinschaft weitergegeben; die Beschreibung, die dabei half, wird danach gleichgültig. Namen sind starre Bezeichnungsausdrücke: Sie treffen in allen möglichen Welten denselben Gegenstand, während Kennzeichnungen wandern können. »Der Lehrer Alexanders« hätte ein anderer sein können; Aristoteles nicht.
Daraus folgt die Trennung von Notwendigkeit und Apriorität. Dass der Abendstern der Morgenstern ist, kann man entdecken; es ist gleichwohl notwendig, wenn beide denselben Himmelskörper nennen. Umgekehrt kann eine Wahrheit a priori bekannt und doch zufällig sein, etwa die Festlegung eines Maßes. Kripke dehnt das Argument auf Ausdrücke für natürliche Arten aus: Gold, Wasser, Tiger sind keine Bündel wahrgenommener Merkmale, sondern Arten, deren Wesen die Naturwissenschaft trifft. Identität, wo sie gilt, gilt notwendig. Deshalb scheitert die materialistische Identitätstheorie des Geistes, die Schmerz mit einer Gehirnzustandsart gleichsetzt: Schmerz könnte ohne diesen Zustand auftreten, der Zustand ohne Schmerz.
Der Ton ist mündlich, witzig, von einer Klarheit, die Beispiele – Nixon, Moses, das Urmeter in Paris – so lange wendet, bis die Intuition umschlägt. Unsicher bleibt, wie weit die Taufe und die Kette die Bedeutung tragen, wenn Sprecher den Namen falsch verwenden, und ob mögliche Welten mehr sind als eine Redeweise. Kripke behandelt sie als Festsetzung, nicht als Reise. Das Buch ist kurz und hat die Metaphysik in die Semantik zurückgeholt, die der logische Empirismus aus ihr vertrieben hatte. Die Vorlesungen wirken leicht und haben die schwerste Verschiebung der nachpositivistischen Philosophie bewirkt.
Einordnung
Gegen Willard Van Orman Quines Wort und Gegenstand, der Notwendigkeit in die Sprache verbannen wollte, setzt Kripke die metaphysische Notwendigkeit in die Dinge. Ludwig Wittgensteins Philosophische Untersuchungen bleiben der andere Pol: Bedeutung als Gebrauch gegen Bedeutung als starre Kette. Die Wirkung auf die Philosophie des Geistes, die Artenbegriffe und die Wiederkehr der Metaphysik in der analytischen Tradition war durchgreifend. Hilary Putnam hat die Artenbegriffe in eine andere Richtung geführt und Kripke doch als den Wendepunkt anerkannt.
Die Kritik nannte die Intuitionen parteilich, die Taufe mythologisch, die möglichen Welten ontologisch aufgebläht. Geblieben ist die Unterscheidung, die Schulbücher seither vortragen: epistemisch versus metaphysisch, Kennzeichnung versus Name. Wer nach 1980 über Identität, Arten und das, was hätte anders sein können, spricht, spricht hinter diesen Vorlesungen. Die deutsche Übersetzung von Ursula Wolf hat den mündlichen Ton gehalten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
