Parmenides
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Parmenides |
| Autor(en): | Platon |
| Originaltitel: | Παρμενίδης |
| Originalsprache: | griechisch |
| Erstveröffentlichung: | |
| Schlagwörter: | Idee, Eines, Vielheit, Dialektik |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | Reclams Universal-Bibliothek |
| Umfang dieser Ausgabe: | 207 Seiten |
| ISBN: | 9783150083864 |
| Verweise | |
Parmenides ist der späte Dialog des Platon, in dem der alte Eleate den jungen Sokrates über die Ideenlehre belehrt und sie in Aporien treibt. Nirgends sonst hat Platon die Schwierigkeiten seiner eigenen Lehre so offen ausgebreitet; die Forschung liest den Text seit langem als Dokument einer Krise. Entstanden ist er um 370 vor Christus, nach den mittleren Dialogen und vor den späten Bestimmungen von Teilhabe und Mischung. Der erste Teil zerlegt die Ideen, der zweite treibt das Eine durch Hypothesen, bis fast nichts Unversehrtes bleibt. Der Dialog zählt, weil er die Zuversicht des Höhlengleichnisses der Probe unterwirft, ohne schon eine neue Lehre an ihre Stelle zu setzen.
Inhalt
Der Dialog ist gegen die naiv gesetzte Idee geschrieben: gegen die Annahme, es gebe für jede Vielheit ein eigenes Eines, das ungerührt über den Dingen schwebe. Der junge Sokrates trägt genau diese Lehre vor, und Parmenides zerlegt sie. Wenn die Idee getrennt ist, wie hat das Einzelne teil an ihr – ganz, stückweise, als Abbild? Jede Antwort erzeugt einen unendlichen Regress, den Aristoteles später den dritten Menschen nennen wird: Über Mensch und Idee des Menschen muss eine weitere Idee stehen, und so fort. Auch das Alltägliche, Schmutz und Haar, bräuchte Ideen, wenn die Lehre gelten soll; Sokrates zögert, und Parmenides lässt das Zögern stehen.
Der zweite, längere Teil führt Übungen vor. Parmenides nimmt das Eine und prüft, was folgt, wenn es ist und wenn es nicht ist, wenn es mit dem Anderen zusammenhängt und wenn nicht. Acht Hypothesen, oft auf neun gezählt, treiben Sein, Einheit, Vielheit, Bewegung, Ruhe, Zeit und Erkenntnis durch Widersprüche, bis fast nichts Unversehrtes übrigbleibt. Das ist keine Zerstörung um ihrer selbst willen. Es ist die gymnastische Dialektik, ohne die, sagt Parmenides, die Wahrheit unerreichbar bleibt. Wer die Ideen retten will, muss sie dieser Mühle aussetzen.
Der Rahmen ist eine erinnerte Erzählung: Kephalos hört von Antiphon, der von Pythodoros gehört hat, der zugegen war, als Parmenides und Zenon in Athen den jungen Sokrates trafen. Die Schichtung distanziert den Text von der Lehre, die er prüft. Der Ton ist trocken, fast schulmäßig, ohne die Mythen und Gleichnisse des Staates. Platon lässt die Aporie stehen, statt sie im Höhlengleichnis aufzulösen. Ob er die Ideen aufgibt, umbaut oder nur härtet, sagt der Dialog nicht; genau dieses Nicht-Sagen ist seine Behauptung.
Einordnung
Der Parmenides steht zwischen der mittleren Ideenlehre und den späten Dialogen, in denen Teilhabe und Mischung neu gefasst werden. Aristoteles hat in der Metaphysik die Einwände aufgenommen und die abgetrennte Idee verworfen; die neuplatonische Schule las den zweiten Teil als negative Theologie des Einen. Hegel hat die Dialektik des Einen und Vielen in der Wissenschaft der Logik als Vorläufer seiner eigenen Bewegung des Begriffs beansprucht. Die moderne Forschung schwankt zwischen Lehrkrise, parodistischer Übung und strenger Metaphysik.
Gegen den Staat, der die Idee des Guten als Sonne setzt, ist dieser Dialog die Probe, ob solches Setzen hält. Wer Platon nur aus Höhlengleichnis und Philosophenkönig kennt, kennt die Zuversicht, nicht die Selbstprüfung. Die Kritik, der zweite Teil sei unlesbar oder ein Scherz, verfehlt die Härte, mit der hier eine Lehre an sich selbst erstickt wird, ohne dass eine neue schon da wäre. Geblieben ist das Muster: dass Philosophie ihre Grundworte so lange wendet, bis sie nicht mehr selbstverständlich sind.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
