Die Dämonen

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Dämonen
Autor(en): Fjodor Dostojewski
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Anaconda
Serie:
Erscheinungsjahr: 1872
Seitenanzahl: 928 Seiten
Originaltitel: Бесы
Originalsprache: russisch
ISBN-10: 386647864X
ISBN-13/

EAN-Code:

9783866478640
Schlagwörter: Nihilismus, Verschwörung, Provinz, Mord
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Die Dämonen ist der 1871 und 1872 in der Zeitschrift Russki Westnik und 1872 als Buch erschienene Roman von Fjodor Dostojewski, im Original Бесы. Eine Provinzstadt gerät in den Sog einer verschworenen Zelle, und der Nihilismus hört auf, eine Meinung zu sein. Dostojewski hat den Stoff aus dem Mord am Studenten Iwanow durch die Gruppe um Sergei Netschajew genommen und daraus ein Gericht über eine ganze Generation gemacht. Der Titel meint die Besessenheit, nicht den Teufel im Volksmärchen. Swetlana Geier hat denselben Roman später Böse Geister genannt; die ältere deutsche Tradition bleibt bei Die Dämonen.

Inhalt

In einer russischen Gouvernementstadt lebt der alternde Literat Stepan Trofimowitsch Werchowenski auf Kosten der reichen Warwara Petrowna Stawrogina, deren Sohn Nikolai Stawrogin aus dem Ausland zurückkehrt. Stawrogin ist schön, kalt und ohne festen Glauben; um ihn sammeln sich Erwartungen, die er nicht erfüllen will. Stepans Sohn Pjotr Werchowenski kommt als Agitator, gründet einen Fünferbund und will Stawrogin zum Idol einer Revolution machen, die er selbst dirigiert. Zum Kreis gehören der Ingenieur Kirillow, der sich um der menschlichen Gottheit willen umbringen will, der ehemalige Student Schatow, der vom Glauben an das Volk spricht und die Zelle verlassen hat, der Beamte Ljamschin, der Philosoph Schigaljow mit seiner Lehre, dass die Freiheit in der Sklaverei münde, und der Verwalter Liputin. Der Erzähler, ein Chronist der Stadt, sieht zu, wie aus Reden Taten werden.

Stawrogin ist heimlich mit der schwachsinnigen Marja Lebjadkina verheiratet, der Schwester des Trinkers Lebjadkin; er hat in Petersburg ein Kind geschändet, was ein langes, zeitweise gestrichenes Bekenntnis festhält. Er fordert einen Duellanten, beißt einem Mann ins Ohr, bleibt aber innerlich leer. Pjotr hetzt die Stadt: Ein Fest im Adelsklub entgleist, Brände legen Viertel in Asche, Marja und Lebjadkin werden ermordet. Der Bund soll durch ein gemeinsames Verbrechen festgezurrt werden. Pjotr bestimmt Schatow zum Opfer, weil der aussteigen will. In einem Park erschießt die Gruppe Schatow; Kirillow, der ohnehin sterben wollte, soll in einem fingierten Geständnis die Tat auf sich nehmen und tut es, bevor er sich erschießt.

Die Verschwörung zerfällt, sobald Blut geflossen ist. Pjotr entkommt. Stepan Trofimowitsch verlässt die Stadt zu Fuß, trifft unterwegs eine wandernde Verkäuferin der Evangelien und stirbt, nachdem er die Geschichte der Dämonen, die in die Säue fahren, auf Russland bezogen hat. Stawrogin schreibt Warwara Petrowna, er habe nichts geliebt, und erhängt sich auf seinem Gut. Die Stadt bleibt mit den Toten und mit der Einsicht zurück, dass die Ideen, die aus den Hauptstädten kamen, hier Menschen gefressen haben. Der Chronist ordnet, was er gesehen hat, ohne es heilen zu können.

Einordnung

Dostojewski hat den politischen Roman nicht zur Flugschrift gemacht. Pjotr ist der Techniker der Zerstörung, Stawrogin das leere Zentrum, um das sich die anderen drehen; zwischen ihnen liegt die Frage, was aus Ideen wird, wenn niemand mehr an Gott und an den anderen Menschen gebunden ist. Das Buch ist eine Abrechnung mit dem Nihilismus der sechziger Jahre und zugleich genauer als jede Abrechnung, weil es den Vätern – Stepan Trofimowitsch, den liberalen Schwätzern – die Söhne nicht erspart. Die gestrichene Beichte Stawrogins gehört zum Kern: Ohne sie bleibt der kalte Held eine Attrappe.

Die Zensur, die Übersetzungen und die Titel haben das Buch lange verschoben. Im zwanzigsten Jahrhundert haben es Gegner der Revolution als Prophezeiung gelesen, oft gröber, als es geschrieben ist. Albert Camus hat eine Bühnenfassung gemacht; die Oper und der Film haben nachgezogen. Neben Schuld und Sühne und Der Idiot ist Die Dämonen das härteste der großen Bücher: nicht weil es mehr Blut vergösse, sondern weil die Leere auf dem Gut Stawrogins am Ende keine Reue mehr kennt. Die angegebene Ausgabe folgt einer Übersetzung aus dem Russischen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.