Die Welle
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Welle |
| Autor(en): | Morton Rhue |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Ravensburger |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1981 |
| Seitenanzahl: | 192 Seiten |
| Originaltitel: | The Wave |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3473580082 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783473580088 |
| Schlagwörter: | Experiment, Schule, Faschismus, Mitläufer |
| Sachgebiete: | Jugendroman |
| Rezensionen | |
Die Welle von Morton Rhue, dem Decknamen von Todd Strasser, erschien 1981 in den Vereinigten Staaten und 1984 deutsch in der Übersetzung von Hans-Georg Noack. Der Jugendroman folgt einem Unterrichtsversuch, der eine Schulklasse in wenigen Tagen in eine Gefolgschaft verwandelt. Grundlage ist das Experiment The Third Wave, das der Lehrer Ron Jones 1967 an einer Oberschule in Palo Alto unternahm; Rhue arbeitete nach einem Fernsehspiel, nicht nach einem Bericht aus dem Klassenzimmer. Die deutsche Ausgabe ist seit den achtziger Jahren Schullektüre. Sie zeigt, wie Disziplin, Gemeinschaft und Handeln ohne Inhalt ausreichen, um aus Mitschülern Wächter zu machen.
Inhalt
Der Geschichtslehrer Ben Ross zeigt an der Gordon High School einen Film über die Judenvernichtung. Die Klasse versteht die Betroffenheit, nicht aber, wie gewöhnliche Leute mitgemacht haben sollen; sie hält sich für gefeit. Ross antwortet mit einem Versuch. Am ersten Tag verlangt er Haltung, Aufstehen, knappe Antworten: Macht durch Disziplin. Am zweiten Tag stiftet er ein Zeichen, einen Gruß und das Gefühl, zusammenzugehören: Macht durch Gemeinschaft. Am dritten Tag verpflichtet er die Schüler, neue Mitglieder zu werben und Abweichung zu melden: Macht durch Handeln. Mitgliedskarten unterscheiden einfache Angehörige und Führende. Die Bewegung heißt die Welle und hat kein Ziel außer sich selbst.
Außenseiter wie Robert Billings blühen auf, weil die Gruppe ihn trägt. Die Sportmannschaft übernimmt den Gruß, die Welle schwappt über die Geschichtsstunde hinaus, Mitgliedschaft wird Zwang. Laurie Saunders, Redakteurin der Schülerzeitung, bleibt misstrauisch; ihr Freund David Collins hält die Bedenken für Eifersucht, weil Lauries altes Ansehen schwindet. Freundschaften zerbrechen. Ross merkt, dass die Klasse Fakten hersagt und nicht mehr prüft. Erst als ein jüdischer Schüler Gewalt erfährt, weil er sich nicht anschließt, begreift Ross, dass der Versuch zu gut gelungen ist. Seine Frau drängt ihn zum Abbruch. Der Direktor gewährt Frist bis zum Nachmittag und droht mit Entlassung.
Ross beruft eine Versammlung nur für Mitglieder und verspricht den Auftritt eines Führers. Statt eines Redners erscheint das Bild Adolf Hitlers. Ross sagt den Schülern, sie wären alle taugliche Nationalsozialisten gewesen. Entsetzen löst die Gruppe auf; die meisten wollen vergessen und die Einsicht behalten. Am härtesten trifft das Ende Robert, der zum ersten Mal dazugehört hat. Ross spricht lange mit ihm. Der Roman schließt nicht mit Strafe, sondern mit der Einsicht, dass die Bereitschaft zum Mitlaufen keine fremde Eigenschaft ist. Was in Palo Alto Tage dauerte, braucht in der Geschichte keine Jahre, sobald Zeichen, Gruß und Angst vor dem Ausschluss beisammen sind.
Einordnung
Rhue schreibt knappe Jugendszenen, keine Theorie des Faschismus. Gerade die Leere der Welle ist die Lehre: Es braucht keine Weltanschauung, nur Zugehörigkeit und den Auftrag, andere zu holen. Der Fernsehfilm von 1981 und Dennis Gansels deutsche Kinoversion von 2008, die den Stoff in die Gegenwart der Bundesrepublik holt und anders endet, haben das Buch oft überdeckt. In der Schule steht der Roman neben Zeugnissen der NS-Zeit, obwohl er in Kalifornien spielt; die Verschiebung ist Absicht. Sie nimmt den Schülern die Ausrede, das sei damals und anderswo gewesen.
Kritik hat dem Text Flachheit vorgeworfen und die Nähe zur Unterrichtshilfe. Beides ändert nichts daran, dass kaum ein anderes Jugendbuch im deutschen Sprachraum so oft gelesen worden ist, wenn von Mitläufertum die Rede ist. Ron Jones' eigener Bericht und spätere Widersprüche der Beteiligten zeigen, wie unsicher die historische Vorlage ist; der Roman hat sich davon gelöst. Wer nach 1981 über Schule und Autorität spricht, kennt die drei Sätze an der Tafel. Sie klingen harmlos, bis jemand den Gruß verweigert.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
