Das Heilige und das Profane

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Das Heilige und das Profane
Autor(en): Mircea Eliade
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Insel
Serie:
Erscheinungsjahr: 1957
Seitenanzahl: 188 Seiten
Originaltitel: Le Sacré et le Profane
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3458141928
ISBN-13/

EAN-Code:

9783458141921
Schlagwörter: Heilig, Profan, Mythos, Zeit
Sachgebiete: Sachbuch, Religionswissenschaft
Rezensionen
Umschlag

Das Heilige und das Profane. Vom Wesen des Religiösen (französisch Le Sacré et le Profane) ist das 1957 erschienene Buch von Mircea Eliade. Der religiöse Mensch lebt in einer gespaltenen Welt: Hier der profane Raum der Alltäglichkeit, dort die Einbrüche des Heiligen, die Orientierung stiften.

Inhalt

Eliade setzt bei Rudolf Otto an und holt das Numinose aus der Innenerfahrung in Raum und Zeit. Heilig wird ein Ort, weil dort etwas erscheint – eine Hierophanie, eine Sichtbarwerdung des ganz Anderen in Baum, Stein, Tempel, Berg. Der heilige Raum hat eine Mitte, eine Achse, die Himmel und Erde verbindet; von ihr aus ist die Welt bewohnbar. Der profane Raum ist homogen, ohne Vorzugsstelle, die Welt des modernen Menschen, der ohne solche Mitte auskommen muss. Heilige Zeit ist die der Feste: Sie wiederholt den Ursprung, das illud tempus, die Zeit der Götter und Ahnen, und unterbricht die vergehende Dauer. Mythos erzählt, wie die Welt eingerichtet wurde; Ritual führt es wieder auf.

Die Methode ist morphologisch. Eliade vergleicht, über Kulturen und Epochen hinweg, Formen des Heiligen, als hätten sie ein Wesen, das sich wiederholt: Wiedergeburt, Zentrum, Chaos und Kosmos, der ewige Kreislauf gegen die lineare Geschichte. Der Homo religiosus ist der Mensch, der in dieser Ordnung lebt. Der moderne Mensch hat sie nicht abgeschafft, er hat sie verdeckt: in Roman, in Fest, in der Sehnsucht nach Ursprung. Eliade schreibt eine Phänomenologie, keine Soziologie. Gesellschaft, Macht, Geschlecht treten zurück hinter die Struktur des Heiligen.

Das Buch ist knapp, schulbildend, aus Vorlesungen entstanden. Es macht aus der Religionswissenschaft eine Lehre von Mustern. Die Stärke ist die Klarheit der Unterscheidung. Die Gefahr ist dieselbe: Was sich gleicht, wird gleichgesetzt. Wer nur die Formen sieht, sieht nicht, wer den Tempel baut und wen er ausschließt.

Einordnung

Eliade hat die Religionswissenschaft des Nachkriegs mehr geprägt als jeder andere Vergleicher, und er hat sie mit einer Methode belastet, die Geschichte in Wiederholung auflöst. Die Nähe zur Eisernen Garde in den dreißiger Jahren – Artikel, öffentliche Parteinahme für die rumänische faschistische Bewegung – gehört zur Biographie und färbt die Rede vom Ursprung, vom Volk, vom Heiligen gegen die Moderne. Eliade hat das später beschwiegen oder umgedeutet; die Forschung hat es nicht vergessen. Neben Ottos Das Heilige steht das Buch als Verräumlichung derselben Idee, neben Saids Orientalismus als der andere Blick auf fremde Religionen: hier sammelnd und wesensuchend, dort als Herrschaftsverhältnis. Wer Eliade nur als Kartographen des Heiligen liest, unterschlägt die Politik im Wunsch nach Ursprung.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.