Gefängnishefte

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Gefängnishefte
Autor(en): Antonio Gramsci
Herausgeber: Klaus Bochmann, Wolfgang Fritz Haug
Erscheinungsort:
Verlag: Argument
Serie:
Erscheinungsjahr: 1948
Seitenanzahl: 3542 Seiten
Originaltitel: Quaderni del carcere
Originalsprache: italienisch
ISBN-10: 3867541000
ISBN-13/

EAN-Code:

9783867541008
Schlagwörter: Hegemonie, Zivilgesellschaft, Intellektuelle, Alltag
Sachgebiete: Sachbuch, Politik
Rezensionen
Umschlag

Die Gefängnishefte (italienisch Quaderni del carcere) sind die in Haft entstandenen Aufzeichnungen von Antonio Gramsci. Geschrieben 1929 bis 1935, zuerst unvollständig 1948 bis 1951 veröffentlicht. Die Infobox folgt der deutschen Gesamtausgabe in zehn Bänden.

Inhalt

Gramsci fragt, warum die Herrschaft hält, wenn der Zwang nicht reicht. Hegemonie ist die Antwort: Die herrschende Klasse führt, indem sie ihre Interessen als die allgemeinen erscheinen lässt – in Schule, Zeitung, Kirche, Alltag, gesundem Menschenverstand. Die Zivilgesellschaft ist kein Gegenort zum Staat; sie ist das Gelände, auf dem diese Führung erkämpft wird.

Der Intellektuelle ist nicht der Gelehrte. Organisch ist, wer einer Klasse Sprache gibt; traditionell, wer die alte Ordnung als Bildung verwaltet. Philosophie der Praxis heißt: Denken, das die Welt verändern will, ohne die Köpfe zu überspringen. Machiavelli wird zum Lehrer der Politik, nicht der List allein; der Alltagsverstand zum Schlachtfeld.

Die Hefte sind Brüche, Listen, Anläufe. Zensur und Krankheit haben die Form diktiert. Kein System, ein Arbeitsbuch. Gerade deshalb ist es nicht zu schließen: Jede Zeit findet darin die Stelle, an der Führung und Widerstand sich heute treffen.

Einordnung

Kein marxistischer Text des Jahrhunderts hat die Kultur so ernst genommen, ohne sie zur Dekoration zu machen. Neben dem Manifest der Kommunistischen Partei und gegen den Katechismus, den Josef Stalin hersagen ließ, stehen die Hefte als Politik, die im Alltag beginnt. Die Kulturwissenschaften haben Hegemonie zum Jargon gemacht; die Parteien haben Gramsci zum Kronzeugen der Geduld erklärt. Wer ihn nur als Theoretiker der Zivilgesellschaft liest, unterschlägt das Gefängnis. Wer nur den Märtyrer sieht, unterschlägt die Begriffe.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.