Objektivität

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Lorraine Daston, Peter Galison · 2007 · Sachbuch, Kulturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Objektivität
Autor(en): Lorraine Daston, Peter Galison
Originaltitel: Objectivity
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2007
Schlagwörter: Atlas, Tugend, Wissenschaft, Bild
Sachgebiete: Sachbuch, Kulturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 530 Seiten
ISBN: 9783518584866
Verweise


Objektivität erschien 2007, deutsch im selben Jahr bei Suhrkamp. Lorraine Daston und Peter Galison schreiben eine Geschichte der wissenschaftlichen Tugend: Objektivität ist kein Naturgesetz der Erkenntnis, sondern ein Ensemble von Praktiken, das kommt, wechselt, Bilder verlangt.

Inhalt

Drei Regime tragen das Buch. Die Wahrheit nach der Natur: der Atlas, der das Typische zeigt, nicht das Einzelne, mit dem geschulten Auge des Zeichners. Die mechanische Objektivität des 19. Jahrhunderts: der Verzicht auf das eingreifende Selbst, Fotografie, Spur, die Disziplin, nicht zu verschönern. Das geschulte Urteil des 20.: wieder Interpretation, diesmal als Expertise, die das mechanische Bild liest. Kein Regime löscht das andere ganz; sie lagern sich, streiten, definieren, was als Tatsache gelten darf. Objektivität ist eine Moral der Erkenntnis – Unpersönlichkeit, Aufmerksamkeit, die Askese des Blicks –, keine Eigenschaft der Welt. Wer Daston nur als Mitautorin liest, unterschlägt die Berliner Wissenschaftsgeschichte. Wer nur Galison kennt, unterschlägt die Tugendlehre.

Das Buch ist archivschwer, erzählend, mit Tafeln, die das Argument tragen. Die Kritik nannte das zu museal, zu wenig Gesellschaft, eine Geschichte ohne Klasse und Kolonie. Die Autoren halten an den Bildern fest, weil ohne sie Objektivität eine philosophische Formel bleibt. Die Gefahr ist die Eleganz: Drei Epochentugenden, zu glatt für Labore, die immer gemischt haben. Der Band bleibt das Organon, an dem Seminare die Wissenschaft als Kultur messen.

Die deutsche Simultanausgabe machte den Text zum Kanon der Wissenschaftsgeschichte und der Kulturwissenschaft. Wer das Buch als Relativismus liest, hat die Pointe verkehrt: Es geht nicht darum, dass nichts wahr sei, sondern darum, dass Wahrheit historisch disziplinierte Augen braucht.

Einordnung

Ohne dieses Buch bleibt Objektivität eine Selbstverständlichkeit oder deren Denunziation. Daston und Galison haben ihr die Geschichte gegeben. Wer nach 2007 von wissenschaftlicher Neutralität spricht, ohne Atlas und Tugend, spricht hinter diesem Band.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.