Schlaflos im Spätkapitalismus: Unterschied zwischen den Versionen
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SCHLAGWORT = Schlaf, Aufmerksamkeit, Kapitalismus, Nacht| | |||
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''24/7. Schlaflos im Spätkapitalismus'' erschien 2013, deutsch 2014 bei Wagenbach. [[Autor:Jonathan Crary|Jonathan Crary]] behauptet, der Schlaf sei der letzte Streifen Leben, der sich der ununterbrochenen Verwertung sperrt – und genau deshalb unter Druck gerät. | |||
== Inhalt == | |||
Rund um die Uhr: Einkaufen, Arbeiten, Kommunizieren, Leuchten. Die Grenze von Tag und Nacht, Arbeit und Freizeit, Wachen und Schlafen erodiert nicht als Unglück, sondern als Programm. Antischlafmittel, der erhellte Himmel, die Infrastruktur der ständigen Erreichbarkeit gehören zusammen. Hunger, Sex, Durst wurden früh zur Ware; der Schlaf blieb länger widerspenstig, weil wer schläft, nicht kauft und nicht leistet. Crary schreibt Kunst- und Mediengeschichte als Zeitdiagnose: Der Beobachter, den ''[[Techniken des Betrachters]]'' im 19. Jahrhundert zerlegbar machte, ist nun rund um die Uhr auf Sendung. Wer nur das ältere Buch kennt, unterschlägt die Gegenwartsklinge. Wer nur die Schlaflosigkeit als Lebensstil liest, unterschlägt das Kapital. | |||
Das Buch ist schmal, düster, ohne Rezepte. Die Kritik nannte das zu kulturpessimistisch, zu wenig Empirie der Schichtarbeit, zu New York. Crary hält dagegen, dass die Formel 24/7 gerade die Ungleichheit verschleiert: Nicht alle wachen gleich, aber die Norm des ununterbrochenen Funktionierens richtet alle zu. Die Gefahr ist die Nostalgie der zehn Stunden Schlaf als goldenes Zeitalter. Der Band will den Schlaf nicht romantisieren; er will ihn als Grenze der Verwertung kenntlich machen. | |||
Die deutsche Ausgabe bei Wagenbach machte den Titel zum Feuilletonschlagwort. Seminare der Medienwissenschaft haben ihn neben Fisher gestellt. Wer das Buch als Aufforderung zur digitalen Diät liest, hat die Infrastruktur übersprungen, die den Schlaf angreift, bevor das Individuum wählt. | |||
== Einordnung == | |||
Ohne dieses Buch bleibt die Kritik des Digitalen eine Moral der Ablenkung. Crary hat ihr den Schlaf als politischen Rest gegeben. Wer nach 2013 von Aufmerksamkeit spricht, ohne die Nacht, spricht hinter diesem Band. | |||
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Version vom 25. August 2026, 07:17 Uhr
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Schlaflos im Spätkapitalismus |
| Autor(en): | Jonathan Crary |
| Originaltitel: | 24/7: Late Capitalism and the Ends of Sleep |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2013 |
| Schlagwörter: | Schlaf, Aufmerksamkeit, Kapitalismus, Nacht |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Zeitdiagnose |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Wagenbach |
| Serie: | Wagenbachs Taschenbücher |
| Umfang dieser Ausgabe: | 108 Seiten |
| ISBN: | 9783803136534 |
| Verweise | |
24/7. Schlaflos im Spätkapitalismus erschien 2013, deutsch 2014 bei Wagenbach. Jonathan Crary behauptet, der Schlaf sei der letzte Streifen Leben, der sich der ununterbrochenen Verwertung sperrt – und genau deshalb unter Druck gerät.
Inhalt
Rund um die Uhr: Einkaufen, Arbeiten, Kommunizieren, Leuchten. Die Grenze von Tag und Nacht, Arbeit und Freizeit, Wachen und Schlafen erodiert nicht als Unglück, sondern als Programm. Antischlafmittel, der erhellte Himmel, die Infrastruktur der ständigen Erreichbarkeit gehören zusammen. Hunger, Sex, Durst wurden früh zur Ware; der Schlaf blieb länger widerspenstig, weil wer schläft, nicht kauft und nicht leistet. Crary schreibt Kunst- und Mediengeschichte als Zeitdiagnose: Der Beobachter, den Techniken des Betrachters im 19. Jahrhundert zerlegbar machte, ist nun rund um die Uhr auf Sendung. Wer nur das ältere Buch kennt, unterschlägt die Gegenwartsklinge. Wer nur die Schlaflosigkeit als Lebensstil liest, unterschlägt das Kapital.
Das Buch ist schmal, düster, ohne Rezepte. Die Kritik nannte das zu kulturpessimistisch, zu wenig Empirie der Schichtarbeit, zu New York. Crary hält dagegen, dass die Formel 24/7 gerade die Ungleichheit verschleiert: Nicht alle wachen gleich, aber die Norm des ununterbrochenen Funktionierens richtet alle zu. Die Gefahr ist die Nostalgie der zehn Stunden Schlaf als goldenes Zeitalter. Der Band will den Schlaf nicht romantisieren; er will ihn als Grenze der Verwertung kenntlich machen.
Die deutsche Ausgabe bei Wagenbach machte den Titel zum Feuilletonschlagwort. Seminare der Medienwissenschaft haben ihn neben Fisher gestellt. Wer das Buch als Aufforderung zur digitalen Diät liest, hat die Infrastruktur übersprungen, die den Schlaf angreift, bevor das Individuum wählt.
Einordnung
Ohne dieses Buch bleibt die Kritik des Digitalen eine Moral der Ablenkung. Crary hat ihr den Schlaf als politischen Rest gegeben. Wer nach 2013 von Aufmerksamkeit spricht, ohne die Nacht, spricht hinter diesem Band.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
