Die Kunst des Liebens: Unterschied zwischen den Versionen
(Neuer Werkartikel (Geisteswerke).) |
(Ideen-Zettel ergänzt) |
||
| (Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt) | |||
| Zeile 32: | Zeile 32: | ||
Das Missverständnis liegt darin, den Text als Ratgeber zum Paarglück oder als bloße Predigt gegen den Kapitalismus zu lesen. Fromm verlangt Übung und hält zugleich fest, dass die Gesellschaftsordnung der Übung entgegensteht. Kritik hat die Idealtypen der Geschlechter und die Reichweite der Marktmetapher genannt. Geblieben ist die Verschiebung der Frage: nicht wie man geliebt wird, sondern ob man zu lieben vermag – und die unbequeme Auskunft, dass dieses Vermögen nicht privat bleibt. | Das Missverständnis liegt darin, den Text als Ratgeber zum Paarglück oder als bloße Predigt gegen den Kapitalismus zu lesen. Fromm verlangt Übung und hält zugleich fest, dass die Gesellschaftsordnung der Übung entgegensteht. Kritik hat die Idealtypen der Geschlechter und die Reichweite der Marktmetapher genannt. Geblieben ist die Verschiebung der Frage: nicht wie man geliebt wird, sondern ob man zu lieben vermag – und die unbequeme Auskunft, dass dieses Vermögen nicht privat bleibt. | ||
| + | |||
| + | == Ideen == | ||
| + | |||
| + | [[Zettel:Liebe|Liebe]] | ||
[[Kategorie:Sachbuch]] | [[Kategorie:Sachbuch]] | ||
| + | [[Kategorie:Psychologie]] | ||
{{KI-Hinweis|Grok 4.6, xAI}} | {{KI-Hinweis|Grok 4.6, xAI}} | ||
Aktuelle Version vom 23. August 2026, 19:37 Uhr
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Kunst des Liebens |
| Autor(en): | Erich Fromm |
| Originaltitel: | The Art of Loving |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1956 |
| Schlagwörter: | Liebe, Entfremdung, Kapitalismus, Reife |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Psychologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Ullstein
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 160 Seiten |
| ISBN: | 9783548367842 |
| Verweise | |
Die Kunst des Liebens ist das 1956 in New York erschienene gesellschaftskritische Werk des Sozialpsychologen Erich Fromm. Der Originaltitel lautet The Art of Loving. An Inquiry into the Nature of Love. Die erste deutsche Übersetzung von Günter Eichel kam 1959 bei Ullstein heraus. Noch vor Haben oder Sein wurde der schmale Band Fromms bekanntestes Buch, in Dutzende Sprachen übersetzt und in Millionen Exemplaren verkauft. Fromm analysiert die Liebe als erlernbare Tätigkeit und zugleich als das, was der Kapitalismus am gründlichsten verstellt.
Inhalt
Fromm schreibt gegen drei Irrtümer. Die meisten Menschen suchten das Problem der Liebe darin, geliebt zu werden, nicht in der eigenen Fähigkeit zu lieben; sie arbeiteten an Beliebtheit und Anziehung, als wären das die Kunst. Sie behandelten die Liebe als Frage des Objekts, nicht der Haltung, und verwechselten das anfängliche Verliebtsein mit dem dauernden Lieben. Liebe sei eine Kunst, zu der Theorie, Übung und der Vorrang vor Erfolg, Ansehen, Geld und Macht gehörten. Das Bewusstsein der Getrenntheit ohne Wiedervereinigung durch Liebe sei Quelle von Scham, Schuld und Angst. Falsche Wege zur Einheit seien Rausch, Anpassung an die Menge und bloß subjektive Schaffenskraft. Unreife Bindung erscheine als Symbiose: masochistische Unterwerfung unter einen Götzen oder sadistische Herrschaft. Reife Liebe bewahre die Integrität beider und sei primär gebend. Ihre Elemente heißen Fürsorge, Verantwortung, Achtung und Erkenntnis.
Die Arten der Liebe unterscheidet Fromm nach dem Gegenstand, ohne sie voneinander abzulösen. Nächstenliebe liege allen zugrunde: Liebe unter Gleichen. Mutterliebe müsse nähren und loslassen können. Erotische Liebe wolle aus Getrennten eines machen, bleibe aber leer, wenn die körperliche Vereinigung nicht von Nächstenliebe getragen sei; Exklusivität werde oft mit Besitz verwechselt, ein zweisamer Egoismus. Selbstliebe sei nicht Selbstsucht: Wer nur andere lieben könne, könne überhaupt nicht lieben; der Selbstsüchtige hasse sich. Die Liebe zu Gott durchlaufe Stufen von der Muttergottheit über den fordernden Vater zum unpersönlichen Symbol, wobei Fromm das rechte Handeln über den rechten Glauben stellt. Im dritten Teil zerlegt er den Verfall in der westlichen Gesellschaft der fünfziger Jahre: Der Markt reguliere Beziehungen, Arbeitsteilung mache den Einzelnen austauschbar, Bürokratie verwalte oben wie in den Gegenorganisationen. Menschen betäubten die Getrenntheit in mechanischer Arbeit und passivem Verbrauch. Fromm vergleicht das mit der Welt aus Aldous Huxleys Roman Schöne neue Welt.
Die Praxis verlangt Disziplin, Konzentration, Geduld, Ernst und ein Gespür für die innere Stimme, dazu die Überwindung des Narzissmus, rationalen Glauben und Tätigsein aus sich heraus. Fromm stützt sich auf eigene frühere Bücher, auf Sigmund Freud, den er als patriarchalisch kritisiert, und auf Max Webers Analyse der Bürokratie. Unsicher wird die Schrift, wo männlicher und weiblicher Charakter als Idealtypen – Initiative gegen Geduld, Führung gegen Mütterlichkeit – die historische Last der Geschlechterordnung mittragen, auch wenn Fromm Mischformen zugesteht. Das Prinzip der Liebe und das Prinzip des Kapitalismus seien unvereinbar; in Ausnahmefällen bleibe dem Einzelnen ein Gestaltungsraum. Der Ton ist klar, lehrhaft, ohne Klinikjargon, und endet nicht mit einem Rezept, sondern mit der Diagnose der Unvereinbarkeit.
Einordnung
In Deutschland wirkte das Buch vor allem in den sechziger Jahren über Fachkreise hinaus, als Stimme einer humanistischen Psychoanalyse, die Marxsche Entfremdung und Freudsche Triebtheorie zusammendachte. Fromm war vom Frankfurter Institut für Sozialforschung in die Vereinigten Staaten gegangen; die Kunst des Liebens popularisiert, was in Die Furcht vor der Freiheit und Wege aus einer kranken Gesellschaft strenger steht. Nachbarschaft hat der Band zu Das andere Geschlecht, das die Lage der Frau politisch wendet, und zur Dialektik der Aufklärung, die Kulturindustrie statt Marktliebe beschreibt. Die spätere Formel Haben oder Sein ist hier schon angelegt: Liebe als Tätigkeit gegen Liebe als Tausch.
Das Missverständnis liegt darin, den Text als Ratgeber zum Paarglück oder als bloße Predigt gegen den Kapitalismus zu lesen. Fromm verlangt Übung und hält zugleich fest, dass die Gesellschaftsordnung der Übung entgegensteht. Kritik hat die Idealtypen der Geschlechter und die Reichweite der Marktmetapher genannt. Geblieben ist die Verschiebung der Frage: nicht wie man geliebt wird, sondern ob man zu lieben vermag – und die unbequeme Auskunft, dass dieses Vermögen nicht privat bleibt.
Ideen
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
