Das kulturelle Gedächtnis: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
(Neuer Werkartikel: Geisteswissenschaft)
 
(ISBN: greifbare Ausgabe mit Umschlagbild)
 
Zeile 10: Zeile 10:
 
  OT = -|
 
  OT = -|
 
  OS = deutsch|
 
  OS = deutsch|
  ISBN10 = 3406360882|
+
  ISBN10 = 3406729878|
  ISBN13 = 9783406360886|
+
  ISBN13 = 9783406729874|
 
  SCHLAGWORT = Erinnerung, Kult, Schrift, Identität|
 
  SCHLAGWORT = Erinnerung, Kult, Schrift, Identität|
 
  SACH = Sachbuch, Religionswissenschaft|
 
  SACH = Sachbuch, Religionswissenschaft|

Aktuelle Version vom 19. August 2026, 17:25 Uhr

Daten zum Buch
Deutscher Titel: Das kulturelle Gedächtnis
Autor(en): Jan Assmann
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: C.H. Beck
Serie:
Erscheinungsjahr: 1992
Seitenanzahl: 344 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3406729878
ISBN-13/

EAN-Code:

9783406729874
Schlagwörter: Erinnerung, Kult, Schrift, Identität
Sachgebiete: Sachbuch, Religionswissenschaft
Rezensionen
Umschlag

Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen ist das 1992 erschienene Buch von Jan Assmann. Gesellschaften erinnern nicht nur, was gestern war – sie stiften, was sie sind, indem sie eine ferne Vergangenheit festlegen.

Inhalt

Assmann trennt zwei Register. Das kommunikative Gedächtnis reicht etwa drei Generationen, achtzig Jahre: das, was Zeitgenossen einander noch erzählen können. Das kulturelle Gedächtnis reicht darüber hinaus. Es braucht Träger – Ritus, Fest, Denkmal, Kanon, Schrift – und Spezialisten, die es hüten. Es ist nicht das spontane Erinnern, sondern eine geformte Vergangenheit, die Identität bindet: Wir sind die, die diesen Auszug, diesen Bund, diesen König, diesen Text haben. Wo das kommunikative Gedächtnis verblasst, setzt das kulturelle ein, oft härter, reiner, mythischer.

Schrift verändert die Lage, schafft sie nicht allein. Assmann führt durch Ägypten, Israel, Griechenland. In Ägypten trägt der Kult das Gedächtnis; die Schrift dient dem Staat und den Toten. In Israel wird der Kanon zum Ort der Erinnerung: das Volk der Schrift, das ohne König und Tempel weiterbestehen kann, weil der Text die Identität hält. Griechenland erfindet die Geschichte neben dem Mythos. Politische Identität entsteht, wo Erinnerung gebunden und Vergessen organisiert wird. Kanon heißt: Dies und nicht jenes. Häresie ist die andere Erinnerung.

Das Buch ist grundlegend, vergleichend, aus der Ägyptologie gekommen und in die Kulturwissenschaft ausgewandert. Es verdankt Aleida Assmann die literaturwissenschaftliche Seite, ohne sie zum Gemeinschaftswerk zu machen. Der Ton ist nüchtern, mit Begriffen, die seither überall laufen: kulturelles Gedächtnis, Speicher, Funktionsgedächtnis. Die Gefahr ist die Glätte. Wer nur die Form sieht, sieht nicht, wer den Kanon schreibt und wen er stumm macht. Moses der Ägypter hat später gezeigt, wie eine solche Erinnerung an einer Unterscheidung hängt.

Einordnung

Kaum ein kulturwissenschaftliches Wort der neunziger Jahre ist so kanonisch geworden. Museen, Gedenkstätten, die Rede vom Erinnern nach 1989 haben Assmanns Unterscheidung übernommen, oft ohne Ägypten. Die Kritik nennt das Modell zu staatenförmig, zu männlich-priesterlich, zu wenig alltagsnah. Geblieben ist die Einsicht, dass Vergangenheit Arbeit ist. Wer nach 1992 von Identität spricht, ohne zu fragen, welche Vergangenheit sie trägt und welche sie streicht, spricht hinter diesem Buch.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.