Über die Herrschaft der Fürsten
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Über die Herrschaft der Fürsten |
| Autor(en): | Thomas von Aquin |
| Originaltitel: | De regno ad regem Cypri |
| Originalsprache: | lateinisch |
| Erstveröffentlichung: | 1267 |
| Schlagwörter: | Königtum, Gemeinwohl, Tyrannis, Fürstenspiegel |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Politik |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 93 Seiten |
| ISBN: | 9783150093269 |
| Verweise | |
Über die Herrschaft der Fürsten ist der verbreitete deutsche Titel des staatsphilosophischen Fragments De regno ad regem Cypri von Thomas von Aquin, in unkritischen Ausgaben auch De regimine principum. Die Datierung schwankt zwischen 1265 und 1273; häufig wird 1267 genannt. Gewidmet ist die Schrift einem namentlich nicht genannten König von Zypern, vermutlich Hugo II. oder Hugo III. des Kreuzfahrerstaates. Nur das erste Buch und die ersten vier Kapitel des zweiten stammen von Thomas; ein Schüler, Tholomäus von Lucca, setzte den Text etwa vierzig Jahre später fort, ohne Rang und Plan zu halten. Die Reclam-Übersetzung von Friedrich Schreyvogl folgt nicht der kritischen Leonina-Ausgabe von 1979. Die Schrift ist nicht zu verwechseln mit dem Fürstenspiegel gleichen lateinischen Titels von Aegidius Romanus.
Inhalt
Thomas schreibt gegen eine Herrschaft, die das eigene Wohl an die Stelle des gemeinsamen setzt, und gegen die bloße Macht ohne Ausrichtung auf das gute Leben. Stark an Aristoteles’ Politik gelehnt, liefert er eine christliche Zusammenführung: der Mensch ist von Natur auf das Zusammenleben angewiesen, das Gemeinwesen braucht eine einende Leitung, und das Ziel dieser Leitung ist das Gemeinwohl, nicht der Nutzen des Herrn. Über Aristoteles hinaus bleibt das theologische Motiv kenntlich: irdische Herrschaft ist bezogen auf die Ordnung, deren Ursprung Gott ist. Der Fürst soll einigend wirken, wie die Vernunft im Einzelnen die Kräfte einigt.
An Königtum und Tyrannis entfaltet sich die Behauptung. Die Herrschaft eines Einzelnen kann die Einheit des Gesellschaftskörpers am ehesten gewährleisten; sie gilt darum als vorzügliche Form, sofern der König das Wohl aller im Auge hat. Schlägt sie in Tyrannis um – Herrschaft um des eigenen Vorteils willen –, ist sie die ungerechteste, weil sie am weitesten vom Gemeinwohl entfernt ist. Thomas erörtert, wie man der Tyrannis vorbeugt und was einem Volk bleibt, das unter ihr leidet; die späteren, nichtthomasischen Bücher füllen das mit römischer und städtischer Beispielmasse, die den ursprünglichen Plan sprengt. Der Fürstenspiegel redet den König von Zypern an, nicht den Tyrannen als Lehrstück der Notwendigkeit wie Machiavellis Der Fürst.
Unsicher wird das Werk schon im thomasischen Stück durch einen inneren Widerspruch, den die Forschung benannt hat: einmal vollendet die Fürstenherrschaft das Gemeinwohl als Einung, an anderer Stelle gilt sie als die ungerechteste, sofern der Fürst nur eine Einzelperson ist. Jean-Pierre Torrell warnt mit dem Herausgeber der Leonina, das Opusculum sei unvollendet, vielleicht verunglückt und nur zurückhaltend als Ausdruck von Thomas’ Denken zu nehmen. Der Autor hat das Fragment nicht mehr durchgesehen. Wer daraus eine geschlossene Staatslehre zieht, überfordert einen Text, der die Amalgamierung von christlicher Monarchietheorie und griechisch-römischer Lehre vom Gemeinwesen nicht zu Ende führt. Die Fortsetzung des Tholomäus verdoppelt die Vorsicht: sie gehört in die Wirkungsgeschichte, nicht in den Wortlaut des Aquinaten.
Einordnung
Unter den Fürstenspiegeln des 13. Jahrhunderts ist De regno der kurze, unfertige Versuch des führenden Theologen, Aristoteles’ Politik christlich zu wenden. Aegidius Romanus hat unter dem Titel De regimine principum das ausgeführte Lehrbuch derselben Gattung geschrieben; die deutsche Wikipedia-Seite und die Reclam-Ausgabe meinen Thomas, nicht Aegidius. Neben der Summa theologica bleibt das Fragment eine problematische Quelle der politischen Theologie.
Gegen Machiavellis Fürst und die Discorsi steht Thomas als der Autor, für den Herrschaft ohne Gemeinwohl Tyrannis heißt und die römische Tatkraft noch nicht von der Tugend im christlichen Sinn gelöst ist. Jean Bodin wird die Souveränität unteilbar setzen; Hobbes den Naturzustand verdüstern. Wer über Königtum, Tyrannis und das Wohl aller spricht, hat in diesem Werkchen den scholastischen Ort – und die Mahnung der Herausgeber, ein unvollendetes Buch nicht wie ein System zu zitieren.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
