Zähne zeigen
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Zähne zeigen |
| Autor(en): | Zadie Smith |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | KiWi |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2000 |
| Seitenanzahl: | 656 Seiten |
| Originaltitel: | White Teeth |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3462042440 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783462042443 |
| Schlagwörter: | London, Einwanderung, Familie, Herkunft |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Zähne zeigen ist das 2000 erschienene Romandebüt von Zadie Smith, im Original White Teeth. In Willesden, im Norden Londons, leben zwei Kriegsfreunde, ihre jüngeren Frauen und drei 1975 geborene Kinder zwischen Kneipe, Koran, Zeugen Jehovas und Gentechnik. Smith hat den Generationenroman nicht als Klage und nicht als Lehrstück geschrieben, sondern als komische, dichte Erzählung darüber, dass Herkunft nicht hält, was man von ihr verlangt. Das Buch war ein Ereignis, noch bevor es fertig war: ein hoher Vorschuss, dann Preise und Übersetzungen. Es bleibt das Werk, mit dem eine unbekannte Studentin die englische Gegenwartsliteratur um das London der Einwanderung erweitert hat, ohne es zu einem einzigen Thema zu machen.
Inhalt
Am Neujahrsmorgen 1975 überlebt Archibald Jones einen Selbstmordversuch und heiratet bald darauf die jamaikanische Clara Bowden, Tochter der eifernden Zeugin Jehovas Hortense. Archie faltet Werbeblätter, entscheidet Unentscheidbares mit dem Münzwurf und trifft sich abends mit Samad Iqbal in O'Connell's, einer Kneipe, die Frauen nicht einlässt. Samad, bengalischer Muslim und Kellner, hat die viel jüngere Alsana nach London geholt. Die beiden Männer kennen einander seit 1945, als sie als Soldaten auf dem Balkan den französischen Lagerarzt Marc-Pierre Perret festnahmen; Samad glaubt seither, Archie habe ihn erschossen. 1975 kommen drei Kinder: Irie Jones und die Zwillinge Magid und Millat Iqbal. Die Familien wohnen nah beieinander; die Kinder wachsen in einer Stadt auf, in der Hautfarbe, Glaube und Klasse denselben Schulhof teilen und nicht denselben Traum.
Samad, in einer Identitätskrise nach einer Affäre mit der Musiklehrerin, schickt heimlich Magid nach Bangladesch, weil das Geld nur für ein Ticket reicht. Magid wird dort zum englischen Gentleman in weißem Anzug; Millat bleibt in London, wird Mädchenheld und schließt sich der islamistischen Gruppe HEINTZ an, verbrennt in Bradford Salman Rushdies Die satanischen Verse. Irie, in Millat verliebt und der eigenen Mischung fremd, glättet sich das Haar, bis es ausfällt, und gerät ins Haus der Chalfens: Marcus, Genforscher mit jüdischen Wurzeln, und Joyce, Gärtnerin, die fremde Kinder verbessern wollen wie Sorten. Die Strafe der Schule – Hausaufgaben bei den Chalfens – wird zur zweiten Familie. Marcus korrespondiert mit Magid, holt ihn zurück als Assistenten; Samad sieht den Sohn, den er dem Islam retten wollte, als Abbild der Kolonialherren. Irie schläft nacheinander mit beiden Zwillingen und wird schwanger, ohne zu wissen, von wem.
Am Silvesterabend 1992 präsentiert Marcus im Perret-Institut die FutureMouse, eine Maus, deren Leben bis zur Jahrtausendwende programmiert ist. Mentor ist der alte Perret, Archies nicht getöteter Arzt. Drei Proteste treffen aufeinander: Tierschützer um Joshua Chalfen, Hortenses Zeugen Jehovas, Millats Fundamentalisten. Millat will Perret erschießen; Archie wirft sich in die Kugel, rettet den Mann zum zweiten Mal und zerschmettert den Glaskäfig. Die Maus entkommt. Der Erzähler spielt mögliche Fortsetzungen durch – Gericht, Karibik, eine Kneipe, die im Jahr 1999 Frauen einlässt – und verweigert den glatten Schluss. Falsche Zähne, Wurzelkanäle, Weisheitszähne: Der Titel meint Herkunft, die man zeigt, versteckt, ersetzt. Clara hat ein Gebiss; Irie tritt nachts hinein. Die Vergangenheit ist nicht heil, die Zukunft nicht fertig.
Einordnung
Smith hat den britischen Einwanderungsroman aus der Enge der Betroffenheit geholt. Die Stimme ist auktorial, spöttisch und genau; sie unterbricht die Figuren, ohne sie zu demütigen. Archie und Samad tragen den Krieg und die Kolonie in die Kneipe; die Kinder erben nicht die Lehre, sondern das Durcheinander. Die Gentechnik der Chalfens setzt dasselbe Verlangen fort, das Samad nach Bangladesch schickte: Leben soll steuerbar sein, Maus wie Sohn. Dass Perret überlebt hat, macht aus der Heldentat eine Lüge und aus dem Finale eine Wiederholung. Rushdie hat das Debüt gelobt; die Nähe zu Mitternachtskinder und zu den Satanischen Versen ist thematisch, der Ton ein anderer: Londoner Alltag, weniger Traum, mehr Zahnarzt.
Die BBC verfilmte das Buch 2002 als Fernsehmehrteiler. Die deutsche Übersetzung von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann erschien rasch; KiWi hält sie im Taschenbuch. Smith hat später knapper und essayistischer geschrieben; Zähne zeigen bleibt das üppige Erstlingswerk, in dem fast zu viel Platz hat und gerade deshalb die Stadt der siebziger und achtziger Jahre atmet. Da Smith lebt, steht das Werk hier ohne wörtliches Zitat. Die angegebene Ausgabe folgt der Übersetzung aus dem Englischen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
