Jeder stirbt für sich allein

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Jeder stirbt für sich allein
Autor(en): Hans Fallada
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Anaconda
Serie:
Erscheinungsjahr: 1947
Seitenanzahl: 736 Seiten
Originaltitel: Jeder stirbt für sich allein
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3730605909
ISBN-13/

EAN-Code:

9783730605905
Schlagwörter: Widerstand, Berlin, Postkarte, Gestapo
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Jeder stirbt für sich allein ist der letzte Roman von Hans Fallada, geschrieben Ende 1946 in wenigen Wochen; im Februar 1947 starb der Autor. Johannes R. Becher hatte ihn auf die Gestapoakte des Berliner Ehepaars Otto und Elise Hampel gestoßen, das von 1940 bis 1942 Postkarten gegen Hitler und den Krieg ausgelegt hatte und 1943 hingerichtet wurde. Fallada machte aus der Akte ein Panorama der Jablonskistraße, der Denunziation und der Angst. Es ist das erste große Buch eines in Deutschland gebliebenen Erzählers über den Widerstand der kleinen Leute. Die Quangels gewinnen vor Gericht keine Märtyrerpose; ihr Widerstand bleibt fast ohne Leser, und genau das nimmt Fallada ernst.

Inhalt

Schreinermeister Otto Quangel und seine Frau Anna leben in der Berliner Jablonskistraße 55, einem Haus voller Denunzianten, Nutznießer und Verängstigter: die Familie Persicke, der Dieb Barkhausen, die Jüdin Frau Rosenthal, der pensionierte Richter Fromm. Die Briefträgerin Eva Kluge bringt die Nachricht, der einzige Sohn Otto sei im Westfeldzug gefallen. Die Beinahe-Verlobte Trudel hängt an einer kommunistischen Zelle. Die Quangels, bisher unpolitisch, beginnen, von Hand Karten mit kurzen Sätzen gegen das Regime zu schreiben und in Treppenhäusern auszulegen. Sie hoffen auf eine stille Ansteckung. Stattdessen liefern die Finder die Karten der Polizei ab, aus Furcht, gesehen zu werden. Im Haus wollen Barkhausen und Enno Kluge bei Frau Rosenthal stehlen; die Persickes ebenfalls; Fromm versteckt die Jüdin, die das Versteck nicht erträgt und aus dem Fenster springt.

Kommissar Escherich von der Gestapo jagt den Kartenschreiber systematisch, steht aber unter dem Druck, schnell einen Täter zu liefern. Er treibt den unschuldigen Enno Kluge in den Tod, um etwas vorweisen zu können. Trudel heiratet Karl Hergesell; sie sieht Otto einmal beim Auslegen und gerät später mit ihrem Mann in den Fall, weil ein alter Genosse ihnen einen Koffer anvertraut. Quangel wird beobachtet, läuft zunächst noch frei, verliert in der Schreinerei zwei Karten und wird über den Wohnsitz überführt. Escherich zeigt ihm den Stoß abgegebener Karten: fast niemand hat sie weitergereicht. Quangel hält daran fest, dass anständige Menschen kämpfen müssen, sonst hören sie auf, anständig zu sein. Nach dem Gespräch erschießt sich Escherich. Er ist der einzige, an dem die Karten gewirkt haben.

Otto und Anna werden verhört; durch eine unbedachte Nennung geraten Trudel und Hergesell in Haft, das Kind geht verloren, Karl wird erschlagen, Trudel tötet sich. Vor dem Volksgerichtshof sind die Quangels ihrer Sache gewiss und werden wegen Äußerungen über Hitler aus dem Saal gebracht. Fromm schmuggelt Giftampullen herein; Otto lernt in der Zelle den Dirigenten Reichhardt kennen und entdeckt Gespräch und Schach, schluckt das Gift aber nicht. Anna wirft die Ampulle weg, weil sie den Mann noch einmal sehen will. Otto stirbt unter dem Fallbeil; Anna kommt Monate später bei einem Bombenangriff auf das Gefängnis um. Das letzte Kapitel öffnet eine schmale Hoffnung: Eva Kluge hat den Jungen Kuno aufgenommen, der sich von seinem Vater Barkhausen löst und auf dem Land arbeiten will.

Einordnung

Fallada erzählt den Widerstand nicht als Siegesgeschichte. Die Karten ändern die Stadt nicht; sie ändern die Schreiber, und sie zerstören den Jäger. Das Haus in der Jablonskistraße ist eine verkleinerte Diktatur, in der Nachbarn einander den Besitz und das Leben streitig machen. Primo Levi nannte das Buch das beste, das je über den deutschen Widerstand geschrieben worden sei. Die Erstausgabe von 1947 im Aufbau-Verlag war gekürzt und geglättet; erst 2011 erschien der volle Wortlaut. Der späte Erfolg in englischer Übersetzung hat Fallada neu ins Ausland getragen, während in Deutschland lange der Unterhaltungsautor der Weimarer Jahre den letzten Roman überschattete.

Neben Berlin Alexanderplatz steht hier ein anderes Berlin: nicht Montage und Großstadtlärm, sondern Treppenhaus, Karte, Verhör. Fallada, der im Nationalsozialismus Unterhaltungsromane veröffentlicht hatte, schreibt den Widerstandsroman als jemand, der die Angst von innen kennt, nicht als Emigrant. Verfilmungen von Falk Harnack über die DEFA bis zu Vincent Perez haben das Ehepaar Quangel immer wieder auf die Leinwand geholt, oft milder als der Text. Wer nach 1945 über den Alltag unter Hitler spricht, ohne nur die großen Namen des Widerstands zu meinen, kommt an den Quangels nicht vorbei: zwei Leute, die sterben, weil sie nicht länger schweigen wollten, und die fast niemanden erreicht haben.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.