Wem die Stunde schlägt

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Wem die Stunde schlägt
Autor(en): Ernest Hemingway
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Rowohlt
Serie:
Erscheinungsjahr: 1940
Seitenanzahl: 624 Seiten
Originaltitel: For Whom the Bell Tolls
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3499003796
ISBN-13/

EAN-Code:

9783499003790
Schlagwörter: Spanien, Krieg, Brücke, Opfer
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Wem die Stunde schlägt (englisch For Whom the Bell Tolls) ist der Spanienroman von Ernest Hemingway, 1940 in New York erschienen. Der amerikanische Sprengmeister Robert Jordan schließt sich im Bürgerkrieg einer Partisanengruppe hinter der falangistischen Linie an, um eine Brücke zu zerstören; die Frist sind drei Tage, der Schauplatz ein Gebirgstal, der Titel ein Satz des englischen Predigers John Donne: Kein Mensch ist eine Insel, die Stunde, die einem anderen schlägt, schlägt dir. Hemingway hatte den Krieg als Berichterstatter gesehen; das Buch macht aus der Reportage eine Erzählung über Liebe, Verrat und den Preis eines Auftrags, den die Republik schon verloren haben mag, bevor die Brücke fällt.

Inhalt

Jordan kommt zu der Bande des Pablo, der in einer Höhle haust, trinkt und die Pferde der Toten zählt. Pablos Frau Pilar führt, wo er nicht mehr will; sie ist die Stimme der Gruppe, grob, abergläubisch, genau in der Erinnerung an Massaker, die beide Seiten begangen haben. Bei ihnen lebt Maria, der die Falange den Kopf kahlgeschoren und die Familie umgebracht hat. Jordan soll die Brücke zur Stunde eines Angriffs sprengen, damit Verstärkung ausbleibt. Pablo hält den Auftrag für Selbstmord und sabotiert ihn, ohne offen zu desertieren. Die Gruppe – der alte Anselmo, der stille El Sordo auf dem Nachbarhügel, die Männer, die mehr Furcht als Ideologie haben – gerät zwischen Befehl und Überleben. Hemingway lässt Jordan die Sprache der anderen lernen: das Duzen, die Umschreibungen für den Tod, das Schweigen über das, was man getan hat.

Die Liebe zu Maria steht nicht als Erholung neben dem Krieg. Sie ist die Frist in der Frist: drei Nächte, in denen Jordan ein Leben denkt, das er nicht haben wird. Pilar liest ihm aus der Hand und sagt den Tod voraus, ohne Pathos. El Sordo wird auf seinem Hügel von Flugzeugen aufgerieben; die Szene ist eine der härtesten des Buchs, weil sie den Heldenmut als Rechnung vorführt, die die Maschinen gewinnen. Jordan schreibt im Kopf Briefe, die er nicht absendet, denkt an den Vater, der sich umbrachte, und an den Großvater, der im amerikanischen Bürgerkrieg focht. Der Auftrag bleibt. Pablo stiehlt in der Nacht die Zünder und bringt sie am Morgen zurück, mit Männern, die den Verlust ersetzen sollen: Reue und Berechnung in einem. Die Brücke fällt, der Angriff der Republik bleibt trotzdem stecken, der Sinn des Opfers bleibt offen.

Beim Rückzug zerschmettert ein Pferd Jordan den Schenkel. Er bleibt mit einem Gewehr zurück, damit die anderen – Maria unter ihnen – den Hang hinunterkommen. Der Schluss setzt ihn in den Wald, den Feind im Anmarsch, und verweigert den Trost, dass der Einzelne den Krieg wendet. Donnes Glocke hat nicht die Nation gemeint, sondern die Bindung: Jordan stirbt für Menschen, die er drei Tage kennt, und für eine Republik, deren Stab den Plan schon verpfuscht hat. Hemingway erzählt das in der kargen Prosa, die er in Fiesta und In einem andern Land gefunden hatte, hier aber mit einer Weite innerer Rede, die dem frühen Werk oft fehlt. Der Krieg ist nicht Weisheit. Er ist Arbeit, Angst, ein Auftrag, und eine Frau, die man nicht mitnimmt, wenn das Bein nicht mehr trägt.

Einordnung

Unter Hemingways Romanen ist dies der politischste und der umstrittenste. Die Linke warf ihm vor, die Republik nicht rein genug zu zeichnen – Pilar erzählt, wie die Dorfmenge Faschisten über die Klippe prügeln ließ; die Rechte nahm den Partisanenstoff für Abenteuer. Beides verfehlt den Satz Donnes im Titel: Der Tod des anderen geht uns an, auch wo die Sache zerfällt. Neben In einem andern Land steht hier nicht die Flucht aus dem Krieg, sondern das Bleiben. Der alte Mann und das Meer hat später denselben Ernst auf einen Fisch verdünnt; die Stunde schlägt in Spanien noch mit Namen, Orten und einer Brücke, die wirklich gesprengt werden muss. Verfilmung und Schulruhm haben Jordan und Maria zum Paar im Gebirge gemacht. Das Buch ist kälter: Es zeigt, dass man das Rechte tun kann und trotzdem verliert – und dass Verlieren die Bindung nicht aufhebt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.