Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche

Martin Luther · 1520 · Sachbuch, Theologie


Das Werk
Deutscher Titel: Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche
Autor(en): Martin Luther
Originaltitel: De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium
Originalsprache: lateinisch
Erstveröffentlichung: 1520
Schlagwörter: Sakrament, Papsttum, Gefangenschaft, Reformation
Sachgebiete: Sachbuch, Theologie
Greifbare Ausgabe
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Umfang dieser Ausgabe: 80 Seiten
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Verweise


Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche ist die 1520 lateinisch erschienene Schrift von Martin Luther gegen die sieben Sakramente und gegen die Gewalt, die Rom über sie hält. Neben An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung und Von der Freiheit eines Christenmenschen ist sie das theologische Stück des Jahres, das die Kirche zur Gefangenschaft erklärt.

Inhalt

Luther zählt die Sakramente und streicht, was die Schrift nicht trägt. Taufe, Abendmahl, Buße bleiben; Firmung, Ehe, Weihe, letzte Ölung fallen als von Menschen gesetzte Bande. Das Abendmahl ist das Zentrum des Angriffs: Rom hat den Laienkelch geraubt, die Wandlung zur Magie gemacht, das Messopfer zur Wiederholung des einen Opfers, das nicht wiederholt wird. Babylon ist das Bild: Das Volk Gottes sitzt in der Gefangenschaft einer Priesterkaste, die die Zeichen verwaltet, als wären sie Eigentum. Die Schrift befreit, wo sie gehört wird; das Papsttum fesselt, wo es Sakramente vermehrt und den Kelch verweigert.

Die Weihe fällt besonders hart. Wenn alle Getauften Priester sind, ist die hierarchische Weihe keine höhere Gattung des Christen, sondern ein Amt. Luther schreibt noch nicht die spätere Kirchenordnung; er schreibt die Negation, ohne die keine Ordnung der Reformation entsteht. Der Ton ist der der Streitschriften von 1520: lateinisch für die Gelehrten, scharf, mit der Schrift als einziger Instanz, die den Brauch bricht. Eck, der Papst, die Tradition der sieben Gaben: Gegner, die Namen haben. Die deutsche Übersetzung folgte rasch; die Wirkung war öffentlich, bevor die Bannbulle sie bestätigte.

Unsicher bleibt, was von der Kirche übrig ist, wenn die Sakramente auf drei fallen und das Amt auf das Wort. Luther will keine Auflösung des Gottesdienstes. Er will die Gefangenschaft benennen. Wer nur den Zerstörer der Messe sucht, findet ihn. Wer nur den Reformator der Freiheit sucht, unterschlägt, dass hier die Freiheit am Zeichen hängt, das nicht dem Priester gehört. Die Bauern, die dasselbe Jahrzehnt das Evangelium als Aufruhr lasen, haben diese Schrift nicht geschrieben; sie haben ihre Härte gegen Rom genommen. Luther hat sie später gegen die Bauern gewendet.

Einordnung

Die Gefangenschaftsschrift hat der Reformation die Sakramentenlehre gegeben, ohne die Adelsschreiben und Freiheitstraktat nur Politik und Trost wären. De servo arbitrio wird die Gnade härter setzen; 1520 bleibt der Angriff auf die Verwaltung der Zeichen. Wer nach diesem Text von sieben Sakramenten spricht, als wären sie selbstverständlich, hat Luther nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.