Vom Papst
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Vom Papst |
| Autor(en): | Joseph de Maistre |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Andreäische Buchhandlung |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1819 |
| Seitenanzahl: | 401 Seiten |
| Originaltitel: | Du Pape |
| Originalsprache: | französisch |
| ISBN-10: | 3938869089 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783938869086 |
| Schlagwörter: | Papst, Unfehlbarkeit, Souverän, Restauration |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
Vom Papst (französisch Du Pape) ist das 1819 in Lyon in zwei Bänden erschienene politisch-theologische Hauptwerk von Joseph de Maistre. Die deutsche Übersetzung von Moritz Lieber kam 1822 in Frankfurt bei der Andreäischen Buchhandlung heraus. De Maistre, savoyischer Untertan des Königs von Sardinien, Diplomat in Russland und später Staatsminister in Turin, schreibt als Gegner der Revolution und als Theoretiker der Restauration. Er sucht im Katholizismus und im päpstlichen Vorrang die Grundlage von Staat und Gesellschaft, die die Aufklärung zerschlagen hatte. Das Buch zählt, weil es die Unfehlbarkeit des Papstes als Merkmal jeder wahren Souveränität denkt, Jahrzehnte bevor das Erste Vatikanische Konzil ein engeres Dogma festlegte.
Inhalt
De Maistre schreibt gegen die gallikanische Beschränkung Roms und gegen die Lehre, politische Ordnung könne sich aus dem Willen der Vielen oder aus der reinen Vernunft erzeugen. Schon der Essai von 1809 über den Ursprung der Verfassungen hatte Aufsehen erregt: Verfassungen werden nicht gemacht, sie entstehen. In Du Pape wird der Papst der Souverän in der Kirche, und es gehöre zum Wesen jeder souveränen Gewalt, dass ihre Entscheidungen keiner Anfechtung unterliegen. Weil der Papst seine Souveränität durch die Lehre ausübt, ist er in der Lehre unfehlbar. De Maistre spricht vor allem vom ordentlichen Lehramt; das Konzil von 1870 hat später die Unfehlbarkeit des außerordentlichen Lehramts definiert. Der erste Teil gilt dieser kirchlichen Souveränität; die übrigen untersuchen das Verhältnis des Papstes zu den weltlichen Mächten, zur Kultur und zum Wohl der Nationen und zu den getrennten Kirchen.
Die Behauptung entfaltet sich als Geschichtsphilosophie der europäischen Ordnung. Die Völker bedürfen eines Schutzes gegen Machtmissbrauch durch einen höheren Souverän; dieser Souverän soll der Papst sein, Retter und Schöpfer der europäischen Zivilisation. Weltliche Herrscher irren und tyrannisieren; Rom, von der Lehre gebunden, korrigiert sie, ohne selbst Volkssouveränität zu sein. Die getrennten Kirchen, namentlich die orthodoxen, fallen nach de Maistre zuletzt in philosophische Gleichgültigkeit, weil nur der Katholizismus vollständig mit der Wissenschaft vereinbar sei. Die Revolution erscheint als Strafe und als Lehre: wo das geistliche Oberhaupt weicht, zerfällt das weltliche. Der Ton ist der des Moralisten und Diplomaten, bildhaft, unerbittlich, ohne den Spott der Abende von Sankt Petersburg, aber mit derselben Gewissheit, dass Blut und Opfer zur Ordnung gehören. 1821 folgte die Schrift über die gallikanische Kirche als Fortsetzung: die französische Kirche sei stets im Geist des römischen Stuhls gegangen.
Unsicher wird das Buch, wo aus der Unanfechtbarkeit der Lehre die Unanfechtbarkeit der Politik wird. Liberale haben de Maistre als Feind der Freiheit gelesen; Isaiah Berlin zählte ihn 1952 zu den sechs Feinden der menschlichen Freiheit, neben Helvétius, Rousseau, Fichte, Hegel und Saint-Simon. De Maistre weiß, dass er den Absolutismus und die ständische Ordnung gegen 1789 verteidigt, und nimmt den Vorwurf der Reaktion in Kauf. Gegenposition bleibt jede Lehre, die Souveränität im Volk oder im Staat ohne Rom gründet, und jede katholische Theologie, die Unfehlbarkeit auf eng umgrenzte Lehrentscheidungen beschränkt. Der Ultramontanismus des neunzehnten Jahrhunderts hat sich aus diesen Seiten genährt, ohne sie schulgerecht zu wiederholen.
Einordnung
Neben den Betrachtungen über Frankreich ist Du Pape die systematische Auskunft des gegenrevolutionären Denkens: nicht nur Kritik der Aufklärung, sondern Aufbau einer Ordnung, deren Schlussstein Rom ist. Das Buch steht am Beginn der modernen Rede von der päpstlichen Unfehlbarkeit und zugleich in der älteren Tradition, die den Papst als Schiedsrichter der Könige dachte. In Deutschland wirkte Liebers Übersetzung auf den katholischen Vormärz; spätere Drucke nannten den Titel Vom Papste. Eine Auswahl von 2007 hat Brocken aus verschiedenen Werken unter denselben Namen gestellt und ist nicht die Übertragung des Ganzen.
Geblieben ist der Satz, dass Souveränität unanfechtbar ist oder aufhört, Souveränität zu sein. Wer über Restauration, Ultramontanismus und die politische Theologie des Papsttums spricht, stößt auf de Maistre, auch wo man ihn verabscheut. Der französische Text hat den herrischen Atem bewahrt. Die alte deutsche Ausgabe ist selten geworden und nicht erledigt, solange über die Letztinstanz in Kirche und Staat gestritten wird.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
