Volk ohne Raum
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Volk ohne Raum |
| Autor(en): | Hans Grimm |
| Originaltitel: | Volk ohne Raum |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1926 |
| Schlagwörter: | Kolonie, Lebensraum, Auswanderung, völkisch |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Klosterhaus-Verlag
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| Umfang dieser Ausgabe: | 1299 Seiten |
| ISBN: | 9783874180030 |
| Verweise | |
Volk ohne Raum ist der 1926 im Münchner Verlag Albert Langen erschienene Roman von Hans Grimm, ein kolonialer Bildungs- und Tendenzroman von über tausend Seiten, dessen Titel in die Sprache des Nationalsozialismus einging. Grimm, Kaufmannssohn und lange in Südafrika tätig, erzählt das Leben des Weserbergländers Cornelius Friebott als Beweis, dass den Deutschen der Boden fehle und sie ihn in Übersee suchen müssten. Bis 1933 verkaufte sich das Buch in hohen Hunderttausenden, bis 1944 noch einmal; eine für die Organisation Todt geplante Massenauflage kam nicht mehr zustande. Nach 1945 hielt Grimms eigener Klosterhaus-Verlag in Lippoldsberg den Text im Druck. Es ist kein verdrängtes Kuriosum, sondern eines der wirkmächtigsten völkischen Bücher der Weimarer Jahre.
Inhalt
Friebott wächst um 1875 in der Enge des Weserberglands auf, als Kleinbauer und Handwerker ohne Aussicht auf eigenen Grund. Grimm schildert Heimat als Not: zu viele Menschen, zu wenig Acker, Auswanderung als Sachzwang. Cornelius geht nach Südafrika, arbeitet hart, schließt sich im Burenkrieg den Buren gegen die Briten an und erfährt die Niederlage als Lehrstück britischer Weltgier. Ernüchtert weicht er in die von Berlin beherrschte Kolonie Deutsch-Südwestafrika aus, auf einen Hof im trockenen Land, und gerät an die deutschfeindliche Verwaltung nach dem Verlust der Kolonien. Grimm schreibt Landschaft, Vieh und Siedlerfleiß ausführlich; die einheimische Bevölkerung erscheint als Kulisse oder Hemmnis, nicht als Träger eigenen Rechts.
Der Erste Weltkrieg holt die Briten nach Südwest. Friebotts Hof wird besetzt, er selbst gerät in Gefangenschaft, flieht gegen Kriegsende ins portugiesische Angola und kehrt nach Deutschland zurück. Dort heiratet er Melsenes Tochter, die uneheliche Enkelin seiner Jugendwelt, und geht als Wanderredner durchs Land: Deutschland brauche Raum, wirtschaftlich ertragreichen fremden Raum, sonst ersticke das Volk. Auf einem Parteitag der Sozialdemokratie stößt er auf Ablehnung. Kurz vor dem Hitlerputsch vom November 1923 trifft ihn der Steinwurf eines aufgebrachten Arbeiters; er stirbt. Zur selben Zeit wird sein Freund Martin Wessels in Südafrika bei einem Bergwerkstreik von Briten erschossen. Der Schluss fügt Heimat und Kolonie zur Märtyrerbilanz: Wer Raum fordert, wird erschlagen.
Zwischen die Stationen schiebt Grimm Reden über Boden, Rasse und englische Einkreisung. Der Roman ist in vier Teile gegliedert – Heimat und Enge, fremder Raum und Irrgang, deutscher Raum, das Volk ohne Raum – und hält den Ton einer Saga, archaisch geschachtelt, mit der Geste des Kenners Afrikas. Friebott bleibt tugendhaft, arbeitsam, unbestechlich; Gegner sind Briten, Sozialisten, die Enge der alten Heimat und jede Politik, die den kolonialen Zugriff für überlebt hält. Frauen dienen der Genealogie. Die Länge ist Programm: Wer so viel Leben an den Raum bindet, soll den Titel als Naturgesetz lesen.
Einordnung
Der Satz „Volk ohne Raum“ wurde zur Formel der nationalsozialistischen Lebensraumpolitik, auch wenn Grimm selbst kein Parteimitglied der NSDAP war. Das Buch lieferte der Kolonialrevision und der Ostexpansion ein erzähltes Recht: Nicht Raub, sondern Not. Kurt Tucholsky spottete 1928 unter dem Titel „Grimms Märchen“; Manfred Bieler las später den Weg von der Weser nach Windhuk als Lehrstück einer Ideologie, die Auswanderung und Eroberung vertauscht. Die enorme Auflage in der NS-Zeit macht die Wirkung unbestreitbar: Hier fand ein Millionenpublikum die Enge als Schicksal und Afrika als Ausgleich, ohne die Gewalt der Kolonie beim Namen zu nennen.
Literarisch steht der Roman in der Nachbarschaft völkischer Heimatkunst und kolonialer Abenteuerprosa, nicht neben den kritischen Afrikabüchern der Weimarer Linken. Nach 1945 blieb er in rechten Versandkreisen greifbar; eine ehrliche Literaturgeschichte führt ihn nicht als vergessenen Schinken, sondern als Text, der Politik vorbereitet hat. Wer über deutschen Kolonialismus in der Erzählprosa des zwanzigsten Jahrhunderts spricht, kommt an diesem Band nicht vorbei. Beschönigen lässt er sich nicht: Er macht aus Landnahme eine Moral und aus dem Tod des Predigers eine Anklage gegen alle, die den Raum verweigerten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
