Via Mala
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Via Mala |
| Autor(en): | John Knittel |
| Originaltitel: | Via Mala |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1934 |
| Schlagwörter: | Schlucht, Familie, Tyrann, Schweigen |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 508 Seiten |
| ISBN: | 9783596148943 |
| Verweise | |
Via Mala ist der Roman von John Knittel, 1934 erschienen, benannt nach der engen Schlucht des Hinterrheins in Graubünden, der bösen Straße, an der eine Sägerei steht und ein Haus, in dem der Vater die Seinen quält. Die Familie tötet den Tyrannen und schweigt; Jahre später öffnet die Untersuchung das Grab und die Gewissen. Knittel, in Indien geboren, in England und der Schweiz zu Hause, hat den Stoff auf Deutsch geschrieben und über Nacht einen Welterfolg gehabt. Der Titel ist Geographie und Urteil: Der Weg ist schlecht, und wer ihn geht, wird schlecht mitgegangen. Verfilmungen, vor allem die mit Mario Adorf als Jonas Lauretz, haben den Mann zum Inbegriff des Haustyrannen gemacht. Das Buch ist kälter in der Frage, was die Kinder dürfen, wenn das Recht den Vater schützt.
Inhalt
Jonas Lauretz führt die Sägerei an der Via Mala mit der Faust. Frau, Söhne und Töchter arbeiten, ducken sich, werden geschlagen; der Alkohol macht aus dem Meister ein Wetter, das niemand vorhersagt. Die Gegend kennt ihn und sieht weg, weil ein Hof und eine Mühle so geführt werden, wie sie geführt werden. Als das Maß voll ist, handeln die Seinen gemeinsam. Lauretz verschwindet; man spricht von Unfall, von der Schlucht, vom Wasser. Das Leben wird leichter, die Säge läuft, eine Tochter heiratet in eine bürgerliche Bahn, ein Sohn atmet auf. Knittel erzählt das Schweigen nicht als Besserungsmärchen. Er erzählt es als Pakt, der die Familie zusammenhält und vergiftet, weil jeder weiß und niemand sagen darf.
Jahre später kommt die Behörde zurück. Ein neuer Untersucher, Zweifel, Gerüchte, ein Hochwasser, das Knochen spült oder zu spülen droht – der Roman treibt die Angst vor der Wahrheit, nicht vor dem Gespenst. Die Geschwister zerfallen in die, die gestehen, und die, die das Haus halten wollen. Die Mutter, lange das stille Opfer, wird zur Hüterin des Geheimnisses und zu seiner Last. Liebe, die in den Jahren der Ruhe entstanden ist, hält der Belastung nicht stand, weil sie auf einer Lüge steht, die alle kannten. Knittel gibt der Landschaft – Fels, Fluss, der enge Weg – die Rolle einer Instanz: Die Schlucht hat genommen, was die Familie gab, und gibt es nicht ruhig heraus.
Am Ende steht nicht die reine Sühne und nicht die reine Freiheit. Die Justiz nimmt, was sie fassen kann; die moralische Rechnung bleibt in den Überlebenden, die ohne den Vater leben und ohne Unschuld. Der Roman verurteilt den Tyrannen ohne Rest und lässt doch die Frage offen, ob der gemeinsame Mord eine Gemeinschaft stiftet oder nur eine weitere Haft. Die Via Mala bleibt die Straße, auf der man fährt, weil es keine andere gibt. Knittel hat daraus keinen Bergkrimi gemacht. Er hat ein Familiengericht geschrieben, in dem die Zeugen die Täter sind und das Opfer der Mann war, den niemand mehr zu lieben brauchte.
Einordnung
Knittel hat den Schweizer Roman der dreißiger Jahre an die Schlucht gelegt, näher beim naturalistischen Familiendrama als beim Heimatbild. Die Via Mala war als Straße berüchtigt; er macht sie zum Namen einer Ordnung, in der Gewalt erblich scheint, bis sie umkehrt. Man hat das Buch als Kolportage gelesen, weil es stark zeichnet und viel Publikum fand; die Stärke ist die der Typen, die sich nicht in Psychologie auflösen, und die der Landschaft, die nicht tröstet. 1945, 1961 und 1985 kam der Stoff ins Kino und ins Fernsehen; Adorfs Lauretz hat das Gesicht geliefert, das seither vor dem Text steht: der Vater als Unwetter.
Im Deutschen hält Fischer den Taschenbuchband, der in Bahnhofsbuchhandlungen überlebte, während Knittels Name blasste. Wer nach Haustyrannen in der Literatur sucht, findet hier einen, der nicht innerlich ist, sondern öffentlich, am Fluss, von Nachbarn gesehen und geduldet. Das Schweigen der Familie ist die zweite Tat. Wer nur den Mord behält, hat die Jahre danach nicht gelesen, in denen das Haus heller ist und niemand lachen kann. Die böse Straße trägt beides: den Mann, der schlug, und die, die ihn hinunterließen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
