Verlust der Mitte

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Hans Sedlmayr · 1948 · Sachbuch, Kunstgeschichte
Das Werk
Deutscher Titel: Verlust der Mitte
Autor(en): Hans Sedlmayr
Originaltitel: Verlust der Mitte. Die bildende Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts als Symptom und Symbol der Zeit
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1948
Schlagwörter: Moderne, Kunst, Theologie der Form, Restauration
Sachgebiete: Sachbuch, Kunstgeschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Otto Müller


Umfang dieser Ausgabe: 255 Seiten
ISBN: 9783701305377
Verweise
Umschlag

Verlust der Mitte. Die bildende Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts als Symptom und Symbol der Zeit ist die 1948 bei Otto Müller in Salzburg erschienene Diagnose von Hans Sedlmayr. Sie hat der frühen Bundesrepublik ein Hausbuch des Unbehagens an der Moderne gegeben. Der Verfasser war 1930 in die NSDAP eingetreten; die Herkunft gehört in den Artikel, nicht in die Fußnote.

Inhalt

Sedlmayr liest die Kunst nach 1800 als Formzerfall, dessen Grund der Verlust Gottes ist. Das autonom gewordene Subjekt kennt kein Maß außer sich selbst; Bauaufgaben, Bildthemen, das Museum als Speicher ohne Kult zeigen eine Mitte, die fehlt. Landschaft wird Stimmung, das Denkmal wird Pathos ohne Bindung, die Architektur zerfällt in Konstruktion und Dekoration. Was als Befreiung der Künste gefeiert wird, ist in dieser Lesart Symptom: die Moderne macht sichtbar, dass der Mensch sich selbst nicht trägt.

Das Buch will Formgeschichte sein, nicht Predigt, und wird beides. Gegen Ernst H. Gombrichs Psychologie des Darstellens setzt Sedlmayr eine Theologie der Form: nicht wie das Auge täuscht, sondern wovon das Werk zeugt. Die Kapitel über das 19. Jahrhundert sind materialreich, die Wertung ist eindeutig. Ullstein und Bertelsmann haben den Band zum Taschenbuch gemacht; die Öffentlichkeit nahm eine Restauration, die Kunstgeschichte nahm Anstoß an der Methode, die Stilgeschichte mit Heilsgeschichte kurzschloss.

Die Belastung des Verfassers ändert die These nicht und darf sie nicht unsichtbar machen. Wer nur Restauration sagt, unterschlägt, dass Sedlmayr Gebäude und Bilder wirklich gelesen hat, nicht nur den Zeitgeist beschworen. Wer nur die Form rettet, unterschlägt 1930 und die Nähe einer Mitte-Rhetorik zur politischen Theologie, die das Jahrhundert schon einmal geliefert hatte. Das Buch bleibt wirksam, weil es einer Nachkriegsgesellschaft erlaubte, die Moderne zu verwerfen, ohne sich selbst als Barbar zu fühlen.

Einordnung

In Konservative Werke des 20. Jahrhunderts steht die Diagnose als Mitte der Form neben Eliots Kultur und Gadamers Überlieferung. Aufnahme ist keine Empfehlung. Die Kunstgeschichte hat andere Wege genommen; die öffentliche Rede über moderne Kunst in Deutschland hat lange in diesem Register gesprochen, oft ohne Sedlmayr zu nennen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.