Unter Strom. Die legendäre Reise von Ken Kesey und den Pranksters
| Daten zum Buch | |
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| Deutscher Titel: | Unter Strom. Die legendäre Reise von Ken Kesey und den Pranksters |
| Autor(en): | Tom Wolfe |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Eichborn |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1968 |
| Seitenanzahl: | 462 Seiten |
| Originaltitel: | The Electric Kool-Aid Acid Test |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3821801727 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783821801728 |
| Schlagwörter: | LSD, Reise, Reportage, Kalifornien |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Zeitdiagnose |
| Rezensionen | |
Unter Strom. Die legendäre Reise von Ken Kesey und den Pranksters (englisch The Electric Kool-Aid Acid Test) ist die 1968 erschienene Reportage von Tom Wolfe über Ken Kesey und die Merry Pranksters. Wolfe, der den neuen Journalismus als erzählende Reportage durchsetzte, fährt nach Kalifornien, setzt sich in den bemalten Schulbus Further und schreibt die Säureproben, die Busfahrt von 1964 nach New York und den Zerfall der Kommune so, als wäre der Satz selbst unter Strom: Lautmalerei, Statusdetails, die Innenstimme der Rauschenden, ohne dass der Reporter zum Jünger wird. Die deutsche Übersetzung von Bernhard Schmid kam 1987 bei Eichborn heraus; spätere Taschenbücher bei Knaur und Heyne haben den Originaltitel danebengestellt. Das Buch gilt als eines der Gründungsstücke der erzählenden Reportage und als Chronik der kalifornischen Gegenkultur, bevor sie zur Ware wurde.
Inhalt
Wolfe schreibt gegen die Zeitungssprache, die den Rausch von außen als Kuriosum oder Gefahr abtut, und gegen die Innensprache der Szene, die denselben Rausch als Erlösung predigt. Kesey, nach dem Erfolg von Einer flog über das Kuckucksnest, versammelt um sich die Pranksters, bemalt den Bus, dreht Filme, verteilt Lysergsäure auf Parties, die Acid Tests heißen, und gerät in den Streit mit Timothy Learys eher priesterlichem Weg. Die Fahrt nach Osten ist keine Flucht, sondern ein Experiment: wer den Strom aushält, gehört dazu; wer aussteigt, fällt aus der Geschichte. Wolfe hält sich nah genug, um die Farben, die Lautsprecher, die Hierarchie hinter der Spontaneität zu sehen, und fern genug, um Kesey nicht zu glauben, dass die Chemie die Gesellschaft ersetze. Der Strom ist Strom aus der Steckdose, aus der Droge und aus der Prosa.
Die Reportage ist lang, laut und genau in den Dingen, die Status anzeigen: Jacken, Lack, Wer zuerst spricht, wer nur mitfährt. Gegenposition ist jede soziologische Abhandlung über die sechziger Jahre, die ohne Bus auskommt, und jeder Erinnerungsband der Beteiligten, der Wolfe vorwirft, er habe nicht wirklich teilgenommen. Er hat teilgenommen, indem er schrieb. Die Polizei, das Gefängnis, Keseys Flucht nach Mexiko, die Rückkehr, das Ende der Tests – Wolfe erzählt das als Verfall einer Theatergruppe, die das Leben selbst zur Vorstellung machte. Wer nur die Drogenliste will, hat die Statusordnung nicht gesehen, die Wolfe später in New York am Börsenhändler studierte. Wer nur den Mythos der freien Fahrt will, unterschlägt, dass Further eine Hierarchie auf Rädern war.
Unsicher wird das Buch, wo die Lautstärke der Sätze die Kritik übertönt und wo die Pranksters als bloße Vorstufe der Blumenkinder erscheinen, die Wolfe schon kommen sieht. Die deutsche Ausgabe hat den Titel Unter Strom gewählt und damit den elektrischen Doppelsinn gehalten; Acid Test blieb als Name der Proben stehen. Neben Fear and Loathing in Las Vegas ist dies der andere große Rauschtext Amerikas, kühler, weil Wolfe nicht mitfährt, um selbst die Nachricht zu werden, sondern um die Szene zu bauen. 1968, im Jahr der Veröffentlichung, war die Gegenkultur schon öffentlich; Wolfe hat sie festgehalten, bevor die Nachwelt sie glättete. Der weiße Anzug kam später; der Blick auf Status und Auftritt ist hier schon da.
Einordnung
Wolfe hat mit dieser Reportage die Behauptung durchgesetzt, dass die Wirklichkeit die besseren Szenen liefert, wenn man sie schreibt wie Prosa. Das Buch steht am Anfang des neuen Journalismus und neben Keseys eigenem Roman, den die Pranksters als Vorgeschichte mitführten. Nachbarschaft hat der Text zu Thompson, der denselben Rausch in die Ich-Form treibt, und zu Wolfs späterem Fegefeuer der Eitelkeiten, das den Statusblick vom Bus auf die Wall Street holt. Wer nach Wolfe über die sechziger Jahre spricht, als wären sie nur Musik und Protest, hat den Lack des Busses nicht gesehen. Unter Strom bleiben die Sätze; die Runde der Pranksters ist vorbei.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
