Tod und Leben großer amerikanischer Städte

Jane Jacobs · 1961 · Sachbuch, Soziologie


Das Werk
Deutscher Titel: Tod und Leben großer amerikanischer Städte
Autor(en): Jane Jacobs
Originaltitel: The Death and Life of Great American Cities
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1961
Schlagwörter: Stadt, Planung, Nachbarschaft, Straße
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Birkhäuser
Serie: Bauwelt Fundamente
Umfang dieser Ausgabe: 224 Seiten
ISBN: 9783764363567
Verweise


Tod und Leben großer amerikanischer Städte (englisch The Death and Life of Great American Cities) ist das 1961 erschienene Buch von Jane Jacobs. Die deutsche Ausgabe in den Bauwelt Fundamenten, heute bei Birkhäuser, hat die Streitschrift im Sprachraum festgesetzt. Es verteidigt die lebendige Stadt gegen die Planung, die sie am Reißbrett ersetzt.

Inhalt

Jacobs beobachtet Hudson Street und schließt auf die Stadt. Kurze Blöcke, Mischung der Nutzungen, alte Häuser neben neuen, Dichte, die Augen auf der Straße, die den öffentlichen Raum bewohnen, statt ihn zu durchqueren: das sind keine Stimmungen, das sind Bedingungen. Wo sie fehlen, stirbt die Sicherheit, die Gründung, der Zufall der Begegnung. Stadtsanierung und die große Schneise – in New York mit Robert Moses verbunden – erscheinen als Feinde eines Lebens, das die Planerin nicht erfunden, sondern vorgefunden hat. Das Buch ist polemisch, empirisch im Gang, ohne Statistiktheater. Jacobs schreibt als Bewohnerin, die die Ökonomie der Nähe kennt: der Laden, der zugleich Auge ist; das Kind auf dem Gehsteig; der Fremde, der geduldet wird, weil viele da sind.

Gegen Le Corbusiers Stadt im Grün setzt sie die Gasse, in der Licht nicht ausreicht, wenn niemand sie braucht. Gegen die Trennung der Funktionen, die die Charta von Athen zur Lehre machte, setzt sie die Überlagerung derselben Steinlage durch Wohnen, Arbeit, Handel, Spiel. Das ist keine Nostalgie der engen Stadt. Es ist die Behauptung, dass Vielfalt gebaut werden muss, weil sie sich nicht von selbst gegen den Verkehr und gegen die Sanierung hält. Die deutsche Aufnahme hat in den Großsiedlungen der Nachkriegszeit denselben Feind erkannt, den Jacobs in den amerikanischen Abriss- und Sanierungsprogrammen beschrieb, ohne sie so zu nennen.

Die Gegenposition liegt bei Planern, die Dichte mit Elend verwechseln; bei einer späteren Kritik, die Jacobs’ Village für zu weiß, zu eigentumsfest, zu wenig Klasse hält; bei Mitscherlich, der Unwirtlichkeit psychisch nennt, wo Jacobs sie ökonomisch-räumlich nennt. Wer nur die heilige Gasse will, unterschlägt die Härte der Regeln. Wer nur die Lücke der sozialen Frage will, unterschlägt, dass ohne diese Regeln die Frage auf einer leeren Fläche gestellt wird. Das Buch hat Moses nicht allein gestürzt; es hat der Stadt eine Sprache gegeben, in der Sanierung sich rechtfertigen muss.

Einordnung

Ohne dieses Buch fehlt der zweiten Jahrhunderthälfte die Anklage der Planung von unten. In Die gebaute Gesellschaft steht es gegen Le Corbusiers Typus und vor Siedlers deutschem Abgesang: dieselbe Moderne, einmal als amerikanische Sanierung, einmal als Wiederaufbau. Sennett hat in Fleisch und Stein die Augen auf der Straße in eine Geschichte der Sinne zurückverlegt; Jacobs braucht diese Geschichte nicht, weil die Straße ihr Gegenwart genug ist.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Die gebaute Gesellschaft (Lesepfad)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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